F I N A L E

Jubel über den Einzug ins Finale. (Foto: VfL Oldenburg)

VfL stürmt ins Endspiel

Der VfL und der DHB-Pokal, dass passt einfach. Zum bereits siebten Mal ziehen die Grün-Weißen am heutigen Samstag ins Finale ein. Von Beginn an entwickelte sich in der Stuttgarter Porsche-Arena ein echter Pokalfight, in dem sich keins der beiden Teams etwas schenkte. Konnte sich zunächst keines der beiden Teams absetzen, zog der VfL Anfang der zweiten Halbzeit das Tempo an und stürmte mit einem 33:29 (16:14) Sieg ins Finale.

„Mein zweites Pokalfinale, nachdem ich bereits in Norwegen eins spielen durfte. Das hat heute einfach nur Spaß gemacht“, strahlte Malene Staal nach dem Spiel, in dem sie Ende der ersten Halbzeit mit einem Hüftwurf aus vollem Lauf sicherlich eines der schönsten Tore des Spiels erzielen konnte. „Nach dieser Saison haben wir uns seit Beginn des Jahres auf das Final Four gefreut und wollten unbedingt ins Finale. Für die ganzen jungen Spielerinnen ist das alles was ganz Neues hier und sie werden das sicherlich alles in sich aufsaugen. Wir sind alle ganz heiß auf das Finale morgen. Hier werden wir egal gegen welchen Gegner 150 % geben müssen, aber wir können Pokal“, freut sich Mannschaftsführerin Kim Birke riesig auf ihr bereits viertes Pokalfinale, von denen sie zwei gewinnen konnte.

Zunächst lief der VfL erst einmal einem Rückstand hinterher. Es sollte bis zur 15. Minute dauern bis die Oldenburgerinnen durch Julia Wenzl mit 8:7 erstmals in Führung gehen konnten. Es war zu diesem Zeitpunkt das bereits fünfte Tor der scheidenden Rückraumspielerin, der in jeder Aktion deutlich anzumerken war, dass sie sich unbedingt mit ihrer ebenfalls vierten Finalteilnahme verabschieden wollte. „Wir haben zunächst nicht ganz umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben und so den Vipers zu viel Spielraum gelassen. Vor allem in den 1:1 Situationen und was die Aggressivität in der Abwehr betrifft hatten wir noch Luft nach oben“, so VfL-Trainer Niels Bötel, der zugab vor dem Spiel deutlich nervöser gewesen zu sein als vor einem Bundesligaspiel.

Aber nun bekam der VfL Spiel und Gegner immer besser in Griff und bereits wenig später lag man 13:10 erstmals mit drei Toren in Führung. Näher als zwei Toren sollten die Vipers auch nicht mehr herankommen. Mit einer 16:14 Führung für das Team von Niels Bötel ging es dann in die Pause.

Als Julia Renner in der 32. Minute einen Siebenmeter von Nicoleta Vasilescu abwehren konnte, schien dies so etwas wie ein Startschuss für ihre Teamkolleginnen zu sein. Wie aufgedreht stürmten die Grün-Weißen auf das Tor der Vipers zu und hatten bereits drei Minuten später die Führung auf 21:16 ausgebaut. Mitte der zweiten Halbzeit stand es dann sogar 27:19. Während der VfL ein Tor nach dem Anderen warf, gelang den Vipers in dieser Phase des Spiels so gut wie gar nichts. „In dieser Phase des Spiels haben wir einfach eine super Abwehr gespielt“, strahlte der VfL-Trainer.

Aber noch traute Bötel dem Braten nicht. „Selbst als Andy Lampe mir fünf Minuten vor dem Ende gratulierte, wollte ich davon noch nichts hören“, erzählte Bötel. Nicht ganz unberechtigt. Konnten doch die Vipers noch einmal auf fünf Tore verkürzen. „Das kann im Handball manchmal sehr schnell gehen“, weiß Kim Birke. Aber diesen Erfolg wollte sich das VfL-Team nun nicht mehr nehmen lassen. Mit Lisa Marie Fragge war es eine der Jüngsten, die mit zwei Gegenstoßtoren in der letzten Spielminute dafür sorgte, dass der Gegner nicht weiter verkürzen konnte und der VfL mit einem verdienten 33:29 Sieg ins Endspiel einziehen konnte. „Wir hatten in der Pause besprochen aggressiver zu spielen und Gas zu geben, um so das Tempo zu erhöhen. Wie ja jeder wusste haben die Vipers noch am Mittwoch ein Spiel gehabt und waren nicht so ausgeruht, was wir für uns nutzen wollten. Heute haben wir wenig Fehler gemacht und unsere Chancen ausgenutzt“, so ein sichtlich zufriedener Niels Bötel nach dem Spiel. Gegner im Finale am Sonntag um 15 Uhr ist die SG BBM Bietigheim.

Finale im Livestream unter: www.swr.de


HSG Bad Wildungen Vipers: Duinjdam, Brütsch – Heusdens, Haggerty 3, Nieuwenweg 6/1, Frankova, van Rossum, Schmidt-Robben 1, Busch 6, Beugels, Bachmann, Vasilescu 12/10, Spielvogel 1, Preis

Gelbe Karte: 3 + 1
2 Minuten: 2
Siebenmeter: 14/11

VfL Oldenburg: Renner, Kürten – Fragge 2, Schilling, Kannegiesser, Birke 6, Steffen, Jongenelen, Wenzl 10/5, Spur Petersen, Behrend 4, Geschke 6/2, Hartstock 3, Roller, Staal 2, Winter

Gelbe Karte: 3
2 Minuten: 1
Siebenmeter: 9/7

 

Bernd Teuber – Presse VfL Oldenburg – 19.05.18