Duell mit langer Tradition: VfL Oldenburg tritt zum 65. Nordderby beim Buxtehuder SV an

Wenn die Halle Nord in Buxtehude bebt, Trommeln den Takt vorgeben und sich Grün-Weiß und Blau-Gelb auf dem Feld gegenüberstehen, dann ist klar: Es ist wieder Zeit für das Nordderby. Am Mittwochabend (19.30 Uhr) treffen der Buxtehuder SV und der VfL Oldenburg aufeinander – ein Duell, das seit Jahrzehnten Emotionen weckt, für Gänsehaut sorgt und regelmäßig Werbung für den Frauenhandball im Norden macht.

Es ist bereits das 65. Bundesliga-Aufeinandertreffen zweier Vereine, deren Rivalität bis in die Saison 1989/90 zurückreicht. Am 18. Oktober 1989 kam es zum ersten Nordderby in der Frauen-Bundesliga, das der VfL Oldenburg mit 23:20 gewann. Seither folgten zahlreiche packende Begegnungen mit meist engen Spielverläufen und stimmungsvollen Zuschauerrängen. Die Bilanz unterstreicht die Ausgeglichenheit dieser Rivalität: 31 Siege für Buxtehude, 29 Erfolge für Oldenburg sowie vier Unentschieden stehen bislang zu Buche. Auch das Hinspiel in dieser Saison war intensiv, ging Mitte Oktober in der kleinen EWE Arena jedoch mit 29:23 an den VfL.

Vor dem Rückspiel scheinen die Vorzeichen allerdings eher zugunsten der Huntestädterinnen zu sprechen. Trotz der Doppelbelastung durch die Gruppenphase der EHF European League präsentierte sich Oldenburg in der Bundesliga zuletzt in starker Form. Deutliche Siege gegen die HSG Bensheim/Auerbach (41:29) und den SV Union Halle-Neustadt (34:29) festigten Tabellenplatz fünf (14:10 Punkte). Der Buxtehuder SV hingegen steckt mit 3:25 Punkten weiterhin im Tabellenkeller. Am vergangenen Wochenende gelang dem Tabellenletzten jedoch ein Achtungserfolg: Beim Auswärtsspiel bei Frisch Auf Göppingen holte der BSV einen wichtigen Punkt – es war zugleich der erste Zähler in fremder Halle in dieser Saison.

Die Ausgangslage vor dem Rückrundenduell ähnelt damit der vor dem Hinspiel, allerdings unter veränderten Rahmenbedingungen. Mit Nicolaj Andersson steht seit Kurzem ein neuer Trainer an der Seitenlinie der Buxtehuderinnen, die zuvor über lange Zeit von Dirk Leun gecoacht wurden. Für die Gastgeberinnen wird es entscheidend sein, an die positiven Aspekte des letzten Auftritts anzuknüpfen und die eigenen Stärken konsequent auf die Platte zu bringen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei weiterhin auf der Chancenverwertung, die bereits im Hinspiel ein entscheidender Faktor war.

Der VfL Oldenburg reist mit Rückenwind nach Buxtehude. Neben den jüngsten Ligaerfolgen sammelten die Oldenburgerinnen auch international wichtige Erfahrungen. So wartet bereit am Sonntag das Duell mit CS Rapid Bukarest auf die Huntestädterinnen. Der Fokus für VfL-Trainer Niels Bötel und sein Team liegt zuvor aber ausschließlich auf dem Duell mit Buxtehude. „Ein Derby ist immer etwas Besonderes, egal auf welchem Tabellenplatz die beiden Teams nun stehen“, betont er dabei: „Wie schon gegen Halle-Neustadt kommt es darauf an, dass wir von Beginn an da sind, defensiv sicher stehen und unsere Chancen wieder verwerten.“