Was für ein Abend in der EWE-Arena: Handball-Bundesligist VfL Oldenburg hat mit einem 35:30 (17:19)-Erfolg gegen den Thüringer HC eine lange Serie gebrochen. Vor mehr als 1.350 Zuschauerinnen und Zuschauern in der kleinen EWE Arena war es der erste Bundesliga-Sieg gegen die Thüringerinnen seit dem 26. Februar 2012. In den darauffolgenden 27 Duellen hatte es 26 Niederlagen und ein Remis gesetzt. Insgesamt war es erst der siebte Erfolg im 41. Aufeinandertreffen – und das zu einem Zeitpunkt, an dem kaum jemand damit gerechnet hatte.
Nach zuletzt zwei Niederlagen in Bundesliga und European League sowie mit einem weiterhin engen Kader trotz Doppelbelastung standen die Vorzeichen für die Oldenburger Bundesliga-Handballerinnen vor dem Duell mit dem Thüringer HC alles andere als günstig. Doch die Huntestädterinnen trotzten allen Widrigkeiten – mit Leidenschaft, taktischer Disziplin und einer geschlossenen Mannschaftsleistung. „Ich hatte schon grundsätzlich in der ersten Halbzeit das Gefühl, dass dieses Mal etwas möglich ist“, sagte VfL-Trainer Niels Bötel nach der Partie. Und tatsächlich präsentierten sich seine Spielerinnen von Beginn an hellwach. „Wir haben ab der ersten Minute in der Abwehr gut verteidigt“, so Bötel. Zwar lag Oldenburg zur Pause mit 17:19 zurück, doch der Rückstand war vor allem kleinen Unsauberkeiten im Angriff geschuldet. „In der ersten Halbzeit haben wir im Angriffsspiel noch eins, zwei Fehler gemacht, die Thüringen in der Ersten und Zweiten Welle gut ausgenutzt hat.“
Dennoch blieb der VfL dran – auch dank einer mutigen taktischen Marschroute. „Wir wussten vor dem Spiel, dass es für uns mit einer siebten Feldspielerin deutlich besser passt“, erklärte Bötel. Mit dem zusätzlichen Feldvorteil wollte er das Spieltempo kontrollieren – auch mit Blick auf den kleinen Kader. Nach dem Seitenwechsel zahlte sich dieser Plan aus. Angeführt von einer überragenden Joanna Granicka (11/5 Tore), Marie Steffen (9) und Toni-Luisa Reinemann (8) drehte Oldenburg die Partie. Granicka verwandelte sicher vom Siebenmeterpunkt, Reinemann erzielte in der 39. Minute die erste Führung zum 23:22. In der Defensive wuchs Torhüterin Madita Kohorst über sich hinaus, parierte unter anderem einen Siebenmeter und kam insgesamt auf 13 Paraden.
„In der zweiten Halbzeit haben wir den Vorsprung dann super herausgearbeitet und bis zum Ende gut verwaltet“, analysierte Bötel zufrieden. Tatsächlich setzten sich die Gastgeberinnen Tor um Tor ab. Spätestens beim 31:26 durch Reinemann (53.) war die Arena endgültig elektrisiert. Oldenburg hielt die Torwurfquote hoch und blieb auch in der Schlussphase souverän. „Top war, dass wir in der zweiten Halbzeit die Torwurfquote hochgehalten haben“, betonte der VfL-Coach. Als Granicka in der 59. Minute zum 35:30-Endstand traf, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Es war der verdiente Lohn für eine konzentrierte und leidenschaftliche Leistung über 60 Minuten. „Es ist eine super Mannschaftsleistung gewesen. Am Ende haben wir auch in der Höhe verdient gewonnen“, resümierte Bötel.
Nach dem 41:29-Auswärtssieg bei der HSG Bensheim/Auerbach fügten die VfL-Handballerinnen somit dem nächsten Team aus der Top4 eine Niederlage zu. Das nächste Ligaspiel steht am Mittwoch, 18. Februar, bei der Sport-Union Neckarsulm bevor. Zuvor steht am Sonntag, 15. Februar, das Auswärtsspiel in der EHF European League bei HC Lokomotive Zagreb auf dem Programm.
VfL Oldenburg – Thüringer HC 35:30 (17:19)
VfL: Kohorst, Humpert – Teiken (1), Martens, Korsten, Behrend (3), Steffen (9), Pfundstein (1), Borutta (1), Reinemann (8), Granicka (11/5), Golla (1), Fragge, Oetjen
