Für die Handballerinnen des VfL Oldenburg steht die nächste Herausforderung in der Bundesliga an. Nur wenige Tage nach der Niederlage bei der HSG Blomberg-Lippe gastiert das Team von Trainer Niels Bötel am Mittwochabend um 19 Uhr beim BSV Sachsen Zwickau.
Ein Blick auf die Tabelle scheint zunächst eine klare Ausgangslage zu zeigen: Während der VfL mit 18:16 Punkten auf Rang fünf liegt und damit dicht hinter den Topteams der Liga platziert ist, rangiert Zwickau mit 7:25 Zählern auf dem letzten Tabellenplatz. Doch bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass die Partie alles andere als ein Selbstläufer für die Oldenburgerinnen werden dürfte.
Beide Teams befinden sich aktuell nicht in Bestform. Die Gastgeberinnen warten seit sechs Spielen auf einen Sieg, konnten jedoch insbesondere vor heimischem Publikum immer wieder mit starken Leistungen aufhorchen lassen. So holte der BSV unter anderem ein 32:32 gegen den TuS Metzingen und unterlag Borussia Dortmund nur knapp mit 29:30. Auch die jüngsten Niederlagen fielen denkbar knapp aus – etwa das 30:31 gegen den Buxtehuder SV oder das 32:33 bei Union Halle-Neustadt. Zwickau wird daher alles daran setzen, die „Rote Laterne“ schnell wieder abzugeben.
Doch auch beim VfL ist die Situation angespannt. Seit drei Spielen warten die Oldenburgerinnen auf einen Sieg, zuletzt gab es zwei Unentschieden und eine Niederlage. Hinzu kommt die weiterhin schwierige Personalsituation. Beim Spiel in Blomberg musste Trainer Niels Bötel gleich auf sechs Spielerinnen verzichten. Besonders im Rückraum ist die Auswahl stark eingeschränkt – aktuell stehen lediglich drei etatmäßige Spielerinnen zur Verfügung. Um die Belastung zu verteilen, kamen zuletzt auch Akteurinnen aus dem Juniorteam zum Einsatz.
Die personellen Engpässe machen sich vor allem im Spielrhythmus bemerkbar. Über die volle Distanz von 60 Minuten die richtige Balance zwischen Tempo und Kontrolle zu finden, bleibt eine der zentralen Aufgaben für das Trainerteam. „Wir wollen es ähnlich wie gegen Blomberg angehen, wo wir es eigentlich ganz vernünftig gespielt haben. Letztlich sind uns da aber zu viele technische Fehler unterlaufen“, erklärt Bötel vor der Partie. Vor allem die Zahl der Fehlpässe müsse reduziert werden.
Zugleich erfordert die aktuelle Situation eine angepasste Spielweise: „Es ist taktisch einfach eine andere Herangehensweise, ob man mit sieben oder – wie wir aktuell – nur mit drei Rückraumspielerinnen spielt. Wir müssen phasenweise das Tempo rausnehmen, mit Übersicht agieren und uns so die Chancen erarbeiten.“ Klar sei auch, dass ein durchgehend hohes Tempo über die gesamte Spielzeit nicht möglich sein werde.
In Zwickau wird es für den VfL daher vor allem darauf ankommen, die eigenen Fehler zu minimieren und die vorhandenen Kräfte klug einzuteilen. Trotz der tabellarischen Unterschiede wartet auf die Oldenburgerinnen eine anspruchsvolle Aufgabe – mit einem Gegner, der vor heimischem Publikum alles in die Waagschale werfen wird.
