Grün-Weiße in zweiter Halbzeit wie im Rausch

Mit einer starken Leistung im Tor des VfL:  Annamária Ferenczi (Foto: Jack)

VfL schlägt Blomberg unerwartet deutlich

Tempohandbandball vom Feinsten bekamen die 1003 Zuschauer am heutigen Sonntagnachmittag in der Oldenburger EWE Arena geboten. Unerwartet deutlich schlug dabei der VfL Oldenburg die HSG Blomberg-Lippe mit 35:28 und spielte sich dabei in Halbzeit zwei in einen regelrechten Rausch, wo dem Team von Trainer Niels Bötel fast alles gelang und Torhüterin Annamaria Ferenczi hinten den Laden dicht machte.

„Heute haben alle geackert und in der Abwehr die notwendige Aggressivität gezeigt. Durch unsere aggressive Deckung hatten wir Blomberg gut im Griff gehabt und haben auch in der Höhe verdient gewonnen“, freute sich Niels Bötel, dass seine Mädels nach der Schlappe von Leverkusen nicht den Kopf hängen ließen, sondern im Gegenteil richtig Gas gaben. „Wir haben das Spiel in Leverkusen aufgearbeitet und wollten allen zeigen, dass wir eine Mannschaft sind. Eine gute zudem“, ergänzt VfL-Torhüterin Annamaria Ferenczi, die mit teilweise spektakulären Rettungstaten einen großen Anteil am Sieg hatte.

Von Beginn an gaben die Grün-Weißen Vollgas und sprühten nur so vor Spielfreude. Bereits der erste Wurf aufs HSG-Tor durch Helena Mikkelsen landete im Netz und nach drei Minuten stand es bereits 3:1 für die Gastgeberinnen, die auch in der Folge den Fuß nicht vom Gas nahmen. Aber auch die Gäste ließen sich nicht lumpen und hielten dagegen, so dass sich die beiden Teams zunächst einen offenen Schlagabtausch lieferten. Nach einer viertel Stunde stand es dann folgerichtig auch schon 11:8 für den VfL. So ging es aber zunächst nicht weiter, da beide Teams es nach intensiven Anfangsphase etwas ruhiger angehen ließen, so dass es mit einer 16:14 Führung in die Pause ging.

Nach dem Wiederanpfiff bot sich den Zuschauern in der EWE Arena zunächst das gleiche Bild wie in den ersten dreißig Minuten. Ein rasantes hochklassiges Handballspiel, in dem sich beide Teams nichts schenkten. Als in der 37. Minute die HSG durch Gisa Klaunig zum 18:18 einwarf, war dies der erste Gleichstand seit dem 1:1 in der 2. Minute. Wer jetzt die Befürchtung hatte, die HSG könnte nun das Spiel drehen und erstmals in Führung gehen, sah sich getäuscht.

Nun lief Oldenburgs ungarische Torfrau zur Bestform auf und vernagelte ihr Tor. Überragende 50 % der Würfe auf ihr Tor konnte sie in dieser Phase des Spiels mit teilweise spektakulären Aktionen entschärfen. Gleichzeitig spielten sich ihre Vorderleute im Angriff regelrecht in einen Rausch und vier Minuten nach dem Ausgleich hatte man aus dem Gleichstand eine 23:18 Führung gemacht. Näher als drei Tore sollten die Gäste auch nicht mehr herankommen. Am Ende stand ein verdienter 35:28 Sieg der das Oldenburger Publikum begeisterte. Beste Torschützin war dabei Angie Geschke mit zwölf Treffern.

„Ich bin absolut unzufrieden damit wie die Mannschaft aufgetreten ist. Das können wir deutlich besser. Wir müssen Vollgas geben, besser verteidigen und einen klaren Kopf behalten“, war Gästetrainer Steffen Birkner sichtlich unzufrieden mit der Präsentation seiner Mannschaft.

Für den VfL geht es am kommenden Wochenende nach Metzingen wo sie am Samstag zunächst im Pokal auf die Gastgeberinnen treffen und am Tag drauf in der Bundesliga. „Wenn wir uns in Metzingen so präsentieren wie heute ist sowohl im Pokal als auch in der Liga was drin“, zeigt sich Bötel optimistisch.

VfL Oldenburg: Renner, Ferenczi, Neumann – Fragge, Birke 1, Genz, Jongenelen 2, Martens, Behrend 3, Geschke 12/4, Hartstock 7, Mikkelsen 3, Schoenaker 6, Roller 1
Gelbe Karte: 3 + 1
2 Minuten: 3
Siebenmeter: 6/4

HSG Blomberg-Lippe: Monz, Veith – Schnack 1, Rüffieux 1, Klaunig 4, Müller 2/1, Smits 1, van Buren 3, van Zijl 6, Pichlmeier, Kordovska 2, Steenbakkers 2, Michielsen 2, Rodrigues, Franz, Petersen 3/2
Gelbe Karte: 3 + 1
2 Minuten: 1
Siebenmeter: 4/3

Zuschauer: 1003

 


Bernd Teuber – Presse VfL Oldenburg – 28.10.18