Die Zukunft strahlt

Bild: Lina Genz, Jane Martens, Marie Steffen, VfL-Trainer Niels Bötel, Toni Reinemann, Lisa-Marie Fragge (Foto: VfL Oldenburg)

Genz, Martens, Steffen, Reinemann, Fragge verlängern

Mit dem Ablauf dieser Saison wird es auch Veränderungen im Kader des Handballbundesligisten VfL Oldenburg geben. So ist Myrthe Schoenaker nach Blomberg gewechselt, Helene Mikkelsen wird nach Halle/Saale, Malene Staal nach Norwegen zurückgehen. Ann-Kristin Roller wird aus beruflichen Gründen eine Pause vom Leistungssport nehmen. Kristina Logvin möchte sich ebenfalls neu orientieren. Wir möchten uns bei allen Spielerinnen für ihren Einsatz bedanken und wünschen ihnen alles Gute für die Zukunft.

Dennoch dürfen sich Fans und Unterstützer des VfL Oldenburgs besonders freuen, denn wir können voller Stolz mitteilen, dass gleich 5 unserer Spielerinnen ihre Verträge verlängern. Und wenn diese Talente näher betrachtet werden, ist gerade diese Verlängerung in der Vereinsgeschichte etwas ganz Besonderes. 5 so unterschiedliche, sympathische junge Damen, die doch alle etwas gemeinsam haben. Sie wurden schon in der Jugend mit dem VfL-Virus infiziert. Es ist eine Ehre für jede Jugendspielerin, den Sprung aus dem Nachwuchskader in das Bundesligateam zu schaffen. Zugleich wird es eine Freude sein zu sehen, wie sich die „jungen Wilden“ weiterhin auf Bundesliga-Niveau entwickeln. Denn treuen Beobachtern des VfL dürften diese Spielerinnen schon länger aufgefallen sein.

So können sich noch einige Ur-VfLer mit Sicherheit daran erinnern, wie ein kleines Mädchen 2011 mit dem Namen Marie Steffen in die Halle kam. Schüchtern, zurückhaltend, aber direkt mit dem unbedingten Willen, den Älteren zu zeigen, wie stark sie ist. So durchflog die Verlässlichkeit in Person ihre gesamte Jugendzeit bei den Grün Weißen mit vielen Titeln und ist zurecht heute eine der interessantesten und talentiertesten Kreisspielerin, die es deutschlandweit gibt. Marie zeichnet neben ihrem Ehrgeiz, ihrem Willen und ihrer starken Defensivarbeit vor allem ihr Spielverständnis aus. Jahrelang auch als Rückraumspielerin im Einsatz, weiß sie derzeitig nur zu gut, wie sie mit einer starken Effizienz ihren Aufbauspielerinnen mit starken Sperren helfen kann. Die 19-Jährige begann vor achteinhalb Jahren beim VfL mit dem Handballspiel und konnte seitdem schon einige Erfolge einfahren. Ihre ersten sportlichen Erfahrungen sammelte sie allerdings nicht in der Handballhalle, sondern als Leichtathletin auf der Tartanbahn, bevor sie 2011 ihre Liebe zum kleinen Lederball entdeckte. Nach nur drei Jahren konnte sie dann mit der C-Jugend ihres Vereins ihre erste Niedersachsenmeisterschaft feiern. Zwei weitere sollten folgen. Bereits in ihrem zweiten C-Jugendjahr stand sie regelmäßig im Kader der B-Jugend und holte sich mit dieser im Jahre 2015 die Deutsche Vizemeisterschaft. Als sie nach drei Landesmeistertiteln mit der C-Jugend in die B-Jugend wechselte, spielte sie auch hier nicht nur in ihrer Altersklasse, sondern verstärkte auch gleich die A-Jugend, mit der sie gleich mehrfach das Final Four der Jugendbundesliga erreichte. Da wundert es kaum, dass sie auch bei der Landesauswahl zu den Aktivposten gehörte.

Schon in der D-Jugend kam 2012 ein Wirbelwind namens Jane Martens in das Jugendteam von Marie dazu. Welch ein Glücksgriff sie ist, weiß nicht nur ganz Oldenburg. Jane verkörpert einfach den Innbegriff des Teamgedankens. Wenn in der Jugend auf irgendeiner Position Not am "Mann" war, so konnte sich jeder Trainer sicher sein, dass sie die Verantwortung übernahm. Sie gilt als äußerst verlässlich. Ob im Rückraum als Niedersachsenmeisterin in der C-Jugend, auf Rechtsaußen als Deutsche Vizemeisterin in der B-Jugend, oder jetzt als pfeilschnelle Linksaußen im Blickfeld der deutschen Frauennationalmannschaft. Für die 20-Jährige ist es selbstverständlich für ihr Team 100% zu geben und ist mit dieser Einstellung Vorbild für die jetzigen Jugendspielerinnen im Verein da sie auch über etwas mehr Erfahrung verfügt.

In der C-Jugend gesellte sich ein, so wurde sie oft bezeichnet, "kleiner Engel" zum Team von Marie und Jane hinzu. Lina Genz hat sich mit ihrer herzlichen und emphatischen Art im Nu in die Herzen der VfL Fans gespielt. Klein aber OHO ist für Lina die perfekte Bezeichnung. Körperlich in mancher Situation unterlegen, macht sie dies durch ihre Spielintelligenz und ihr sagenhaftes Antizipieren einfach vergessen. Bereits im Alter von 5 Jahren begann sie durch ihre Schwester mit dem Handball. Auch wenn derzeitig ein langer und auch steiniger Weg durch ihre Verletzung vor ihr liegt, wissen beim VfL Oldenburg einfach alle, dass die 20-Jährige durch ihren Willen und ihre Zielstrebigkeit mit solchen schweren Situationen perfekt umgehen kann und am Ende stärker als vorher daraus hervorgehen wird. So war es keine Frage, weiterhin auf die immer lachende Rechtsaußen zu setzten.

Vor 5 Jahren stieß in der B-Jugend eine weitere hochtalentierte, liebenswerte junge Damen zur Mannschaft von Marie, Jane und Lina hinzu. Mit Lisa-Marie Fragge wurde das Strahlen in den Augen der Rückraumtrainer entfacht, sahen diese, welch unglaubliches Potenzial ihr innewohnt. Groß gewachsen, starker Rückraumwurf und dann auch noch ein Bewegungstalent; eine Kombination, die es so eher selten gibt. Auch sie begann im Alter von 5 Jahren mit dem Handballsport. Ihre ersten Schritte machte die 20-Jährige beim BV Garrel. Die Handball-Gene hat sie dabei von ihrer Mutter, die selbst aktiv war. Wirft man einen Blick auf die Entwicklung und die Schritte, die sie bis jetzt auf ihrem Weg gemacht hat, wird eines deutlich: Es wird eine Freude, mit ihr gemeinsam ein weiteres Kapitel in Oldenburg aufzuschlagen und zu beobachten, wie sie ihr Spiel auf das nächste Level bringt. Wir freuen uns, dass wir neben ihren Rückraum- und auch Kreisfähigkeiten mit Lisa-Marie vor allem eine hochspannende Abwehrspielerin weiter in unserem Bundesligateam halten können.

Ebenso in der B-Jugend kam 2016 eine Allstar-Spielerin der DHB Sichtung zur VfL Jugend hinzu. Toni Reinemann ist mit einem Spielwitz geboren, der nicht antrainiert werden kann und etwas Besonderes ist. Ihre Liebe zu entscheidenden Pässen wird in der Zukunft nicht nur die Kreisläuferinnen träumen, sondern alle Zuschauer in der Halle freudestrahlend jubeln lassen. Als reine Angriffsspielerin gekommen, hat sich Toni in der derzeitigen Spielzeit auch schon etliche Male stark im Innenblock präsentiert und es wird sehr spannend sein, welche weiteren Entwicklungssprünge sie in der nahen Zukunft machen wird. Durch die Aktivitäten ihrer Eltern ist die 18-Jährige quasi in der Sporthalle großgeworden. Mit dem Handball begann sie beim MTV Warberg (heute HSV Warberg/Leihm), grob 40 Kilometer von Braunschweig entfernt. 2014 wechselte sie dann zum JSG Wey/TA/Fall (heute JSG Allertal), um auch in höheren Ligen der Jugend zu Spielen. Durch ihre Verbindung zu Thorsten Feikert und Kim Balthazar gelangte sie 2016 in die Auswahl der B-Jugend des VfL.

Auch Trainer Niels Bötel zeigt sich zufrieden: „Es freut mich extrem, dass die Mädels verlängert haben. Insgesamt haben sich alle super entwickelt und schon gezeigt, dass sie zum Teil riesige Schritte gemacht haben. Es zeigt sich auch, dass es Früchte trägt, dass wir schon in jungen Jahren Spielerinnen an den Profibereich heranführen können. Alle sind gewillt an sich zu arbeiten und haben es sich letztendlich verdient. Ich freue mich auch darauf, bei der Arbeit mit ihnen zu sehen, welche nächsten Schritte sie machen.“

Bis auf Lisa-Marie Fragge, die um ein weiteres Jahr verlängert hat, haben die anderen vier im Bunde ihre Verträge um 2 Jahre verlängert.

Wer diese kurzen Beschreibungen der 5 Spielerinnen verfolgt hat, wird wahrscheinlich mehrere Gedanken im Kopf haben. Es ist, gerade im Leistungssport, schön zu sehen, wie sich junge Talente über Jahre entwickeln und etablieren. Was die Zuschauer begeistern wird, ist zugleich Bestätigung des vom VfL gewählten Wege. Schlussendlich bleibt aber festzuhalten, dass sich gute Jugendarbeit auszahlt. Der gesamte Verein kann stolz auf die in den Nachwuchsabteilungen erbrachte Arbeit sein und darauf, gleich 5 Talente in ihrer Ausbildung so unterstützt und gefördert zu haben, dass sie sich zurecht Bundesligaspielerinnen nennen dürfen.

 

Joel Matuschiak, Presseverantwortlicher VfL Oldenburg GmbH