Die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg haben ihre Pflichtaufgabe erfüllt – auch wenn der Weg dorthin arbeitsintensiver war als es das Endergebnis vermuten lässt. Vor 1917 Zuschauern in der kleinen EWE-Arena setzte sich das Team von Trainer Niels Bötel mit 34:29 (16:15) gegen den SV Union Halle-Neustadt durch und bestätigte damit seine Heimstärke. Erfolgreichste Werferin der Gastgeberinnen war Toni Reinemann mit sieben Treffern.
Dabei brauchte der VfL eine gewisse Anlaufzeit. Die Anfangsphase war von Nervosität geprägt, beide Mannschaften ließen früh vom Siebenmeterpunkt liegen. Erst Lotta Röpcke sorgte für den ersten Treffer des Abends und brachte Oldenburg in Führung. Insgesamt entwickelte sich jedoch eine zähe erste Halbzeit, in der Halle-Neustadt zunächst den besseren Rhythmus fand und phasenweise mit bis zu drei Toren vorne lag.
Oldenburg tat sich schwer, ins Tempospiel zu kommen, hielt aber defensiv dagegen und fand über Einzelaktionen zurück in die Partie. Nach einer Auszeit von Bötel und einer deutlichen Steigerung in der Abwehr erhöhte der VfL den Druck. Angeführt von Toni Reinemann, Pam Korsten und Kreisspielerin Ariane Pfundstein kämpften sich die Gastgeberinnen Tor um Tor heran. Kurz vor der Pause drehte Oldenburg die Begegnung und nahm eine knappe 16:15-Führung mit in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich der VfL deutlich entschlossener. Das Tempo zog an, die Abläufe im Angriff wurden klarer, und auch defensiv stand Oldenburg nun stabiler. Schrittweise bauten die Gastgeberinnen ihren Vorsprung aus und setzten sich erstmals etwas ab. Zwar blieb Halle-Neustadt kämpferisch, doch Oldenburg behielt zunehmend die Kontrolle über das Spielgeschehen.
Mehrere verletzungsbedingte Unterbrechungen auf Seiten der Gäste sorgten in der zweiten Halbzeit für Unruhe, die der VfL konsequent nutzte. Spätestens als Marie Steffen in der Schlussphase nach überstandener Zwangspause wieder Verantwortung übernahm und Oldenburg erstmals deutlich davonziehen ließ, war die Vorentscheidung gefallen. Auch von außen kam weiter Druck – unter anderem über Lana Teiken, die den Vorsprung zeitweise auf sechs Tore ausbaute.
Am Ende stand ein souveräner 34:29-Erfolg, der vor allem auf einer klaren Leistungssteigerung nach der Pause basierte. Der VfL Oldenburg zeigte Geduld, erhöhte im richtigen Moment die Intensität und verdiente sich den Heimsieg durch eine geschlossene Mannschaftsleistung.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht: Bereits am Mittwoch geht es auswärts zum Buxtehuder SV, ehe am Sonntag Rapid Bukarest zum Start der Rückrunde in der European-League-Gruppenphase in Oldenburg gastiert.
