Der Traum vom Viertelfinale ist geplatzt – doch der VfL Oldenburg hat sich mit einer engagierten Leistung aus der European League verabschiedet. In der Halle Nord in Buxtehude unterlag das Team von Trainer Niels Bötel dem norwegischen Vertreter Tertnes Bergen mit 32:36 (15:15). Weil parallel Lokomotiva Zagreb sein Spiel gewann, war das Weiterkommen unabhängig vom eigenen Resultat nicht mehr möglich.
Vor 554 Zuschauerinnen und Zuschauern – darunter viele mitgereiste VfL-Fans – starteten die Oldenburgerinnen entschlossen. Keine halbe Minute war gespielt, da brachte Joanna Granicka ihr Team in Front. Auch in der Folge zeigte sich der Bundesligist spielfreudig, kombinierte variabel und erspielte sich eine erste Zwei-Tore-Führung.
Offensiv präsentierte sich der VfL ideenreich, defensiv jedoch tat sich die Mannschaft gegen die dynamischen Norwegerinnen schwer. Bergen nutzte das hohe Tempo konsequent und kam immer wieder zu schnellen Abschlüssen. Nach einer Viertelstunde war der Vorsprung dahin, zur Pause stand ein leistungsgerechtes 15:15 auf der Anzeigetafel.
Direkt nach Wiederbeginn geriet Oldenburg erstmals deutlicher ins Hintertreffen. Drei Gegentreffer in Serie zwangen den VfL in die Verfolgerrolle. Doch angeführt von Toni Reinemann stemmte sich das Team gegen den Rückstand. Innerhalb weniger Minuten war der Ausgleich wieder hergestellt. Auch Pam Korsten setzte wichtige Akzente von außen.
Die Partie gewann nun weiter an Intensität. Beide Mannschaften wussten um ihre theoretische Chance aufs Weiterkommen, entsprechend hoch war die Schlagzahl. Oldenburg kämpfte sich mehrfach heran, egalisierte einen Zwei-Tore-Rückstand und hielt das Spiel bis weit in die zweite Halbzeit offen.
Mit zunehmender Spieldauer machte sich jedoch die Belastung bemerkbar. In der dritten Englischen Woche in Folge fehlten weiterhin mehrere Rückraumspielerinnen verletzungsbedingt, zudem war auch Nachwuchsspielerin Mikkeline Oetjen kurzfristig ausgefallen. Der dezimierte Kader verlangte den verbliebenen Kräften alles ab.
Als Bergen in der Schlussphase erneut auf vier Tore davonzog, wurde die Aufgabe zunehmend schwieriger. Ein weiterer Rückschlag folgte, als Torhüterin Madita Kohorst nach einer Aktion am Knie behandelt werden musste und das Feld verließ. Zwar verkürzte Oldenburg immer wieder, doch die Norwegerinnen behielten die nötige Ruhe und setzten mit gut 90 Sekunden auf der Uhr den entscheidenden Treffer.
Aufgegeben wurde dennoch nicht. Korsten verwandelte in der Endphase noch sicher vom Siebenmeterpunkt und kam wie Reinemann und Steffen auf sechs Treffer. Insgesamt zeigte der VfL eine couragierte Vorstellung, auch wenn die Defensive an diesem Nachmittag nicht die gewohnte Stabilität erreichte.
Am Ende stand eine Niederlage, die sportlich schmerzt, aber am Weiterkommen nichts mehr geändert hätte. Der europäische Wettbewerb ist damit beendet – mit einem Auftritt, der Kampfgeist und Qualität unter Beweis stellte. Nun richtet sich der Fokus wieder vollständig auf die Bundesliga.
