Dänemark blickt nach Kantersieg wieder nach oben

Team Dänemark (Foto: Verband)

Russland hat in der Oldenburger WM-Gruppe C seinen Kurs Richtung Gruppensieg fortgesetzt. Im Spitzenspiel gegen Montenegro setzte sich der Rekordweltmeister am heutigen Sonntag mit 28:24 (15:12) durch und führt die Tabelle mit 4:0 Punkten an. Zweiter ist Brasilien (3:1 Punkte) nach einem 23:22 (10:13) gegen Tunesien. Dänemark – gestern gegen Montenegro unterlegen – setzte sich im Abendspiel gegen Japan mit 32:18 (16:5) durch, warf dabei zwölf Tore in Folge.

Die beiden Veranstaltungen in der Oldenburger EWE-Arena sahen insgesamt 4740 Zuschauer – 2351 erlebten den brasilianischen Sieg am Mittag, 2389 Menschen besuchten danach die beiden (als Doppelveranstaltung ausgetragenen) Spiele am Abend.

Knapp fünf Minuten Führung in zwei Partien reichen Brasilien nach zwei Spieltagen in der WM-Gruppe C zu 3:1 Punkten und einem guten Rang nach zwei Spieltagen. Nachdem der Titelträger von 2013 im ersten Spiel gestern gegen Japan erst in der letzten Minute erstmals ausgleichen konnte und so ein eher glückliches 28:28-Remis einfuhr, lief er auch heute (3.12.2017) gegen Tunesien lange einem Rückstand hinterher. Mehrmals mit fünf Toren lag Brasilien hinten (2:7, 12:17, 14:19, 15:20), rappelte sich aber auf und fuhr dank Erfahrung, Kampfkraft, besseren Nerven und etwas Glück den knappen Sieg ein.

Sichtbar die Enttäuschung in den Gesichtern der Tunesierinnen – auch wenn sie stolz sein durften, einen ehemaligen Weltmeister an den Rand einer Niederlage gebracht zu haben: „Wir haben gezeigt, dass wir es können“, sagte Coach Issam Lahiani. Die siebenfache Torschützin Mouna Chebbah wollte zwischendurch „gar nicht glauben, wie gut wir gespielt haben“. Mit zwei Niederlagen ist das erstmalige Erreichen einer zweiten WM-Runde sicher schwierig, aber „wir geben nicht auf“, sagte Chebbah. „Wir müssen weiter an uns und die Qualität im Team glauben.“

Ihre Mannschaft sei zu unkonzentriert ins Spiel gegangen, sagte Brasiliens Torfrau Barbara Arenhart nach der Partie: „Aber wir müssen auch die positiven Dinge sehen.“ Den Kampfgeist im Team etwa, den sich Arenhart auch für die weiteren Spiele gegen schwere Kaliber erhofft: Russland am Dienstag, Dänemark am Mittwoch, Montenegro am Freitag.

Im zweiten Spiel war es erneut spannend. Russland setzte sich zweifellos verdient durch in einem lange ausgeglichenen Spiel zwischen zwei auf hohem Niveau agierenden Mannschaften. Aber Montenegro mit Rechtsaußen Jovanka Radicevic (5 Tore) und Katarina Bulatovic (7) hielt lange dagegen. Erst ab der 53. Minute (23:23) konnte sich Russland absetzen. Garant für den russischen Sieg: Torhüterin Viktoriia Kalinina. „Wir haben mit großem Herzen gekämpft, aber mit der Torhüterin hatten wir Probleme“, sagte Montenegros Coach Per Johansson.

Wie ausgewechselt präsentierte sich dann am Abend Dänemark. Tags zuvor noch deutlich Montenegro unterlegen, zeigten sich die mit hohen Erwartungen angereisten Däninnen gegen Japan von ihrer allerbesten Seite und kamen zu einem Kantersieg. Japan hingegen konnte das begeisternde Niveau vom Vortag gegen Brasilien nicht halten. Nicht ging mehr: Nach dem japanischen 4:4 warf Dänemark zwölf Tore in Folge.

Der Dienstag wird keine neuen Ergebnisse bringen; der erste Ruhetag bei der WM 2017 steht an. Nach zwei Spielen in zwei Tagen kommt er für dringend benötigte Regeneration nicht ungelegen. Morgen sei, sagte deshalb Russlands Trainer Evgenii Trefilov, „ein guter Tag“. Dienstag, Mittwoch und Freitag fliegen dann wieder Bälle durch die EWE-Arena. Donnerstag dürfen sich die Teams erneut ausruhen.

Karten für die Spiele in Oldenburg sind über CTS Eventim, dhb.de oder an den Tageskassen erhältlich. Die beiden Abendspiele (17.45 Uhr und 20.30 Uhr) werden als Doppelveranstaltung verkauft.

Die WM in Oldenburg auf Facebook: IHF Handball WM 2017 in Oldenburg

Ergebnisse, Tabellen, Infos: dhb.de

 


Ole Rosenbohm, WM-LOK Oldenburg - 03.12.2017