Vorfreude pur: VfL eröffnet Bundesliga-Saison gegen Zwickau vor großer Kulisse

Wenn am Samstag (30. August, 18 Uhr) die große EWE Arena ihre Tore öffnet, beginnt für die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg eine neue Spielzeit – und das direkt mit einem Höhepunkt. Zum zweiten Mal in Folge startet das Team von Trainer Niels Bötel vor großer Kulisse in die Saison. Gegner ist der BSV Sachen Zwickau. Vor einem Jahr feierten die Oldenburgerinnen dort einen 28:25-Erfolg gegen Neckarsulm. Nun soll für das Team um ihre neue Kapitänin Marie Steffen gegen die Sächsinnen eine erfolgreiche Neuauflage gelingen.

„Wir freuen uns riesig auf die vielen Zuschauer. Vor so einer Kulisse zu spielen, ist einfach großartig – und dass wir diese Resonanz nun schon im zweiten Jahr haben, zeigt, was der VfL hier bewegt“, sagt Coach Niels Bötel, der den VfL seit 2017 trainiert und in seine neunte Bundesliga-Saison geht. Am Freitag wird sein Team noch ein Abschlusstraining in der Arena absolvieren, „damit wir die Kabinen und Abläufe kennen und uns am Samstag voll auf das Spiel konzentrieren können“.

Ein erstes Pflichtspiel hat der VfL bereits hinter sich: In der 1. Runde des DHB-Pokals setzte es am vergangenen Wochenende einen souveränen 42:20-Sieg beim Frankfurter HC. „Wir haben uns gut entwickelt, und gerade die neuen Spielerinnen haben schon deutliche Fortschritte gemacht“, zieht Bötel ein positives Fazit – auch, wenn personell nicht alles nach Plan läuft. Mit Lotta Röpcke und Toni Reinemann fallen zwei wichtige Stützen verletzt aus. „Beide werden zum Auftakt wohl fehlen. Das bedeutet, dass andere nun noch stärker in den Vordergrund rücken müssen“, so Bötel.

Damit rücken auch die jungen Kräfte in den Fokus, die im Sommer zum VfL stießen – und auf das erfahrene Trio um Merle Lampe, Luisa Knippert und Lena Feiniler folgen. „Die Neuen müssen sich noch an die Härte im Training und an die Bundesliga gewöhnen. Aber das Zusammenspiel funktioniert schon sehr gut“, blickt Bötel auf die Neuzugänge um Joanna Granicka, Laurentia Wolff und Emma Bächtiger im Rückraum. Das zeigte sich bereits beim Pokalspiel – auch wenn die Oldenburgerinnen dort gleich zu Beginn einige hochkarätige Chancen liegen ließen. „Wir haben uns durch eine gute Abwehrarbeit viele Möglichkeiten erarbeitet, aber mehrere Hundertprozentige gleich am Anfang vergeben. Das dürfen wir uns in der Bundesliga nicht erlauben.“ Helfen dürfte hier auch Nationalspielerin Jenny Behrend auf Rechtsaußen, die sich dem VfL noch kurz vor dem Saisonbeginn anschloss.

Mit BSV Sachsen Zwickau wartet zum Auftakt nun ein Kontrahent, gegen den Oldenburg in der vergangenen Saison beide Ligaspiele gewinnen konnte. Doch Bötel warnt: „Zwickau spielt eine aggressive, aktive Deckung. Gerade im ersten Drittel des Spiels wird es für uns entscheidend sein, uns daran zu gewöhnen und die Chancen konsequent zu nutzen.“ Zumal sei das Team eingespielt, habe sich hochkarätig verstärkt und werde – so glaubt der VfL-Coach – eine andere Rolle als in der vergangenen Saison spielen, als der BSV in den Play-Downs um den Klassenerhalt kämpfte.

Apropos Bundesliga-Saison: Diese dürfte sich, nach der Insolvenz des HB Ludwigsburg, offener denn je gestalten. Nur elf statt zwölf Teams gehen an den Start, der geplante Modus wurde kurz vor dem Saisonstart noch einmal angepasst – ein vorzeitiger Klassenerhalt ist nur als eines der besten vier Teams der Hauptrunde möglich. So wittern nun einige Klubs, oben mitzuspielen. Beim VfL bleibt man realistisch. „Es wäre vermessen, wenn wir von den Top-4 sprechen würden. Unser Ziel ist es, uns so schnell wie möglich den Klassenerhalt zu sichern. Entscheidend ist, dass wir uns weiterentwickeln – die Spielerinnen, das Team, der ganze Verein“, betont Bötel.

Für Samstag gilt es aber zunächst einmal, gut in die Saison zu starten – und den Fans eine tolle Partie zu liefern. „Wir wollen bis ans Ende fighten – und natürlich auch die zwei Punkte holen“, verspricht Bötel.