Nächster Karriereschritt: Pam Korsten verlässt den VfL Oldenburg nach Dortmund

Der nächste personelle Einschnitt für den VfL Oldenburg: Nach Marie Steffen wird auch Pam Korsten den Handball-Bundesligisten trotz laufenden Vertrages vorzeitig verlassen. Die 22-jährige Rechtsaußen schließt sich im Sommer 2026 dem aktuellen Tabellenführer Borussia Dortmund an – und damit einem Klub mit Champions-League-Perspektive.

Für die Verantwortlichen an der Hunte ist es die zweite Vertragsauflösung binnen kurzer Zeit. „Der BVB ist auf mich zugekommen und angefragt, ob sie Pam trotz laufenden Vertrages verpflichten können. Wir kennen das schon von Marie Steffen“, erklärt Geschäftsführer Andreas Lampe. Man habe daraufhin das Gespräch mit der Spielerin gesucht. „Pam hat sich alles angehört und sich dann für die Chance auf die Champions League, näher an die Heimat zu ziehen und als Profi in der Bundesliga zu spielen entschieden. Dem wollen wir als Verein nicht im Wege stehen“, betont Lampe. Die Gespräche mit Dortmund beschreibt er als offen und fair. Über die Ablösemodalitäten vereinigten beide Vereine Stillschweigen.

Für Korsten ist es der nächste Schritt in einer noch jungen, aber bemerkenswerten Karriere. Im Sommer 2023 war die Niederländerin vom Zweitligisten TuS Lintfort nach Oldenburg gewechselt – damals noch im Schatten einer Kreuzbandverletzung. Statt eines fließenden Bundesliga-Starts warteten zunächst Reha-Einheiten. Doch Korsten kämpfte sich zurück, debütierte im Herbst und entwickelte sich rasch zu einer festen Größe auf Rechtsaußen.

In ihrer ersten vollständigen Saison kam sie auf 22 Bundesligaeinsätze und 42 Tore, erreichte mit dem Team das Final4 und belegte am Ende Rang drei. Auch in der laufenden Spielzeit zeigte sie ihre Qualität: In 14 Ligaspielen erzielte sie 25 Treffer, beim 41:29-Auswärtssieg in Bensheim/Auerbach Mitte Januar ragte sie mit sieben Toren heraus. Im Dezember 2024 hatte sie ihren Vertrag sogar noch bis 2027 verlängert – mit dem erklärten Ziel, sich in Oldenburg zur etablierten Bundesligaspielerin zu entwickeln. Dass es sie nun vorzeitig in Richtung Nordrhein-Westfalen zieht, sei Ausdruck ihrer Ambitionen. „Wir freuen uns für Pam, dass sie den nächsten Schritt in ihrer Karriere gehen kann. Sich in der Champions League mit den besten Spielerinnen Europas messen zu können, ist der Traum jeder jungen Spielerin.“

Für den VfL bedeutet der Abgang allerdings erneuten Handlungsbedarf. „Wir müssen natürlich schauen, wie wir uns jetzt auf der Rechtsaußenposition aufstellen“, sagt Lampe. Man befinde sich in Gesprächen mit möglichen Kandidatinnen und stehe „auch mit Jenny Behrend weiterhin im Austausch“. Trotz der nächsten Vakanz – nach Steffen nun Korsten – zeigt sich der Oldenburger Geschäftsführer, der nun mit Cheftrainer Niels Bötel zusätzliche Arbeit in der Kaderplanung bekommt, zuversichtlich: „Ich bin optimistisch, dass wir eine gute Lösung für die nächste Saison finden.“ In Panik werde man in der Huntestadt definitiv nicht verfallen. Vielmehr bleibe der Weg des VfL klar definiert. „Wir werden sicherlich eine Lösung finden, die zum Verein VfL Oldenburg und zu unserem Weg passt.“