Für die Handballerinnen des VfL Oldenburg steht am Sonntag (16 Uhr) in Zagreb eine richtungsweisende Partie auf dem Programm. In der Gruppenphase der EHF European League gastiert das Team von Trainer Niels Bötel beim kroatischen Tabellenzweiten HC Lokomotive Zagreb – und benötigt zwingend einen Sieg, um die Chance auf das Viertelfinale zu wahren.
Mit bislang einem Erfolg aus vier Spielen rangieren die Huntestädterinnen aktuell auf Rang vier der Vorrundengruppe C. Mit einem Auswärtssieg könnten sie jedoch bis auf einen Punkt an Zagreb heranrücken und sich damit ein echtes „Finale“ im abschließenden Gruppenspiel gegen Tertnes Bergen erspielen. Entsprechend klar ist die Ausgangslage. „Wir wollen ins Spiel reingehen, mit dem Ziel, zu gewinnen. Es hat schon ein wenig etwas von einem ersten K.o.-Spiel, dass wir unbedingt den Sieg benötigen, um noch die Chance zu haben, eine Runde weiterzukommen“, sagt Niels Bötel: „Das Ziel ist es, sich mit zwei Punkten ein mögliches Finale gegen Bergen erspielen.“
Das erste Aufeinandertreffen Mitte Januar in der kleinen EWE-Arena endete mit einer 24:27-Niederlage. Nach einer schwachen ersten Halbzeit kämpfte sich der VfL zwar noch einmal eindrucksvoll zurück, kam letztlich aber zu spät. Nun soll es in der kroatischen Hauptstadt anders laufen. „Es ist grundsätzlich alles möglich, genauso wie im Hinspiel auch“, betont Bötel. Allerdings weiß der Oldenburger Coach genau, wo die Stellschrauben liegen. „Wir dürfen aber der Zagreber Torhüterin nicht wieder dabei helfen, mehr als 50 Prozent abgewehrte Bälle zu ermöglichen, müssen im Angriff geduldig bleiben.“ Genau diese Geduld und Effizienz im Abschluss werden entscheidend sein – etwas, das der VfL in dieser Europapokalsaison auswärts bereits unter Beweis gestellt hat. „Das haben wir auch auswärts beim Sieg in Bergen geschafft“, erinnert Bötel.
Die Partie in Zagreb bringt für sein Team zudem viele neue Eindrücke mit sich. „Wir sind in einem neuen Land, in einer neuen Halle, es gibt neue Schiedsrichter und eine neue Aufgabe für uns. Das Spiel wird somit wieder viele neue Erfahrungen für uns bringen.“ Der VfL-Coach sieht das als Möglichkeit für die jungen Spielerinnen, sich weiterzuentwickeln. Und: Rückenwind verschafft der jüngste Bundesliga-Erfolg. Mit dem furiosen 35:30 gegen den Thüringer HC durchbrach Oldenburg am Mittwoch eine jahrelange Negativserie und überzeugte mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Die personelle Situation bleibt allerdings unverändert und somit angespannt. So stehen dem Oldenburger Trainer wohl erneut nur vier etatmäßige Rückraumspielerinnen zur Verfügung. Eine gewisse Portion Selbstbewusstsein versprühen die VfL-Handballerinnen dennoch. Bötel: „Wenn wir unsere Leistung wieder wie am Mittwoch abrufen, dann ist auf jeden Fall etwas drin!“
