Die vielen Autobahnkilometer haben sich für die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg erneut gelohnt. Nur drei Tage nach dem 31:22-Erfolg bei GC Amicitia Zürich setzte sich die Mannschaft von Trainer Niels Bötel auch bei der HSG Bensheim/Auerbach durch. Beim 35:30 (23:19)-Erfolg legten die Oldenburgerinnen vor allem mit einer starken ersten Halbzeit den Grundstein – und feierten damit bereits den dritten Bundesliga-Sieg in Folge. Mit nun 7:3 Punkten zog der VfL in der Tabelle an Bensheim vorbei auf Rang vier.
Zweite lange Auswärtsfahrt innerhalb weniger Tage, zweiter Sieg: Erst in der Nacht von Sonntag auf Montag war der VfL aus Zürich zurückgekehrt, schon am Mittwoch führte die nächste Reise wieder Richtung Süden. Diesmal zwar „nur“ bis nach Südhessen – doch auch von dort kehrten die Oldenburgerinnen mit zwei Punkten im Gepäck zurück. Von Müdigkeit war dabei wenig zu sehen. Beide Mannschaften drückten von Beginn an aufs Tempo. „Beide Teams haben auf Tempo gesetzt und sich viele freie Chancen erarbeitet. Das macht Oldenburg gegen Bensheim immer aus“, sagte VfL-Trainer Niels Bötel.
Den besseren Zugriff bekam dabei zunehmend seine Mannschaft. Eine aufmerksame Defensive zwang die Gastgeberinnen immer wieder zu Fehlern, dahinter war Madita Kohorst früh zur Stelle. Aus den Ballgewinnen entwickelte der VfL sein schnelles Gegenstoßspiel und setzte sich nach ausgeglichener Anfangsphase erstmals deutlicher ab. Aus einem 8:8 machte Oldenburg innerhalb weniger Minuten eine 12:8-Führung, wenig später lag der VfL beim 16:10 erstmals mit sechs Toren vorne (21. Minute). Bensheim versuchte dagegenzuhalten, doch Oldenburg fand immer wieder Lösungen. Über 19:13 und 21:16 behaupteten die Gäste ihren Vorsprung. Auch als die Flames kurz vor der Pause noch einmal verkürzten, blieb der VfL ruhig. Lara Sophie Müller traf zweimal, sodass Oldenburg mit einer 23:19-Führung in die Kabine ging. „Wir haben in der ersten Halbzeit den Grundstein gelegt“, sagte Keeperin Kohorst. Vor allem die Ruhe ihrer Mannschaft gefiel der Torhüterin: „Ich bin extrem stolz darauf, dass wir das so souverän und ruhig zu Ende gespielt haben. Wir haben uns unsere Chancen herausgespielt und sind auch ruhig geblieben, wenn wir sie mal nicht genutzt haben.“
Genau diese Ruhe war nach dem Seitenwechsel gefragt. Bensheim versuchte, den Rückstand noch einmal zu verkürzen, doch Oldenburg hielt konsequent dagegen. Beim 27:20 wuchs der Vorsprung wieder auf sieben Treffer an, wenig später stand es sogar 31:23 (45.). Auch defensiv ließ der VfL nicht locker. Kohorst war immer wieder zur Stelle und verhinderte, dass die Gastgeberinnen noch einmal entscheidend herankamen. „Ich bin sehr zufrieden mit unserem Auftritt“, bilanzierte Bötel. Der VfL-Coach hob dabei auch hervor, wie flexibel seine Mannschaft aktuell auf die personelle Situation reagieren muss. „Wir müssen viel mit vier Rückraumspielerinnen spielen, um so die Ausfälle am Kreis zu kompensieren. Das machen wir seit Saisonbeginn super.“
Bensheim verkürzte in der Schlussphase noch einmal, ernsthaft in Gefahr geriet der Oldenburger Sieg aber nicht mehr. Lana Teiken traf gut eine Minute vor Schluss zum 35:29, ehe beim 35:30 die Schlusssirene ertönte. Damit setzte der VfL auch seine Erfolgsserie in der Bundesliga fort. Nach den Siegen gegen Leipzig und Neckarsulm war es bereits der dritte Liga-Erfolg in Serie. Mit jetzt 7:3 Punkten zogen die Oldenburgerinnen im direkten Duell an Bensheim vorbei und rückten auf Tabellenplatz vier vor.
Viel Zeit, den nächsten Erfolg zu genießen, bleibt allerdings erneut nicht. Bereits am Sonntag, 16.30 Uhr, wartet das Rückspiel in der zweiten Qualifikationsrunde der EHF European League gegen GC Amicitia Zürich. Nach dem 31:22-Hinspielsieg besitzt der VfL eine hervorragende Ausgangsposition – und darf nach den beiden langen Auswärtsfahrten endlich wieder vor heimischem Publikum antreten. Und auch ein Wiedersehen mit Bensheim steht bereits fest. Noch am Mittwochabend wurde im DHB-Pokal das Viertelfinale ausgelost. Am 19. November treffen der VfL und die HSG erneut aufeinander – dann in Oldenburg.
HSG Bensheim/Auerbach – VfL Oldenburg 30:35 (19:23)
VfL: Janßen, Kohorst – Teiken (5), Birnkammer (4), Behrend (4), Reinemann (4/1), Müller (2), Granicka (1), Oetjen, Wolff (10/3), Munderloh, Golla (4), Fragge (1)
