Nach intensiven Reisetagen quer durch Europa kehren die Handballerinnen des VfL Oldenburg wieder in den Bundesliga-Alltag zurück. In der EWE-Arena wartet am Samstagabend, 31. Januar, 18 Uhr, mit dem SV Union Halle-Neustadt ein Gegner, den Trainer Niels Bötel keinesfalls unterschätzt – auch wenn die Vorzeichen auf dem Papier klar erscheinen mögen.
Die „wellenförmige“ Saison des VfL erreichte zuletzt einen echten Höhepunkt. Mit einem furiosen 41:29-Auswärtssieg bei der HSG Bensheim/Auerbach setzte Oldenburg ein Ausrufezeichen in der Liga. Zuvor hatte das Team auch in der EHF European League überzeugt, ehe beim 30:34 bei Rapid Bukarest nach dem dritten Auswärtsspiel innerhalb von sechs Tagen am Ende ein paar Körner fehlten.
Umso wohltuender war für den VfL die Rückkehr in einen mehr oder weniger geregelten Wochenrhythmus. „Es war fast schon ein wenig langweilig“, sagte Bötel mit einem Augenzwinkern – um dann direkt klarzustellen, wie gut diese Normalität getan habe. Nach der Rückreise aus Bukarest stand zunächst Regeneration mit Sauna und Läufen auf dem Programm, „seit Dienstag sind wir wieder in der Halle“. Für den Trainer war es „definitiv gut, ein wenig Durchschnaufen zu können“, zumal krankheitsbedingt noch Fragezeichen hinter dem Kader stehen. „Wir werden schauen, mit wem wir dann am Samstag wirklich auflaufen können“.
Mit Halle-Neustadt reist ein Aufsteiger an, der zuletzt eindrucksvoll gezeigt hat, warum er in der Liga angekommen ist. Sechs Punkte aus den vergangenen vier Spielen, darunter zwei knappe Siege gegen Göppingen (25:24) und Neckarsulm (24:23), sprechen für einen klaren Aufwärtstrend. „Allein schon deswegen sollten wir vorgewarnt sein“, betont Bötel. Für Oldenburg sieht der Trainer die Aufgabe dennoch klar umrissen. „Wenn wir die Leistung der letzten drei Spiele bringen, werden wir auch gegen Halle gewinnen“, sagt Bötel. Genau darin liege aber die Herausforderung: „Dass wir unsere Leistung auch aufs Feld bringen.“ Nach Top-Spielen gegen Bergen, Bensheim/Auerbach und Bukarest bestehe immer „ein wenig die Gefahr, dass man mit dem Kopf nicht ganz dabei ist“. Umso wichtiger sei es, gegen Halle „genauso zu kämpfen und zu fighten wie gegen die Gegner zuvor“.
Hinzu kommt: Der VfL will die gute Ausgangslage mit Platz fünf in der Tabelle nutzen, die man sich in den vergangenen Wochen erarbeitet hat. Es gehe darum, „Druck aufzubauen“ und vor dem direkten Duell noch etwas zum Tabellenvierten Thüringer HC aufzuschließen – ohne dabei zwingend auf den vierten Platz vorrücken zu müssen.
Zurück zur Partie gegen Halle: Ein Blick in die Statistik sollte zusätzlichen Rückenwind geben, spricht diese doch für die Gastgeberinnen. Das Hinspiel gewann der VfL mit 31:27 in Halle-Neustadt, und bei bislang fünf Auftritten in Oldenburg konnte Union erst einmal gewinnen. Für VfL-Coach Niels Bötel zählt aber allein der anstehende Samstagabend – und die eigene Leistung. Oder wie er es selbst zusammenfasst: „Wenn wir unser Niveau abrufen und bereit sind zu fighten, dann sind wir schwer zu schlagen.“
