Die Handballerinnen des VfL Oldenburg haben in der Gruppenphase der EHF European League ein starkes Zeichen gesetzt. Eine Woche nach der Heimniederlage gegen Lokomotiva Zagreb feierte das Team von Trainer Niels Bötel beim norwegischen Vertreter Tertnes Bergen einen verdienten 31:26-Auswärtssieg (13:16) und sicherte sich damit die ersten Punkte in Gruppe C. Beste Torschützin war Toni Reinemann mit neun Treffern.
Wie schon zum Europapokal-Auftakt erwischte der VfL allerdings keinen guten Start. Wieder ließ Oldenburg zu Beginn mehrere klare Chancen ungenutzt und geriet früh ins Hintertreffen. Nach wenigen Minuten stand es 0:4 aus Sicht der Gäste. Doch anders als noch gegen Zagreb ließ sich der Bundesligist davon nicht nachhaltig aus dem Konzept bringen. Nach einer frühen Auszeit fand Oldenburg besser ins Spiel, erhöhte das Tempo und arbeitete sich Schritt für Schritt heran.
In der Phase vor der Halbzeit schlichen sich jedoch erneut Unkonzentriertheiten ein. Vor allem im Umschaltspiel bekam Oldenburg Probleme. „In Richtung Halbzeit sind wir wieder ins Hintertreffen geraten, weil wir es nicht geschafft haben, die erste und zweite Welle zu unterbinden“, analysierte Bötel. Positiv aus seiner Sicht: „Im Sechs-gegen-sechs standen wir defensiv gut.“ Dennoch ging es mit einem 13:16-Rückstand in die Kabine.
In der Halbzeitpause wurde genau dort angesetzt. Die Oldenburgerinnen stabilisierten ihre Abwehr weiter und steigerten sich im Angriff deutlich. „Das war auch der Kritikpunkt in der Pause“, sagte Bötel. „Defensiv haben wir es dann sehr solide zu Ende gespielt – wie schon in fast allen Spielen in dieser Saison.“ Entscheidend war jedoch die höhere Konsequenz im Abschluss: „Im Angriff hatten wir zuvor wieder das eine oder andere Problem, weil wir die freien Chancen nicht genutzt haben. Das haben wir in der zweiten Halbzeit dann deutlich besser gemacht und konzentrierter gespielt.“
Mit zunehmender Spieldauer kippte die Partie zugunsten des VfL. Oldenburg blieb geduldig, erspielte sich weiterhin gute Möglichkeiten und verwertete diese nun auch. „Wir haben uns weiterhin unsere freien Chancen herausgespielt und diese dann auch verwandelt“, so Bötel. In der Schlussphase setzte sich der Bundesligist mit einem Zwischenspurt entscheidend ab. Spätestens mit dem neunten Treffer der überragenden Toni Reinemann war der Auswärtssieg besiegelt.
„Am Ende haben wir verdient gewonnen. Super, dass wir die ersten zwei Punkte in der Gruppenphase geholt haben“, bilanzierte der Trainer zufrieden. In der Tabelle rückte der VfL Oldenburg damit auf Platz zwei vor. Die Gruppe bleibt jedoch eng beisammen: Im Parallelspiel trennten sich Lokomotiva Zagreb und CS Rapid Bukarest 28:28.
Für die Huntestädterinnen geht es nun Schlag auf Schlag weiter. Am Mittwoch, 21. Januar (19 Uhr), steht zunächst das Bundesliga-Auswärtsspiel bei der HSG Bensheim/Auerbach an, ehe am Samstag, 24. Januar, das nächste Europapokalduell bei CS Rapid Bukarest wartet.
Tertnes Bergen – VfL Oldenburg 26:31 (16:13)
VfL: Kohorst, Humpert – Borutta, Teiken (2), Reinemann (9), Martens, Steffen (3), Pfundstein, Granicka (6), Röpcke (2), Wolff, Korsten, Golla (3), Behrend (3), Fragge (3)
