Nach zwei Niederlagen innerhalb weniger Tage wollen die Handballerinnen des VfL Oldenburg am Mittwochabend (19 Uhr, kleine EWE Arena) wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Nach dem 31:35 in der Bundesliga gegen den Buxtehuder SV und der deutlichen 23:34-Niederlage in der European League gegen CS Rapid Bukarest wartet mit dem Thüringer HC jedoch ein Gegner aus dem oberen Tabellendrittel.
Der THC reist als Tabellenvierter nach Oldenburg, steht zwar nur knapp vor dem VfL, hat sich aber bereits einen komfortablen Vorsprung erarbeitet und verfolgt in dieser Saison andere Ziele. Zuletzt reagierten die Thüringerinnen mit zwei Bundesliga-Siegen gegen Frisch Auf Göppingen (39:33) und die Sport-Union Neckarsulm (33:23) auf die Niederlage im Spitzenspiel gegen die HSG Blomberg-Lippe. Auch international steht der THC unter Druck, nachdem es am Wochenende in der European League eine 24:28-Niederlage bei CS Minaur Baia Mare setzte.
Beim VfL bleibt die personelle Situation angespannt. Trainer Niels Bötel machte im Vorfeld deutlich, dass sich daran kurzfristig nichts ändern wird. „Wir gehen da kein Risiko ein. Der Kader bleibt so bestehen, wie er zuletzt auch war“, erklärt der Coach. Damit stehen ihm erneut lediglich vier etatmäßige Rückraumspielerinnen zur Verfügung. „Für uns besteht somit die Aufgabe, die Kräfte zu schonen und taktisch zu spielen.“ Sportlich sieht der VfL-Trainer sein Team klar in der Außenseiterrolle. „Thüringen ist der klare Favorit. Sie stehen in den Top 4, sie haben das Hinspiel gewonnen und werden alles daran setzen, auch das Rückspiel zu gewinnen“, sagt Bötel. Unter den aktuellen Voraussetzungen sei es schwierig, die Belastung über 60 Minuten aufzufangen. „Wir brauchen eigentlich einen großen Kader wie gegen Bensheim/Auerbach, um zu wechseln und die Qualität hochhalten zu können und so auch die Fehler gering zu halten. Mit den vielen Spielen und einem kleinen Kader ist das natürlich schwierig.“
Entsprechend sei die Partie am Mittwoch eines, „bei dem sehr viel passen muss“. Hinzu komme, dass der Thüringer HC zuletzt wieder breiter aufgestellt sei. „Mit einigen Rückkehrerinnen sind sie definitiv in der Breite deutlich stärker besetzt“, stellt Bötel fest. Trotzdem wollen sich die Oldenburgerinnen nicht kampflos geschlagen geben. „Natürlich wollen wir Thüringen so lange wie möglich ärgern“, betont der VfL-Coach. Der Plan sei es, dem Favoriten mit taktischen Varianten zu begegnen. „Wir wollen dagegenhalten, einige taktische Sachen probieren und versuchen, Thüringen damit vor Probleme zu stellen.“ Vielleicht gelingt ja, nach den Niederlagen zuletzt, so eine kleine Überraschung und der sportliche Turnaround.
