VfL Oldenburg vor Heimauftakt gegen den Thüringer HC

Die Handballerinnen des VfL Oldenburg bestreiten am Sonntag, 6. September, ihr erstes Heimspiel der Bundesliga-Saison 2026/27. Um 16.30 Uhr empfängt die Mannschaft von Trainer Niels Bötel in der kleinen EWE Arena mit dem Thüringer HC direkt eines der Topteams der Liga. Nach dem 30:30 zum Auftakt in Zwickau wollen die Oldenburgerinnen vor eigenem Publikum nachlegen – und an einen besonderen Erfolg aus der vergangenen Saison anknüpfen.

Es ist noch gar nicht lange her, da gelang den Handballerinnen des VfL Oldenburg gegen den Thüringer HC ein echter Coup. Am 11. Februar drehten die Huntestädterinnen einen 17:19-Pausenrückstand noch in einen 35:30-Erfolg und beendeten damit eine fast 14 Jahre andauernde Serie ohne Bundesliga-Sieg gegen die Thüringerinnen.

Knapp sieben Monate später kommt es nun zum Wiedersehen. Dass der VfL auch diesmal nicht als Favorit in die Partie geht, ist Trainer Niels Bötel bewusst. Die Favoritenrolle schiebt er deshalb klar in Richtung Thüringer HC. „Sie gehören für mich zu den Top3 der Liga. Wir wollen wieder Gas geben wie letzte Saison auch und schauen, ob wir etwas Zählbares mitnehmen können. Wenn sie uns lassen, wollen wir da sein.“

Der Start in die neue Saison ist beiden Mannschaften gelungen. Oldenburg nahm beim 30:30 beim BSV Sachsen Zwickau einen Punkt mit, auch wenn sich das Remis nach dem Spielverlauf zunächst eher wie ein verlorener Zähler angefühlt haben dürfte. Zwei Minuten vor dem Ende lag der VfL noch mit 30:28 vorne, ehe Zwickau mit zwei Treffern zum Ausgleich kam. Grundsätzlich zeigte sich der Trainer mit dem Auftritt aber zufrieden. „Für uns ist das jetzt erst das zweite Spiel in der Saison. Wir haben das schon ordentlich gemacht gegen Zwickau – auch wenn die Abläufe natürlich noch nicht alle da sein können. Daran wollen wir anknüpfen.“

Besonders wichtig war in Zwickau die Rückkehr mehrerer zuletzt angeschlagener Spielerinnen. Julika Birnkammer und Lara Müller standen ebenso wieder im Aufgebot wie Lana Teiken, Toni Reinemann und Lisa-Marie Fragge. Reinemann erzielte sieben Treffer, Teiken und Müller jeweils vier. Damit standen Bötel wieder deutlich mehr personelle Möglichkeiten zur Verfügung als phasenweise während der Vorbereitung.

Thüringen mit viel Qualität im Rückraum

Der Thüringer HC reist ebenfalls mit einem gelungenen Saisonstart nach Oldenburg. Zum Auftakt setzte sich die Mannschaft von Trainer Herbert Müller mit 34:27 gegen den Buxtehuder SV durch.

Im Sommer hat sich der Kader des THC an mehreren Positionen verändert. Unter anderem wechselten Jolina Huhnstock, Levke Kretschmann und Teresa von Prittwitz vom Buxtehuder SV nach Thüringen. Für Bötel ändert das nichts an der grundsätzlichen Einschätzung des Gegners. „Die Qualität und Erfahrung, die sie haben, müssten sie in der Partie eigentlich ausspielen. Aber auch dort sind für sie in dieser Zusammenstellung die Abläufe auswärts noch einmal neu.“

Besonders im Rückraum sieht der VfL-Coach enorme Qualität. „Mit Natsuki Aizawa haben sie eine der besten Rückraum-Mitte-Spielerinnen der Bundesliga. Auch Luca Csíkos und Kelly Rosa sind genauso wie Jana Scheib extrem gefährlich und bringen – so wie das gesamte Team – viel internationale Erfahrung mit.“

Hinzu kommen am Kreis mit Jolina Huhnstock und Marcela Santos Arounian zwei neue, körperlich starke Optionen. Für Bötel zählt der THC deshalb nicht nur national zur Spitze. „Sie sind ein Team, das in der European League hoffentlich wieder ganz vorne mitspielt.“ In den vergangenen beiden Jahren erreichten die Thüringerinnen jeweils das Finale der EHF European League.

Für den VfL Oldenburg wird das erste Heimspiel der Saison damit gleich zu einer echten Bewährungsprobe. Die Erinnerungen an den Coup im Februar dürften dabei durchaus Selbstvertrauen geben. Bötel will die Partie allerdings nicht allein am Ergebnis messen. „Wir brauchen für dieses Match die Fans, wir brauchen uns als Team. Wir wollen ein gutes Spiel machen – und dabei kommt es in solchen Duellen nicht nur auf die Punkte an.“