Die Handballerinnen des VfL Oldenburg haben in den Bundesliga-Playoffs ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Mit einer starken Offensivleistung bezwang das Team von Trainer Niels Bötel Frisch Auf Göppingen am Samstagabend vor 1574 Zuschauern in der kleinen EWE Arena mit 42:32 (21:16) und bleibt damit in der Playoff-Runde um die Plätze fünf bis elf weiterhin ungeschlagen. Gleichzeitig festigten die Oldenburgerinnen die Tabellenführung und sammelten wichtige „Big Points“ im Kampf um Platz fünf.
Dabei überraschte der VfL mit einer taktischen Umstellung. Aufgrund der angespannten Personalsituation – Oldenburg musste auf fünf Spielerinnen verzichten – setzte Trainer Niels Bötel über weite Strecken auf eine Formation mit vier Rückraumspielerinnen statt einer klassischen Kreisläuferin. Ein Schachzug, der voll aufging. „Das haben wir richtig gut gemacht, obwohl wir das nur in drei Trainingseinheiten trainieren konnten. Göppingen hatte über 60 Minuten kein Mittel dagegen. Dementsprechend haben wir hochverdient gewonnen“, erklärte Bötel nach der Partie.
Von Beginn an entwickelte sich eine intensive Begegnung. Trotz einer frühen Unterzahlsituation erwischte Oldenburg den besseren Start und fand schnell Lösungen gegen die Göppinger Defensive. Toni Reinemann traf nach sechs Minuten zum 4:2, Marie Steffen erhöhte wenig später auf 6:3. Besonders die variable Offensive bereitete den Gästen große Probleme. Über den Kreis, die Außenpositionen und aus dem Rückraum kam der VfL immer wieder erfolgreich zum Abschluss. Göppingen hielt zunächst noch dagegen, verkürzte zwischenzeitlich auf 8:5, doch Oldenburg blieb spielbestimmend. Vor allem Nationalspielerin Jenny Behrend war kaum zu stoppen. Mit ihren Treffern zum 12:7, 15:9 und 16:9 baute sie den Vorsprung kontinuierlich aus. Auch Lisa Borutta, Toni Reinemann und Lana Teiken überzeugten im Angriffsspiel. Bis zur Pause erspielten sich die Gastgeberinnen eine verdiente 21:16-Führung.
Nach dem Seitenwechsel versuchte Göppingen noch einmal zurückzukommen. Die Gäste verkürzten durch Haruno Sasaki und Luisa Schulze auf 23:26. Dann folgte die spielentscheidende Szene: Luisa Schulze foulte Jane Martens bei deren Treffer zum 27:23 grob und sah in der 41. Minute die Rote Karte. Die dadurch entstandenen Lücken in der Göppinger Defensive nutzte Oldenburg konsequent aus. Insbesondere Lisa Borutta und Toni Reinemann drehten nun auf. Beide Rückraumspielerinnen erzielten jeweils acht Treffer und führten den VfL offensiv eindrucksvoll an.
Immer wieder fand Oldenburg Lösungen gegen die Defensive der Gäste. Reinemann traf unter anderem zum 31:25 und 32:26, Borutta erhöhte wenig später auf 38:27 und 41:29. Auch Marie Steffen, Jane Martens und Joanna Granicka reihten sich in die starke Offensivleistung ein. Spätestens beim Treffer von Steffen zum 37:27 war die Partie entschieden. Göppingen gelangen zwar durch Sasaki, Beugels und Kynast noch einige Treffer, näher kamen die Gäste jedoch nicht mehr heran. Oldenburg spielte die Partie souverän zu Ende und feierte schließlich einen verdienten 42:32-Erfolg. „Die Punkte gegen Göppingen, die eine super Playoff-Runde spielen, waren extrem wichtig, wenn wir weiter um Platz fünf kämpfen wollen“, betonte Bötel.
Die nächste Aufgabe wartet auf den VfL dann am Mittwoch, 20. Mai, beim BSV Sachsen Zwickau.
VfL Oldenburg – Frisch Auf Göppingen 42:32 (21:16)
VfL: Winters, Humpert – Teiken (3), Genz, Martens (4), Behrend (6), Janssen, Steffen (5), Borutta (8), Reinemann (8), Granicka (4/4), Röpcke, Golla, Fragge (2), Oetjen
