Die Handballerinnen des VfL Oldenburg haben im Verfolgerduell der Bundesliga ein starkes Zeichen gesetzt. Beim direkten Konkurrenten, der Sport-Union Neckarsulm, holte das Team von Trainer Niels Bötel ein 26:26 (13:14) und behauptete damit seine Position im oberen Tabellendrittel. In einer intensiven Begegnung auf Augenhöhe bewies der VfL vor allem in der Schlussphase große Nervenstärke.
Anders als noch zuletzt in Zagreb erwischten die Oldenburgerinnen diesmal einen konzentrierten Auftakt. Joanna Granicka und Marie Steffen sorgten früh für eine Führung, Granicka legte wenig später nach. Doch die Gastgeberinnen fanden schnell in ihren Rhythmus, nutzten Tempogegenstöße und lange Pässe konsequent und drehten die Partie zwischenzeitlich zu ihren Gunsten. Oldenburg setzte phasenweise auf die siebte Feldspielerin, um im Angriff Überzahl zu schaffen. Das brachte zwar Struktur ins Positionsspiel, öffnete aber auch Räume für schnelle Gegentreffer. Nach gut zehn Minuten lag der VfL mit drei Toren zurück. Im weiteren Verlauf stabilisierte sich die Defensive. Torhüterin Madita Kohorst setzte mit wichtigen Paraden Akzente und leitete mehrfach schnelle Gegenstöße ein. Im Angriff agierten die Gäste nun variabler, Jane Martens übernahm Verantwortung und stellte den Anschluss her. Trotz zwischenzeitlicher Unterzahl blieb Oldenburg im Spiel und hielt die Begegnung bis kurz vor der Pause offen. Mit einem knappen Rückstand ging es in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel dauerte es etwas, bis der VfL wieder Fahrt aufnahm. Pam Korsten setzte ein erstes Zeichen, wenig später sorgte sie mit einem abgefangenen Ball und einem mustergültigen Zuspiel auf Martens für den Ausgleich. Die Partie wogte nun hin und her. Mitte der zweiten Halbzeit übernahm Oldenburg erstmals wieder die Kontrolle. Lisa Borutta traf doppelt – darunter sehenswert nach einem Kempa-Anspiel – und bereitete einen weiteren Treffer vor. Die Gäste führten mit zwei Toren, verpassten es jedoch, den Vorsprung weiter auszubauen. Neckarsulm antwortete prompt. Als die Gastgeberinnen sich in der Schlussviertelstunde erneut absetzten und fünf Minuten vor dem Ende mit drei Treffern vorne lagen, schien das Momentum auf ihrer Seite. Doch der VfL stemmte sich entschlossen gegen die drohende Niederlage. Die Abwehr arbeitete konsequent, zwang Neckarsulm zu Fehlern, während im Angriff geduldig ausgespielt wurde. Golla und Granicka verkürzten, ehe die junge Mikkeline Oetjen in der hektischen Endphase Übersicht bewies und Golla in Szene setzte. Kurz darauf eroberte Golla selbst den Ball und leitete den letzten Angriff ein. Korsten behielt die Ruhe und traf mit Ablauf der Uhr zum umjubelten Ausgleich.
Lange Zeit zum Durchatmen bleibt jedoch nicht. Bereits am Sonntag wartet im letzten Gruppenspiel der European League das entscheidende Duell gegen Tertnes Bergen. Stattfinden wird die Partie dabei in ungewohnter Spielstätte – in Buxtehude. Hier geht es für die Huntestädterinnen um nichts weniger als den Einzug ins Viertelfinale – und dafür wird ein Sieg benötigt.
Sport-Union Neckarsulm – VfL Oldenburg 26:26 (14:13)
VfL: Kohorst, Humpert – Borutta (2), Teiken (2), Reinemann (3), Martens (4), Steffen (2), Oetjen, Pfundstein (2), Granicka (6/1), Korsten (4), Golla (2), Behrend (1), Fragge
