Ein Unentschieden, eine Niederlage – ein Punkt und Tabellenplatz neun: Das ist die Ausbeute der Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg aus den ersten zwei Saisonspielen. Im dritten Match der noch jungen Saison 2026/27 will das Team von Trainer Niels Bötel nun den ersten Sieg einfahren und sich so in der Tabelle etwas weiter nach vorne orientieren. Am Sonntag, 13. September, gastieren die Huntestädterinnen um 16 Uhr beim Aufsteiger HC Leipzig.
Die Gegnerinnen des HC Leipzig sind mit drei Pflichtspielniederlagen in die neue Saison gestartet. Nach dem knappen 22:23 in der ersten Pokalrunde beim HC Rödertal folgten in der Bundesliga Niederlagen gegen Borussia Dortmund (28:36) und beim Buxtehuder SV (23:26). Dass der Aufsteiger trotz dieser Ausbeute nicht zu unterschätzen ist, weiß auch Bötel. „In den ersten beiden Ligaspielen haben sie schon gezeigt, was sie können“, sagt der VfL-Trainer. Vor allem gegen Dortmund und Buxtehude habe Leipzig lange gut mitgehalten. „Das zeigt, dass sie definitiv mithalten können.“
Für Bötel kommt dabei eine Mannschaft mit viel Potenzial auf den VfL zu. Mehrere Leipzigerinnen gehören den deutschen Nachwuchsnationalmannschaften an, mit Jana Walther auf Außen und Marlene Tucholke im Rückraum stehen zudem zwei Spielerinnen im Kader, die bereits zur A-Nationalmannschaft gehören. Vor allem Tucholke, die im September erneut für einen Lehrgang der Nationalmannschaft nominiert wurde, gilt als große Zukunftshoffnung. „Marlene Tucholke soll im linken Rückraum in Zukunft sicherlich eine große Rolle im deutschen Nationalteam spielen“, sagt Bötel. Der VfL-Coach erwartet deshalb ein Duell zweier Mannschaften mit einer ähnlichen Philosophie. „Sie wollen – ähnlich wie wir – mit jungen Spielerinnen guten Handball spielen und so den Klassenerhalt schaffen.“ Entscheidend werde sein, wer über die gesamte Spielzeit weniger Fehler mache. „Uns muss bewusst sein, dass das Spiel nicht nach 30 Minuten rum ist.“
Nach dem 30:30 zum Saisonauftakt beim BSV Sachsen Zwickau verlor der VfL zuletzt seine Heimpremiere gegen den favorisierten Thüringer HC mit 30:41. Dabei hielt die Mannschaft die Partie in der ersten Halbzeit lange offen, ehe sich nach dem Seitenwechsel das hohe Tempo der Thüringerinnen zunehmend bemerkbar machte. Nun soll in Leipzig die nächste Chance genutzt werden, den ersten Saisonsieg einzufahren. Bötel sieht sein Team dabei insbesondere in der Breite gut aufgestellt. „Die erste Sieben der Leipzigerinnen ist definitiv stark. Ich bin aber überzeugt davon, dass wir in der Breite besser aufgestellt sind. Und das wird über die 60 Minuten wichtig sein.“
Für den HC Leipzig ist die Rückkehr in die Bundesliga derweil ein besonderes Kapitel. Der traditionsreiche Verein, der mit seinen Vorgängervereinen auf zahlreiche nationale und internationale Titel zurückblickt, musste 2017 nach finanziellen Problemen den Weg bis in die 3. Liga antreten. Nach der Rückkehr in die 2. Bundesliga im Jahr 2019 gelang in der vergangenen Saison schließlich die Rückkehr ins Oberhaus. Mit 51:9 Punkten und als Tabellenführer machte der HCL den Aufstieg perfekt.
