Oldenburg dreht Spiel gegen Göppingen

Was für eine Aufholjagd: Die Handballerinnen des VfL Oldenburg haben mit einer furiosen Leistung in der zweiten Halbzeit ihr Bundesliga-Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen mit 31:30 (9:15) gewonnen. Nach einem durchwachsenen ersten Durchgang, mit nur neun Toren, drehten die Huntestädterinnen nach dem Seitenwechsel mächtig auf. Beste VfL-Werferinnen waren Jenny Behrend und Merle Carstensen mit jeweils acht Toren.

Coach Niels Bötel setzte, wie schon gegen Mainz, auf eine 5:1-Deckung und sah, wie sich gegen die kämpferisch agierenden Gäste zunächst auch ein Duell auf Augenhöhe entwickelte. Das 1:0 durch Merle Carstensen war aber die einzige VfL-Führung. Nach einem zwischenzeitlichen 5:5 (11. Minute) erspielte sich Göppingen einen 8:5-Vorsprung, der zum 12:6 sogar noch ausgebaut wurde – trotz Bötel-Auszeit. „Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen“, konstatierte der VfL-Coach nach der Partie. „Unsere 5:1-Deckung war nicht ganz so griffig, die Mädels setzen sich noch etwas zu sehr unter Druck. Wir haben das so erst zum zweiten Mal gespielt. Da müssen wir uns einfach noch ein wenig Zeit nehmen, damit das Spiel sicherer wird“. Immerhin kam sein Team, das im Angriffsspiel immer wieder Kathrin Pichlmeier suchte, noch einmal auf 9:12 heran. Die restlichen Tore in der ersten Halbzeit erzielte aber Göppingen.

Deutlicher Rückstand, nur neun erzielte Tore – Oldenburg stand zu Wiederanpfiff unter Zugzwang. Doch diese Situation meisterten die Gastgeberinnen mit Bravour. Tor um Tor wurde aufgeholt, nach 43 Minuten hatten die Huntestädterinnen bereits neun Treffer in Durchgang zwei erzielt und auf 18:22 verkürzt. Und während bei den abstiegsbedrohten Göppingerinnen von Minute zu Minute die Kräfte nachließen, spielte die Bötel-Sieben immer stärker auf. Umgestellt auf eine 6:0-Deckung, mit einer starken Nele Reese zwischen den Pfosten, gelang Lisa-Marie Fragge in der 49. Minute der Ausgleich. Nur eine Minute später markierte Kathrin Pichlmeier mit dem 27:26 die zweite VfL-Führung im gesamten Spiel. Und die gab Oldenburg nicht mehr aus der Hand.

„Wir haben es in der 6:0-Deckung richtig gut gemacht und aggressiv gespielt“, fand Niels Bötel. „Es ist toll, dass wir uns immer auf unsere 6:0 verlassen können.“ Und auch in der Vorwärtsbewegung wusste seine Mannschaft in Durchgang zwei mit schnellen Angriffen zu überzeugen. „Wir haben in der zweiten Halbzeit mit richtig viel Tempo gespielt und sind super zurückgekommen“, jubelte der VfL-Coach.

In einer Woche steht für Oldenburg das nächste Liga-Heimspiel auf dem Programm. Am Sonntag, 9. Mai, 16.30 Uhr, trifft der VfL im Nord-Derby auf den Buxtehuder SV.

VfL Oldenburg – Frisch Auf Göppingen 31:30 (9:15)

VfL: Julia Renner, Nele Reese – Lisa Marie Fragge (2), Lana Teiken (2), Toni-Luisa Reinemann (7/2), Natacha Buhl, Marloes Hoitzing, Kathrin Pichlmeier (3), Merle Carstensen (8/3), Laura Kannegießer (1), Jenny Behrend (8), Luisa Knippert