Rückkehr an die Hunte: Isabelle Jongenelen wechselt zum VfL

Wird wie 2018 ab sofort wieder im VfL-Trikot auflaufen: Isabelle Jongenelen (Foto: VfL)

Kurz vor Beginn der Vorbereitung auf die Bundesligasaison 2021/22 haben die Handballerinnen des VfL Oldenburg den dritten Neuzugang verpflichtet. Rückraumspielerin Isabelle Jongenelen wechselt von Bundesliga-Konkurrent HSG Blomberg-Lippe in die Huntestadt. Für die 29-jährige Niederländerin ist es, nach 2016 bis 2019, das zweite Engagement beim VfL. Mit ihrer Verpflichtung reagiert der Verein auch auf die Verletzung von Kreisläuferin Marie Steffen, die nach einer Operation am Syndesmoseband zum Saisonstart ausfällt.

Wer Isabelle Jongenelen vor rund einer Woche erzählt hätte, dass sie in der nächsten Spielzeit für den VfL Oldenburg auflaufen würde, für den hätte sie wohl nur ein müdes Lächeln übriggehabt. Nach zuletzt zwei Jahren bei der HSG Blomberg-Lippe hatte die 29-Jährige über ein Karriereende nachgedacht oder noch einmal mit einem Wechsel ins Ausland geliebäugelt. „Von den Angeboten hat mich aber keines wirklich überzeugt. Ich wollte nur aus Deutschland wegziehen, wenn alles passt“, erzählt die Niederländerin. „Dass ich noch einmal für Oldenburg auflaufen würde, hätte ich aber nicht geglaubt“, sagt sie.

Ein Gespräch mit ihrer ehemaligen Teamkollegin Kim Birke vor einigen Wochen, in dem sie über eine mögliche Rückkehr zum VfL witzelte, brachte den Stein ins Rollen. „Als mich Andreas Lampe am Montag angerufen hat, hatte ich das Gespräch schon fast vergessen“, gesteht sie. Doch ihre Überraschung wich schnell der Vorfreude auf ihr zweites Engagement in der Huntestadt. „Ich hatte ohnehin schon entschieden, nach meiner Karriere in Oldenburg zu wohnen. Da habe ich nicht lange überlegt und zugesagt.“ Gerade einmal vier Tage nach dem ersten Telefonat war der Vertrag unterschrieben.

 

Sönke Spille, Presseverantwortlicher VfL Oldenburg GmbH

Mit Trainer Niels Bötel und einem Großteil ihrer ehemaligen Mitspielerinnen trifft die Niederländerin auf viele alte Bekannte. „Von einigen früheren Mitspielerinnen habe ich eigentlich einmal im Monat gehört, dass ich zurückkommen solle“, lacht Jongenelen. „Als sie von meinem Wechsel gehört haben, war die Freude bei allen riesig.“ Bereits von 2016 bis 2019 lief die Linkshänderin für den VfL Oldenburg auf. „In meinem ersten Jahr haben wir ziemlich unerwartet die Hauptrunde im Europapokal erreicht“, erzählt sie. Zur zweiten Saison übernahm dann Niels Bötel den Trainerposten. „Für viele war es eine große Umgewöhnung. Es hat aber ziemlich schnell geklappt, auch wenn es für mich in diesem Jahr nicht wirklich rund lief“, erinnert sich Jongenelen an ihren Kreuzbandriss zu Saisonbeginn und die sechs Monate dauernden Rehamaßnahmen im Anschluss. „Ich wollte unbedingt zum Final 4 wieder dabei sein.“ Den Titelgewinn konnte sie schlussendlich von der Bank bejubeln.

Nun möchte die 29-Jährige noch einmal im VfL-Dress angreifen. „Ich bin mir bewusst, dass ich eine der älteren Spielerinnen bin. Für mich ist es aber gut, dass Niels weiß, was ich kann und was ich nicht kann.“ Insbesondere mit ihrer Härte in der Abwehr, ihrer Größe im Angriffsspiel und der nötigen Ruhe in wichtigen Situationen wolle sie das Team unterstützen. „Wenn es nötig ist, spiele ich auf der Position, auf der ich benötigt werde“, sagt sie. Die Entwicklung des jungen Oldenburger Teams habe sie in den vergangenen zwei Jahren in Blomberg dabei intensiv verfolgt. „Ich denke, dass wir in vielen Spielen der Underdog sind. Aber mit der Mischung aus Alt und Jung ist die eine andere Überraschung möglich“, so Jongenelen. „Ich hoffe, dass wir dann Klassenerhalt möglichst früh schaffen und dann kann man schauen, was noch möglich ist.“             

VfL-Trainer Niels Bötel steht mit der Verpflichtung eine weitere Spielerin für den Rückraum zur Verfügung. „Es ist super, dass wir noch mehr Erfahrung im Kader bekommen“, sagt Bötel. Linkshänderin Jongenelen, die mit Blomberg auch im Europapokal spielte, soll dabei nicht nur mit „Leistung auf der Platte brillieren“ (Bötel), sondern den jungen Spielerinnen auch in ihrer Entwicklung unterstützen. „Isabelle sagt auch ihre Meinung, hinterfragt Sachen. Sie weiß, wie wir spielen wollen. Jetzt kommt es nur noch auf die Abstimmungen mit ihren Mitspielerinnen an.“

Geschäftsführer Andreas Lampe freut sich ebenfalls über die Rückkehr der Niederländerin. „Ich glaube es ist für beide Seiten eine Win-Win-Situation“, sagt er. „Die Verpflichtung soll aber nicht bedeuten, dass wir von unserem Weg, junge Spielerinnen auszubilden, abweichen wollen“, betont Lampe. Vielmehr habe man die Möglichkeit gesehen, den Kader breiter aufzustellen. „Isabelle kennt unsere Spielsysteme bereits und kann uns sofort helfen“, sagt der VfL-Geschäftsführer. „Bei Blomberg hat sie insbesondere im Final-4-Halbfinale Verantwortung übernommen. Sie passt super in unsere Mannschaft.“

Mit der Verpflichtung von Isabelle Jongenelen reagiert Oldenburg auch auf den Ausfall von Marie Steffen. Die Kreisläuferin wurde nach einer Verletzung am Syndesmoseband am Dienstag operiert. „Sie wird die Vorbereitung und den Saisonstart verpassen“, sagt VfL-Coach Niels Bötel. „Wenn man gesehen hat, wie wichtig Marie für uns am Kreis und in der Abwehrarbeit ist, trifft uns ihr Ausfall. Ich bin mir aber sicher, dass wir, auch durch die Verpflichtung von Isabelle, die Lücke gemeinsam schließen werden.“