Testspiel: VfL Oldenburg siegt trotz Abstimmungsproblemen deutlich
Die Handballerinnen des VfL Oldenburg haben zwar auch ihr zweites Testspiel der laufenden Vorbereitung klar gewonnen, aber phasenweise noch Abstimmungsschwierigkeiten offenbart. „Unsere Probleme in der Deckung müssen wir unbedingt beseitigen“, sagte Trainer Leszek Krowicki nach dem 35:24 (19:12)-Sieg am heutigen Samstag (4.8.2012) gegen den Zweitligisten SC Greven 09. „Auch im Angriff müssen wir noch konsequenter werden“, fuhr der Coach fort. „Nur das schnelle Spiel nach vorne klappt schon sehr gut.“
Vor etwas über 100 Zuschauern gingen die ersatzgeschwächten Gäste – Melanie Lorenz, Elke Thomassen, Jenny Volkmer, Yasmin Yusuf und Juliane Frank fehlten, Trainerin Franziska Heinz hatte nur neun Spielerinnen dabei – nach vier Minuten mit 4:2 in Führung. Dann konterte Oldenburg erfolgreich und warf bis zur neunten Minute sieben Tore in Folge. Die Treffer fünf bis acht markierte die zunächst auf der linken Bahn eingesetzte Julia Wenzl, davon drei per Gegenstoß.
Bei 10:7 in der 15. Minute veränderte Krowicki erstmals seine Formation auf der Platte. Kim Birke übernahm die Linksaußenposition, Wenzl rückte in den linken Rückraum. Rechts spielte nun Maike Schirmer für Jenny Winter, Barbara Hetmanek kam für Wiebke Kethorn an den Kreis. Den letzten Treffer vor der Pause erzielte Lois Abbingh mit einem herrlichen Wurf aus der zweiten Reihe ins lange Eck.
Bei allen Abstimmungsschwierigkeiten zeigte der amtierende DHB-Pokalsieger aber phasenweise guten Handball. Am klaren Sieg war ohnehin nicht zu rütteln: In der 44. Minute führte der VfL mit 27:17, in der 52. mit 33:20. Es folgten sieben torlose Minuten für den Bundesligisten, die Birke mit einem Dreher zum 34:22 beendete. Die letzten Aktionen gehörten dem SC 09: Manja Görl traf aus dem Rückraum unter die Latte, Nikki Schreurs ins, wegen dem Einsatz einer siebten Feldspielerin, verwaiste Oldenburger Tor.
Für die Oldenburger Zuschauer und die Mannschaft bedeutete die Partie auch ein Wiedersehen mit Sarah Everding. Die heute 27-jährige kam als B-Jugendliche zum VfL, wurde in Oldenburg Jugendnationalspielerin und spielte später im Bundesligateam. Everding war in Oldenburg einer der Publikumslieblinge. Seit 2007 ist sie es in Greven. Beim Test in Oldenburg warf sie, von Trainerin Heinz am Kreis und im mittleren Rückraum eingesetzt, fünf Tore und holte etliche Siebenmeter heraus. Mit Greven war es das erste Spiel überhaupt in der Robert-Schumann-Halle, ihrer ehemaligen Trainingsstätte: „Da kommen Erinnerungen hoch“, sagte sie. „Schön war´s.“ In der kommenden Saison strebt die studierte Marketing-Fachfrau einen „Platz im gesicherten Mittelfeld“ an.
Oldenburg will eine Liga höher etwas besser abschneiden und arbeitet am kommenden Wochenende bei einem Turnier im tschechischen Most weiter an der Erstliga-Form. „Kim Birke ist schon in Länderspiel-Verfassung, die anderen suchen noch etwas“, sagte nach der Partie Peter Görgen, der Geschäftsführer der VfL Oldenburg GmbH. Auch die von Görgen gelobte siebenfache Torschützin Birke sieht noch Steigerungspotenzial: „Noch haben wir uns vor allem in der Abwehr nicht ganz gefunden“, sagte die Nationalspielerin, weiß aber auch, dass für die Feinabstimmung bis zum Bundesligastart am 8. September gegen die Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern noch komfortable fünf Wochen Zeit bleiben. „Konditionell sind wir schon sehr weit, und der Rest wird auch noch kommen“, sagte Birke. „Unser letztes reguläres Spiel ist ja schon ein bisschen her.“ Am 29. April war das. Der VfL gewann im Endspiel des DHB-Pokals gegen Bayer Leverkusen mit 35:30. Bis die Verfassung von damals erreicht ist, dauert es eben etwas. Dafür ist eine Vorbereitung aber auch da.
VfL Oldenburg: Wester (1. Halbzeit), Renner (2. Halbzeit) – Birke 7 Tore, Hetmanek, Schirmer 4, Wenzl 6, Abbingh 4/2, van der Heijden 7/1, Kethorn 4, Neuendorf 1, Winter 2, Neßlage.
SC Greven 09: Czarna, Klanz - Görl 9, Kornet 2, Everding 5, Schreurs 6/5, Huesmann, Partart 1, Biester 1.
Ole Rosenbohm / Presse VfL Oldenburg - 04.08.2012
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