VfL empfängt Pokalsieger Bietigheim

Trifft mit dem VfL auf ihren künftigen Verein Bietigheim: Jenny Behrend (Foto: Thorsten Helmerichs)

Vier Siege in Folge haben die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg zuletzt gefeiert, sind in der Tabelle bis auf Rang sieben geklettert. Doch im letzten Heimspiel in dieser Saison wartet auf die Huntestädterinnen am Mittwoch, 19. Mai, ein ganz harter Brocken. Ab 19.30 Uhr empfängt die Mannschaft von Trainer Niels Bötel die SG BBM Bietigheim – Bundesligazweiter und frischgebackener Pokalsieger. Für VfL-Rechtaußen Jenny Behrend ist es eine ganz besondere Begegnung.

27:23 im Halbfinale gegen Metzingen, 27:22 im Endspiel gegen Rosengarten: Mit einer starken Leistung im Final4 gewann Bietigheim am vergangenen Wochenende in Stuttgart zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den DHB-Pokal – drei Tage später sind die Pokalsiegerinnen nun an der Hunte zu Gast. „Für uns wird es eine harte Aufgabe“, glaubt VfL-Coach Niels Bötel, der die Favoritenrolle klar bei den Gästen sieht. „Sie gehören zu den besten Teams in Deutschland, mit unheimlich starken Spielerinnen. Wir wollen, wie schon in den letzten Spielen, alles raushauen. Aber wir wissen auch, dass bei uns viel passen muss, um einen Punkt zu holen.“

Dass Bietigheim die beiden Spiele vom Wochenende in den Knochen hat, sieht Bötel dabei nicht unbedingt als Vorteil für den VfL. „Bietigheim hat einen großen Kader, um das aufzufangen“, sagt er. Und: „Nach so einem erfolgreichen Wochenende ist es egal, was das nächste Spiel ist. Das haben wir bei unserem Pokalerfolg auch gemerkt.“ Der Oldenburger Coach nutzte das Pokalwochenende, um den Gegner noch einmal intensiv zu studieren. „Man hat in beiden Spielen gesehen, dass wenn sie auf den Tempoknopf drücken, es für jeden Gegner schwer wird“, analysiert Bötel.  Dazu sei der Tabellenzweite unheimlich variabel. „Wir wollen ihnen aber dennoch alles abverlangen“, so Bötel.

Für seine Spielerin Jenny Behrend dürfte das Duell gegen Bietigheim gleich im doppelten Sinne ein ganz besonderes werden. Nach sieben Jahren in Oldenburg bestreitet sie am Mittwoch ihr vorerst letztes Heimspiel im VfL-Dress – ausgerechnet gegen ihren zukünftigen Verein. „So langsam beginnt es zu kribbeln“, blickt Behrend auf ihren Abschied in der kleinen EWE-Arena. „Man denkt schon immer häufiger daran. Rund um das Spiel gilt es für mich aber, den Fokus auf den Sport zu legen“, sagt sie. Insbesondere die zwei Tage vor der Partie bereite sich das Team intensiv auf die Partie vor. „Vielleicht hilft es, dass wir nicht die zwei Spiele in den Beinen haben. Nichtdestotrotz ist Bietigheim durch ihre internationalen Wochen gewohnt doppelt zu spielen. Wir hoffen, dass wir so viel herausholen können, wie möglich.“

Zuschauer – so viel steht fest – werden der 25-Jährigen zum Abschied nicht von der Tribüne zujubeln können. „Das schmerzt schon sehr“, gesteht Behrend. „Ich hatte bis zuletzt die Hoffnung, dass vielleicht doch ein paar Fans in die Halle dürfen.“ So werde es nun ein ungewohnter Abschied werden. „Wir werden trotzdem das Beste daraus machen“, sagt die zweitbeste Oldenburger Torschützin in dieser Saison. „Wir können froh sein, dass wir überhaupt spielen dürfen.“