Mareen Rump hält Punkt fest

Mareen Rump (Foto: Helmerichs)

Endspurt beschert VfL Punktgewinn

Einen Punkt gewonnen oder verloren? Diese Frage beschäftigte wohl die meisten der Anwesenden in der Sporthalle Wechloy am gestrigen Samstagnachmittag beim Drittligaspiel des Juniorenteams des VfL Oldenburg gegen Aufsteiger SFN Vechta. Zieht man nur den Spielverlauf zurate, kann man beim 21:21 Endergebnis wohl von einem Punktgewinn reden. Hatte der VfL doch zuletzt in der 27. Minute in Führung gelegen und dreieinhalb Minuten vor dem Ende noch einen zwei Tore Rückstand aufzuholen. Der Grund das sowohl das Trainergespann Alex Hansel / Andy Lampe als auch Mannschaft und Publikum sich fragte, ob man eventuell einen Punkt verloren habe lag an den vielen klaren Chancen, die man im Spiel vergeben hatte.

Los ging es bereits in den ersten Minuten des Spiels. Zwar konnte Lena Thomas bereits nach 44 Sekunden ihr Team in Führung bringen, aber wenig später scheiterte Inga Frenzel mit einem Siebenmeter an Vechtas Torhüterin Ewa Wozinska. Zwei weitere Mal scheiterte in der Folge eine VfL-Spielerin freistehend vor der Torhüterin, so dass es nach drei Minuten anstatt 4:2 für den VfL 2:1 für Vechta stand. In der 11. Minute konnte Lena Thomas dann aber doch noch das 4:2 erzielen, nachdem Lisa Prante und Kim Schilling zuvor erst ausgeglichen und dann die erneute Führung erzielt hatten. Aber der Gegner ließ sich nicht abschütteln. Dafür wurden einfach zu viele klare Chancen liegengelassen. Dass man trotz der schlechten Chancenauswertung in der 18. Minute beim Stande von 8:5 sogar einen drei Tore Vorsprung herausspielen konnte, lag vor allem an Oldenburgs bester Spielerin an diesem Tag. Torhüterin Mareen Rump hatte einen Zuckertag erwischt und mit einer Rettungsquote von 57 % den Gegner ein ums andere Mal verzweifeln lassen. Aber auch sie konnte nicht verhindern, dass die Gäste wieder herankamen und in der 28. Minute mit 10:9 wieder in Führung gehen konnten. Mit 12:10 für Vechta ging es in die Kabinen.

Auch in der zweiten Hälfte erlebten die 170 Zuschauer, die ihr Team lautstark anfeuerten, ein enges und spannendes Spiel. Zwar konnte der Aufsteiger nach zweieinhalb Minuten erstmals mit drei Toren in Führung gehen, aber höher sollte der Vorsprung in diesem Spiel nicht mehr ausfallen. Bis zur 50. Minute sollte es dauern bis der VfL beim 19:19 durch Jane Martens erstmals wieder ausgleichen konnte. Aber drei Minuten vor Schluss lag man dann wieder mit zwei Toren hinten. Unbedingter Kampfeswillen und Mareen Rump sorgten dafür, dass der VfL 100 Sekunden vor dem Schlusspfiff erneut zum Ausgleich kam. Es folgten anderthalb nervenaufreibende Minuten. Nachdem Oldenburgs Torhüterin Vechtas letzten Torwurf parieren konnte, nahm Alex Hansel 24 Sekunden vor Ende des Spiels noch einmal eine Auszeit. Die Anspannung war den Spielern beider Teams anzumerken. Keiner wollte den entscheidenden Fehler machen, der zum vermeintlichen Siegtreffer des Gegners führen würde. Vechtas Abwehrsystem in den letzten Sekunden glich fast schon einer Manndeckung, was es den VfLerinnen nahezu unmöglich machte zu einem sicheren Abschluss zu kommen. Am Ende stand ein 21:21 mit dem wohl beide Teams leben können. „Im Moment fühlt es sich an wie ein Punktverlust, aber nach einmal drüber schlafen freuen wir uns morgen wahrscheinlich über den Punktgewinn“, beschreibt die VfL-Trainerin die Ratlosigkeit nach dem Spiel ob der Bewertung des Ergebnisses durch ihr Team und sich selbst. „Nach den vielen negativen Erlebnissen in dieser Saison strotzen wir nicht gerade vor Selbstvertrauen. Aber es begeistert mich wie tapfer und bravurös wir bis zum Ende gekämpft haben. Auch wenn wir zu viel liegengelassen haben. Uns fehlt die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. Wir haben heute stark verteidigt und eine gute zweite Welle gespielt. Das war eine gute Mannschaftsleistung“, ergänzt Hansel.

Weiter geht es am kommenden Samstag. Da ist man zu Gast beim Tabellenzehnten HSV Minden-Nord. Ein Sieg in Minden würde dem Team von Alex Hansel ein wenig Luft im Abstiegskampf verschaffen.

VfL Oldenburg II: Rump, Neumann – G. Prante 3, Martens 4, Schaffrick, Thomas 3, Rußler 2, Frenzel, Kerber 1, Carstens 1, Schilling 3/2, Balthazar, Roller 2, L. Prante 2

Gelbe Karte: 2
2 Minuten:  1
Siebenmeter: 4/2

SFN Vechta: Wozinska, Schiwik – J. Müller, Biester 1, Bredehorst, Meyer, Tyce, Zimmermann 1, Schwarz 11/4, Haskamp 4, Kläne 1, N. Müller 1, Brandt, M. Müller 2

Gelbe Karte: 2
2 Minuten: 0
Siebenmeter: 5/4

 

 

Bernd Teuber – Presse VfL Oldenburg – 12.02.17