Die Handballerinnen des VfL Oldenburg haben im Auswärtsspiel beim BSV Sachsen Zwickau einen möglichen Sieg aus der Hand gegeben und sich am Ende mit einem 25:25 (12:13) begnügen müssen. In einer intensiven und über weite Strecken ausgeglichenen Partie sorgte ausgerechnet eine eigentliche Oldenburgerin für den entscheidenden Moment: Torhüterin Lilly Janssen, die erst vor wenigen Wochen kurzfristig vom VfL nach Zwickau ausgeliehen wurde, hielt mit einer Parade in letzter Sekunde den Punkt für die Gastgeberinnen fest.
Dabei begann die Partie aus Sicht der Oldenburgerinnen alles andere als optimal. Zwickau erwischte den besseren Start und setzte sich früh auf 8:4 (11.) ab. Der VfL kämpfte sich jedoch mit einem 5:0-Lauf zurück ins Spiel und ging zwischenzeitlich selbst mit 9:8 in Führung. Dennoch blieb die Partie umkämpft – zur Halbzeit lag Zwickau knapp mit 13:12 vorne. „In der ersten Halbzeit war Zwickau schon besser, hat es aber nicht geschafft, die zwei, drei Tore mehr in die Halbzeit mitzunehmen“, berichtete Oldenburgs Coach Niels Bötel.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild zunächst ähnlich. Die Gastgeberinnen zogen erneut davon und lagen zwischenzeitlich mit 19:16 (42.) in Front. Doch Oldenburg zeigte Moral, kämpfte sich zurück und glich durch Toni-Luisa Reinemann zum 20:20 (46.) aus. In der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit mehreren Führungswechseln. Als Jenny Behrend den VfL in der 56. Minute mit 25:24 in Führung brachte, schien ein Auswärtssieg greifbar. Doch Zwickau antwortete – Laura Szabo glich kurz vor Schluss zum 25:25 aus. Die letzte Chance gehörte dann erneut den Oldenburgerinnen, doch Janssen parierte den freien Wurf von Behrend mit der Schlusssirene und sicherte ihrem Team damit den Punktgewinn.
Für den VfL war es bereits das dritte Spiel in Folge ohne Sieg. Trainer Niels Bötel sah vor allem in der Chancenverwertung den entscheidenden Faktor: „Ich glaube, wir haben den zweiten Punkt abgegeben, weil wir unsere freien Würfe nicht verwertet haben. Zwickau hat es offensiv aber auch gut gemacht, geduldig gespielt, auf die Chancen gewartet und die freien Chancen oder Siebenmeter bekommen. Somit ist die Punkteteilung über die zwei Halbzeiten verdient.“
Dennoch überwog beim VfL die Enttäuschung über die verpasste Chance: „Wir wollten eigentlich mehr mitnehmen. Jetzt brauchen wir weiterhin einen Punkt, um den fünften Platz sicher zu haben“, so Bötel. Besonders die offensive Ausbeute bleibt ein Thema: „Wir haben zuletzt schon bei der Niederlage gegen Buxtehude, aber auch jetzt hier in Zwickau aufgrund unserer Torausbeute im Angriff nicht gewonnen. Daran müssen wir arbeiten.“ Beste Werferin der Partie war Toni Reinemann mit sieben Toren.
Für den erforderlichen Punkt für Platz fünf zum Abschluss der Hauptrunde haben die Huntestädterinnen nun noch zwei Chancen. Zunächst beim Tabellenführer Borussia Dortmund (Mittwoch, 1. April), drei Tage später wartet dann noch das Heimspiel gegen den TuS Metzingen (Samstag, 4. April, 19 Uhr, kleine EWE Arena).
BSV Sachsen Zwickau – VfL Oldenburg 25:25 (13:12)
VfL: Winters, Humpert – Teiken (2), Genz, Martens (1), Behrend (4), Steffen (1), Pfundstein (2), Borutta (3), Reinemann (7), M. Fragge, Granicka (4/2), Röpcke (1), L. Fragge
