Drittes Auswärtsspiel in Folge für die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg: Nach den Partien bei der HSG Blomberg-Lippe und dem BSV Sachsen Zwickau geht es am Mittwochabend (19.30 Uhr) zu Borussia Dortmund. Beim aktuellen Tabellenzweiten wartet in der Sporthalle Wellinghofen eine der schwierigsten Aufgaben der Saison.
Die Ausgangslage ist dabei klar verteilt: Während der VfL Oldenburg seinen fünften Tabellenplatz bereits sicher hat, kämpft Dortmund noch um Rang eins in der Hauptrunde der Handball-Bundesliga Frauen. Mit 33:3 Punkten liegt der BVB aktuell auf Platz zwei – allerdings mit einem Spiel weniger als Spitzenreiter Blomberg (34:4 Punkte).
Für die Oldenburgerinnen geht es sportlich zwar um keine tabellarische Verbesserung mehr, dennoch hat die Partie eine wichtige Bedeutung. „Platz fünf ist sicher, nach oben und unten geht nicht viel. Wir schauen deshalb für das Spiel wenig auf Dortmund, sondern mehr auf uns und was wir mitnehmen wollen für die ‚Finalrunde‘ der Plätze fünf bis elf“, erklärt Trainer Niels Bötel. In dieser Phase wird über noch einen internationalen Startplatz (Rang fünf) sowie die Relegation (Rang elf) entschieden.
In Westfalen will der VfL dabei versuchen, was sportlich möglich ist: „Wir wollen den Favoriten ärgern, der Dortmund definitiv ist“, so Bötel. Gleichzeitig kündigt der Coach aber auch eine gewisse Vorsicht an: „Wir werden da aber kein Risiko eingehen, mit Blick auf angeschlagene und verletzte Spielerinnen.“Die Rolle ist ohnehin klar verteilt. „Wir treffen vom Kader auf die beste Mannschaft Deutschlands und wollen schauen, was für uns möglich ist“, sagt Bötel, der den Druck eher beim Gegner sieht: „Dortmund will Erster in der Liga werden, um dann das vermeintlich leichtere Spiel in den Playoffs gegen den Tabellenvierten zu haben. Dafür müssen sie gegen uns gewinnen. Der Druck ist somit auf jeden Fall auf Dortmunder Seite.“
Dass der BVB als Favorit ins Spiel geht, zeigt auch der Blick auf die bisherigen Duelle: Sowohl im DHB-Pokal (24:31) als auch im Hinspiel der Liga (29:34) musste sich der VfL geschlagen geben.
Außerhalb des Spielfeldes musste der VfL Oldenburg einen nachträglichen Punktabzug hinnehmen. Aufgrund des Einsatzes einer nichtspielberechtigten Spielerin wurden das Unentschieden in Zwickau sowie die Niederlage gegen Blomberg nachträglich mit jeweils 0:2 Punkten und 0:0 Toren gewertet. Ursache war eine fehlende Antidoping-Vereinbarung. Geschäftsführer Andreas Lampe übernahm dafür die Verantwortung und kündigte interne Anpassungen an.
Sportlich hat diese Entscheidung jedoch keine Auswirkungen mehr: Der fünfte Tabellenplatz ist den Huntestädterinnen nicht mehr zu nehmen. Umso mehr dient das Duell in Dortmund nun als wichtiger Härtetest – und als Gelegenheit, Selbstvertrauen für die entscheidende Saisonphase zu sammeln.
