Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Handballerinnen des VfL Oldenburg derzeit nicht. Nach der Reise ins norwegische Bergen und dem überzeugenden Bundesliga-Auftritt in Bensheim steht nun bereits das dritte Auswärtsspiel in Serie an. Zum Abschluss der Hinrunde in der European League gastieren die Huntestädterinnen am Samstag, 24. Januar, um 16 Uhr bei CS Rapid Bukarest – und wollen den Schwung aus den jüngsten Erfolgen mitnehmen.
Die Form spricht für den VfL. Auf den Sieg gegen Tertnes Bergen folgte ein eindrucksvoller 41:29-Erfolg beim Tabellendritten HSG Bensheim/Auerbach – sehr zur Freude von Trainer Niels Bötel. Er bescheinigte seinem Team eine gute Leistung, in dem die VfL-Frauen „richtig gut reagiert und bis zum Ende gefightet“ (Bötel) haben. Auffällig sei zudem gewesen, dass „kaum etwas von den Reisestrapazen zu spüren“ gewesen sei – im Gegenteil, im Vergleich zum Spiel zuvor habe er eine klare Weiterentwicklung gesehen, etwa im schnelleren Reagieren auf Gegentore. Aus diesem Erfolg, so Bötel, könne das Team „definitiv jede Menge für die nächsten Spiele mitnehmen“.
Mit diesem Rückenwind reist der VfL nun nach Rumänien. Wie schon vor dem Spiel in Bergen macht sich die Mannschaft einen Tag vor der Partie auf den Weg. So startete die Reise am Freitagmorgen um 3.30 Uhr in Oldenburg in Richtung Flughafen Bremen. Von dort ging es für die Reisegruppe über München nach Bukarest. Das Ziel: Mittags vor Ort sein, um sich mit einem Abschlusstraining optimal auf das Spiel am Samstag vorzubereiten. Sportlich wartet in Bukarest jedoch eine ganz andere Herausforderung als zuletzt. Bötel erwartet „einen komplett anderen Spielstil“ als in den Begegnungen zuletzt. Rapid verfüge über eine „kräftige, große Kreisläuferin, die die Sperren gut halten kann und sehr gut anspielbar ist“, dazu komme eine zweite Welle mit hohem Tempo. Insgesamt habe Bukarest „enorm starke Einzelspielerinnen im Kader“.
Das dürfte auch ein Blick in die Historie verraten. CS Rapid Bukarest wurde sechsmal rumänischer Meister, zuletzt 2022, und spielte in der vergangenen Saison noch in der Champions League. Dass das Team in der aktuellen Vorrunde bislang „nur“ zwei Unentschieden geholt hat, spiegelt aus Sicht von Bötel keineswegs das tatsächliche Leistungsvermögen wider. Für ihn ist Rapid „nicht nur der klare Favorit auf den Gruppensieg, sondern auch ein Team für das Final4“. Gerade deshalb sieht der Oldenburger Coach sein Team in einer besonderen Rolle: Nach den beiden Remis stehe Bukarest unter Druck und müsse unbedingt den ersten Sieg einfahren. Der VfL hingegen will befreit aufspielen. „Wir wollen ihnen Paroli bieten“, kündigte Bötel an – und ließ zugleich durchblicken, dass genau darin auch eine Chance liegen könnte. Vielleicht, so der Oldenburger Coach, bietet sich die Chance auf Zählbares in Bukarest. Bötel: „Die wollen wir dann unbedingt nutzen.“ Und damit den dritten Sieg in einer Woche quer durch Europa feiern.
