"Ich werde Oldenburg vermissen"

Annamaria Ferenczi (Foto: Jack)

Interview mit Annamaria Ferenczi

"Hallo Annamaria, nach nur einer Saison verlässt Du den VfL wieder. Wie kam es zu dem Entschluss?"

"Ich habe leider nicht so viel Spielzeit bekommen, wie ich mir erhofft habe. Gerade in der Hinrunde und um den Jahreswechsel herum musste ich mich ja entscheiden, wie es weitergehen soll. Eine Torhüterin in meinem Alter muss viel spielen, um so Spielpraxis zu sammeln. Vor allem wenn ich meinen Traum von der Nationalmannschaft aufrechterhalten will."

"Wenn Du die ungarische und die deutsche Liga vergleichst, wo siehst Du die Unterschiede?"

"Das ist ja schon vier Jahre her, dass ich in der ungarischen Liga gespielt habe. Der größte Unterschied ist, dass meines Wissens nach die meisten Mannschaften mit Vollprofis spielen. Das heißt die trainieren häufiger und können vom Handball leben. Aber dies bedeutet gleichzeitig, dass die Erwartungen und damit der Druck höher sind. Außerdem sind die Fahrten zu den Auswärtsspielen deutlich kürzer. Das was in Deutschland die kürzeste Anreise ist, ist in Ungarn schon die Längste. Die langen Busfahrten machen das Spielen auch nicht gerade einfacher, je nachdem wie die einzelnen Spielerinnen damit klarkommen."

"Abgesehen, davon das Du nicht so viel Spielzeit bekommen hast wie erhofft, wie hat es Dir beim VfL und in Oldenburg gefallen?"

"Ich finde die Atmosphäre in der kleinen EWE Arena super cool. Das ist ein Wahnsinnsgefühl, wenn die ganze Halle nach einer gelungenen Parade jubelt. Das ganze Umfeld der Mannschaft mit seinen Fans, den Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern hat es mir sehr leicht gemacht, mich in Oldenburg zuhause zu fühlen. Die Mädels waren von Anfang an sehr offen, so dass ich mich sofort aufgenommen gefühlt habe. Die Stadt Oldenburg ist zauberhaft. Es ist für mich wie eine Schatzkiste."

"Hast Du viel von Oldenburg gesehen?"

"Ja. Ich habe erst einmal versucht „die wichtigsten Ecken“ der Stadt kennenzulernen. Aber ich glaube es gibt immer noch einiges was ich noch entdecken sollte."

"Was hat Dir besonders gut an Oldenburg gefallen?"

"Der Hafen und der Präsenz der Natur in der Stadt wie z.B. im Schlosspark. Vor allem im Frühling ist es hier mit den vielen bunten Blumen wunderschön."

"Gibt es etwas was Du vermissen wirst?"

"Natürlich die Mädels und die Menschen, denen ich hier begegnet bin. Aber auch die Nähe zur Nordsee mit Ebbe und Flut. Das hat mich sehr fasziniert."

"Hast Du einmal das Oldenburger Nationalgericht (Grünkohl) probiert?"

"Nein, aber das muss ich unbedingt noch nachholen."

"Wie geht es nun sportlich mit Dir weiter?"

"Das ist eine sehr gute Frage und ich freue mich, dass ich die Möglichkeit habe, mich dazu hier jetzt äußern zu können, da es in den letzten Wochen schon einige Gerüchte und Spekulationen gegeben hat, die ich aber alle nicht bestätigen kann. Natürlich hat man als Sportler immer Wünsche und bekommt auch Anfragen, aber ich habe noch bis Ende Mai einen Vertrag mit einem Spielerberater und kann erst nach Auslauf des Vertrages mit irgendwelchen Vereinen in Verhandlungen treten. Auf jeden Fall möchte ich weiterhin auf höchstem Niveau spielen, aber wohin die Reise gehen wird, weiß ich selber noch nicht."

"Danke für das Gespräch und alles Gute sowie viel Erfolg für Deine Zukunft!"

 

Bernd Teuber – Presse VfL Oldenburg – 01.05.19