Revanche im Blick: VfL Oldenburg reist für Nord-Derby nach Buxtehude

Nord-Derby in der Handball-Bundesliga der Frauen: Wenn der VfL Oldenburg am Samstag, 2. Mai, um 16 Uhr beim Buxtehuder SV antritt, geht es für die Huntestädterinnen nicht nur um wichtige Punkte in den Playoffs – sondern auch um Wiedergutmachung.

Zu frisch ist noch die Erinnerung an das Rückrundenspiel Anfang Februar. Damals reiste der VfL als klarer Favorit zum Tabellenletzten nach Buxtehude, hatte das Hinspiel souverän gewonnen – und musste sich am Ende überraschend deutlich mit 31:35 geschlagen geben. Eine Niederlage, die im Oldenburger Lager nachwirkte. Nun bietet sich die Chance zur Revanche. Mit dem 35:33-Erfolg nach furioser Aufholjagd gegen den SV Union Halle-Neustadt am vergangenen Wochenende hat sich das Team von Trainer Niels Bötel eindrucksvoll in die Playoffs zurückgemeldet. Auch dank der mitgenommenen Bonuspunkte aus der Hauptrunde steht der VfL aktuell an der Spitze der Runde um die Plätze fünf bis elf. Diese Position gilt es nun im direkten Duell mit einem der engsten Verfolger zu behaupten.

Dass die Aufgabe alles andere als einfach wird, zeigt nicht nur der Blick auf das Hin und Her der bisherigen Saisonduelle – beide Teams konnten jeweils ein Spiel für sich entscheiden. Auch die jüngste Form des Gegners spricht für sich: Buxtehude präsentierte sich zuletzt deutlich verbessert und überzeugte insbesondere mit einer stabilen Defensive und einer starken Torhüterleistung. Für VfL-Coach Niels Bötel steht dennoch weniger die Vergangenheit als vielmehr die eigene Leistung im Fokus. „Ob das Spiel aus der Hauptrunde im Kopf ist, weiß ich gar nicht“, sagt der 39-Jährige. Viel entscheidender sei die aktuelle Situation – und die hat es in sich. Denn personell bleibt die Lage angespannt. „Wir schauen von Tag zu Tag, ob es reicht“, erklärt Bötel mit Blick auf den Kader. Während Alexandra Humpert zuletzt wieder ins Training eingestiegen ist, steht hinter einem Einsatz ebenso ein Fragezeichen wie bei der angeschlagenen Lisa Borutta. Klar ist: „Der Kader wird nicht ganz voll sein.“

Entsprechend breit angelegt war die Vorbereitung. „Wir haben die Chance genutzt, um taktisch noch ein wenig zu machen“, so Bötel. Dabei richtete sich der Fokus sowohl auf das eigene Angriffsspiel als auch auf die Defensive. Besonders im Blick: die variablen Abwehrsysteme des Gegners. „Ich gehe stark von einer 5:1-Deckung bei Buxtehude aus. Das haben sie zuletzt auch gegen Neckarsulm so komplett gespielt“, erklärt der VfL-Trainer, der mit seinem Team aber auch auf die 6:0-Formation eingeschworen hat.

Neben der taktischen Ausrichtung wird vor allem die Konstanz eine entscheidende Rolle spielen. Gegen Halle-Neustadt zeigte Oldenburg zwei Gesichter – eine fehlerhafte erste Halbzeit und eine kämpferisch starke Aufholjagd nach der Pause. In Buxtehude wird es darauf ankommen, von Beginn an präsent zu sein und über 60 Minuten die nötige Stabilität auf die Platte zu bringen. Denn das Ziel ist klar: Mit einem Erfolg im 66. Nord-Derby will der VfL nicht nur die bittere Niederlage aus der Hauptrunde vergessen machen, sondern auch einen weiteren Schritt in Richtung Tabellenplatz fünf gehen – und damit im Rennen um die internationalen Plätze ein Ausrufezeichen setzen.