Die Zeit der Entscheidungen naht

Plant ihr Comeback für den März: Julia Wenzl (Foto: Helmerichs)

Vertragsverlängerungen stehen bevor

Die Bundesligasaison 2016/17 läuft auf vollen Touren, ebenso die Gruppenphase des EHF Cup 2016/17.

Der Kampf um den als Saisonziel ausgegebenen 5. Tabellenplatz wird dem Team um Trainer Leszek Krowicki noch einiges abverlangen, dessen Erreichen angesichts des engen Tabellenbildes aber immer noch realistisch erscheint.

In die Saison ging das Bundesligateam des VfL Oldenburg mit einem nur 14 Spielerinnen umfassenden Kader, wobei von Anfang an klar war, dass die langzeitverletzte Julia Wenzl erst frühestens ab März 2017 wieder mit von der Partie sein würde. Und so wurde es von den behandelnden Ärzten in der Zwischenzeit bestätigt. Ab Ende Februar kann Wenzl wieder mitmischen. „Wir freuen uns, für Julia und auch für das Team. 17 (!) Monate Leidenszeit sind dann endlich vorbei. Julia soll es ruhig angehen lassen. Uns würde eine topfitte Julia Wenzl zum Beginn der Vorbereitung Mitte Juli dieses Jahres völlig ausreichen. Die ab März zu erwartende Spielpraxis soll Wenzl nutzen um wieder im Leistungshandball Fuß zu fassen. Man darf von ihr keine Wunderdinge erwarten“, so Peter Görgen, Geschäftsführer der VfL Oldenburg GmbH. Eine Vertragsverlängerung scheint also nur noch Formsache.

Mit allen Spielerinnen des Kaders wurde in den ersten Wochen des Januars gesprochen, ihnen die zukünftigen Möglichkeiten der VfL Oldenburg GmbH erläutert und die derzeit planbaren sportlichen Ziele skizziert. Dabei war den veränderten finanziellen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen. Fest seht, dass bis auf drei Spielerinnen alle gerne beim VfL Oldenburg bleiben würden. "Ein Zuspruch, den wir so nicht erwartet hatten und dankbar zur Kenntnis nehmen. Es freut uns, dass unsere Arbeit anerkannt wird, das Umfeld rund um das Bundesligateam scheint bei den Spielerinnen Anerkennung zu finden.  Mal ganz davon abgesehen, dass es an den verschiedensten Stellen immer wieder Verbesserungsmöglichkeiten gibt.“ so Görgen.

Die Teilnahme an Europapokal-Wettbewerben, falls die sportliche Qualifikation geschafft werden sollte, ist in den nächsten Jahren aber ganz sicher ausgeschlossen. "Der sportliche Wert steht zum finanziellen Aufwand, der betrieben werden muss, in keinem gesunden Verhältnis.“ erläutert Görgen. Inklusive EHF-Gruppenphase habe man zwölf EHF-Spiele durchführen können und dürfen und kann sich glücklich schätzen zum einen in der Gruppenphase Gegner erhalten zu haben, die recht nah an Oldenburg liegen und zum anderen zusätzliche Sponsoren gefunden zu haben, die dieses Unternehmen mit gestaltet haben.

Die beiden Niederländerinnen Inger Smits und Kelly Dulfer haben sich nun dazu entschlossen, den VfL zu verlassen. Beide wollen sich auch auf europäischem Parkett weiterentwickeln. Zu welchem Verein sie wechseln werden, ist nicht bekannt.

Kira Schnack wird aller Wahrscheinlichkeit nach ihren Vertrag ebenfalls nicht verlängern.

Madita Kohorst und Isabelle Jongenelen besitzen bereits einen Vertrag bis 2018, mit der Vertragsverlängerung von sechs bis sieben aktuellen Kaderspielerinnen ist in Kürze zu rechnen. Vertragsabschlüsse mit weiteren Spielerinnen aus dem aktuellen Bundesligateam wären möglich, sind derzeit aber ausgeschlossen. „Um die Weiterverpflichtung dieser Spielerinnen umsetzen zu können, bedarf es weiterer finanzieller Mittel, die wir, Stand heute, nicht garantieren können.“, so Görgen, der weiter ausführt: „Wir freuen uns, dass wir in den letzten Wochen Werbepartner gefunden haben, die ihren Part für die kommende Spielserie deutlich erhöht haben. Das ist die Basis, um überhaupt an Bundesligahandball denken zu können. Um den Status Quo halten zu können, bedarf es noch weiterer deutlicher finanzieller Unterstützung.“  

Die VfL Oldenburg GmbH ist nicht nur wirtschaftlicher Träger des Bundesligateams. Sie steht vielmehr auch für die Finanzierung der 2. Frauenmannschaft in der 3. Liga und des Leistungsbereichs der Jugendabteilung ein. Diese beiden Bereiche gehören seit nunmehr fast 40 Jahren zur „Vereinspolitik“ der durchgehenden Förderung junger Talente. Erst vor kurzem wurde dem VfL Oldenburg als Anerkennung für vorbildliche Ausbildung das neu eingeführte „Jugendzertifikat“ ausgestellt. Bereits im ersten Jahr der Einführung erfüllt der VfL alle Voraussetzungen. „Darauf dürfen wir stolz sein! Viele Kinder und Jugendliche aus der Region nutzen unser Angebot. Das wollen wir nicht aufgeben.“ so Görgen.

In diesem Sinne hoffen die Verantwortlichen des VfL auf weitere Unterstützer. Gespräche hierüber laufen, das nächste Zwischenergebnis wird in den ersten beiden Februarwochen erwartet.       

 

PM - VfL Oldenburg - 25.01.2017