Nächster Bundesliga-Härtetest: VfL Oldenburg zu Gast in Bensheim

Mit Rückenwind aus Europa zum direkten Tabellenduell: Vier Spiele in elf Tagen absolvieren die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg nach der Länderspielpause. Nach dem 31:22-Auswärtssieg bei GC Amicitia Zürich wartet am Mittwochabend, 7. Oktober, 19 Uhr, mit der HSG Bensheim/Auerbach der nächste anspruchsvolle Gegner.

Ein Blick auf die noch junge Bundesliga-Tabelle verspricht eine Partie auf Augenhöhe. Beide Mannschaften stehen bei 5:3 Punkten, Bensheim auf Rang vier, Oldenburg direkt dahinter auf Platz fünf. Für VfL-Trainer Niels Bötel wäre es durchaus eine angenehme Momentaufnahme mit Perspektive. „Grundsätzlich wäre es schön, wenn es auch am Ende der Saison so ist, dass wir als Tabellennachbarn dastehen“, sagt er. Dass seine Mannschaft deshalb auf gleicher Stufe mit den Südhessinnen in die Partie geht, sieht Bötel allerdings nicht. „Bensheim ist extrem heimstark, sie spielen variabel und sind immer gefährlich. Für mich sind sie ein Kandidat für den vierten Platz in der Liga.“ Entsprechend sieht er die Gastgeberinnen leicht im Vorteil.

Viel Erholungszeit blieb beiden Teams vor dem direkten Duell ohnehin nicht. Während Oldenburg am Sonntag in der EHF European League mit 31:22 bei GC Amicitia Zürich gewann und sich damit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Sonntag in der EWE-Arena erarbeitete, war auch Bensheim gefordert. Die Flames setzten sich im DHB-Pokal mit 31:22 beim BSV Sachsen Zwickau durch und zogen damit ins Viertelfinale ein. „Wir haben beide am Sonntag gespielt, auch wenn wir ein paar Kilometer mehr zu fahren hatten“, sagt Bötel. Einen direkten Vergleich zum Auftritt in Zürich will er dennoch nicht ziehen. „Anders als am Sonntag geht es jetzt nur darum, das eine Tor mehr zu werfen. Die Spiele lassen sich deshalb nicht wirklich vergleichen – auch vom Niveau. Bensheim ist da noch einmal stärker einzuschätzen.“

Entsprechend erwartet der VfL-Coach eine intensive Begegnung. „Es wird ein harter Fight, da bin ich mir sicher. Letztlich wird es darauf ankommen, wem es gelingt, den gegnerischen Abwehrriegel zu knacken.“ Für die Oldenburgerinnen gehe es deshalb erneut darum, sich gute Möglichkeiten zu erarbeiten und diese anschließend konsequenter zu nutzen. „Wir wollen uns wieder unsere Chancen erspielen und dann auch kaltschnäuzig bei den Würfen sein.“ Zusätzliche Qualität hat Bensheim zuletzt noch einmal auf der Kreisläuferposition verpflichtet. Mirja Lyngsø Jensen stand beim Pokalerfolg in Zwickau erstmals im Kader. Die Dänin soll nach der Verletzung von Meike Schmelzer vor allem zusätzliche Stabilität im Innenblock bringen und die Defensive variabler machen.

Für den VfL ist die Reise nach Bensheim der zweite Teil einer intensiven Phase. Vier Spiele innerhalb von elf Tagen stehen nach der Länderspielpause auf dem Programm. Nach dem erfolgreichen Auftakt in Zürich folgt nun das Bundesliga-Duell in Südhessen, bevor am Sonntag bereits das Rückspiel in der European League wartet. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt also nicht – umso wichtiger wäre es für die Oldenburgerinnen, den Schwung aus dem Europapokal mit in die nächste Aufgabe in der Liga zu nehmen.