Die Handballerinnen des VfL Oldenburg haben im Saisonendspurt der Bundesliga-Hauptrunde einen Dämpfer hinnehmen müssen. Beim Tabellenzweiten HSG Blomberg-Lippe unterlag das Team von Trainer Niels Bötel am Samstagabend deutlich mit 21:30 (12:16). Trotz der siebten Saisonniederlage im 17. Spiel behauptet der VfL weiterhin Rang fünf. Beste VfL-Torschützinnen waren Joanna Granicka (7 Tore) und Lisa Borutta (6).
Die Partie begann aus Oldenburger Sicht denkbar ungünstig. Die Gastgeberinnen erwischten einen perfekten Start und gingen – auch begünstigt durch zwei abgefälschte Würfe von Nieke Kühne sowie ein Tor ins leere VfL-Gehäuse – schnell mit 3:0 in Führung. Zwar konnten Lisa Borutta und Toni Reinemann auf 2:3 verkürzen, doch Blomberg nutzte in der Folge technische Fehler konsequent aus und zog mit hohem Tempo davon. Insbesondere das schnelle Umschaltspiel der HSG bereitete den Oldenburgerinnen große Probleme. Nach Ballverlusten und einer Zeitstrafe gegen Joanna Granicka setzte sich Blomberg bis auf 9:3 ab. Dabei machte sich auch der aktuell so dünn besetzte Rückraum. Mit Toni Reinemann, Lisa Borutta und Joanna Granicka standen nur drei etatmäßige Rückraumspielerinnen aus dem Bundesliga-Kader zur Verfügung, die in Ostwestfalen durch Defensivspezialistin Lisa-Marie Fragge und ihre Schwester Melanie aus dem Juniorteam unterstützt wurden.
Trotz des deutlichen Rückstands zeigte der VfL Moral. Die Defensive stabilisierte sich, im Angriff wurden die Aktionen geduldiger ausgespielt. In der 23. Minute verkürzte Reinemann auf 8:11. Auch Torhüterin Alexandra Humpert hielt ihr Team mit starken Paraden im Spiel. Doch Blomberg ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, stellte kurz vor der Pause wieder auf fünf Tore Vorsprung (15:10). Mit der Schlusssirene gelang Ariane Pfundstein noch das 12:16 – ein kleiner Hoffnungsschimmer zur Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel kam der VfL zunächst gut aus der Kabine. Borutta verkürzte auf 14:16, nachdem Humpert zuvor erneut stark pariert hatte. Doch die Aufholjagd blieb nur von kurzer Dauer. In der Folge übernahmen die Gastgeberinnen wieder die Kontrolle. Eine Phase in doppelter Unterzahl erschwerten die Situation zusätzlich. Blomberg nutzte dies konsequent aus und baute den Vorsprung auf 21:14 (39.) aus. „Es ist schon schwer hier in Blomberg, aber natürlich haben wir uns trotzdem etwas mehr erhofft“, sagte VfL-Keeperin Alexandra Humpert nach der Partie: „Es haben im Angriff ein paar Sachen nicht so gut funktioniert und dann ist es schwer, den Rückstand hier aufzuholen. Wir haben aber bis dahin gut mitgehalten.“ So versuchten es die Oldenburgerinnen im weiteren Verlauf zwar immer wieder, zu verkürzen – doch dichter als auf fünf Tore kamen sie nicht mehr heran.
Trotz der Niederlage richtet sich der Fokus bereits auf die kommenden Aufgaben. Am Mittwoch steht das nächste Auswärtsspiel beim Tabellenletzten Sachsen Zwickau an. Unser nächstes Ziel ist es, die zwei Punkte in Zwickau mitzunehmen – und dann schauen wir, was in Dortmund möglich ist“, so Humpert. Mit einem Sieg könnte der VfL den fünften Platz in der Hauptrunde endgültig absichern.
HSG Blomberg-Lippe – VfL Oldenburg 30:21 (16:12)
VfL: Hempen, Humpert – Borutta (6), Teiken, Reinemann (2), Genz, M. Fragge (1), Martens, Steffen (3), Pfundstein (2), Granicka (7), Behrend, L. Fragges
