Matchball eins vergeben: Die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg haben das Playoff-Heimspiel gegen den TuS Metzingen verloren. Vor heimischer Kulisse unterlag das Team von Trainer Niels Bötel mit 34:36 (17:18). Zweimal kämpften sich die Huntestädterinnen – angeführt von einer starken Toni Reinemann mit zehn Treffern – nach einem Rückstand zurück, am Ende stand aber auch im dritten Duell gegen Metzingen eine Niederlage.
Vor heimischer Kulisse wollten die Oldenburgerinnen bereits einen Spieltag vor dem Ende der Bundesligasaison 2025/26 alle Eventualitäten im Kampf um den fünften Platz beseitigen – und mit mindestens einem Remis gegen die direkten Konkurrentinnen aus Metzingen alles klarmachen. Für die nötige Durchschlagskraft in der Offensive versuchte es der VfL dabei phasenweise mit einer siebten Feldspielerin. Wirklich auf ging der Plan zunächst allerdings nicht. So kassierte die Bötel-Sieben in den ersten sechs Minuten drei schnelle Gegentreffer ins leere Tor, da Torhüterin Alexandra Humpert nicht zwischen den Pfosten stand (3:5). Dazu unterliefen den Huntestädterinnen zu viele technische Fehler in der Vorwärtsbewegung, die Metzingen auf 7:3 davonziehen ließen (9. Minute) – und VfL-Coach Bötel zu seiner ersten Auszeit veranlassten.
„In der ersten Halbzeit sind wir nicht gut reingekommen, haben viel zu abwartend gespielt. Das, was wir in den letzten zwei Spielen eigentlich gut gemacht haben, konnten wir nicht mit rüber nehmen“, analysierte Bötel nach der Partie.
Zwischenzeitlich verkürzte der VfL zwar auf 7:9, kurz darauf stand es aber wieder 7:11. Während Oldenburg oftmals nicht entschlossen genug wirkte, zog Metzingen das Tempo im Angriff konsequent an und kam so immer wieder zu schnellen Torerfolgen. Die Huntestädterinnen ließen hingegen zu viele Chancen liegen (8:13/17. Minute). Dazu zog das Schiedsrichter-Duo ein ums andere Mal den Unmut der Oldenburger Fans auf sich.
Immerhin: Zwei Minuten vor dem Seitenwechsel sorgte Jenny Behrend mit einem Ballgewinn und dem Treffer zum 15:18 für neue Energie – und leitete die stärkste VfL-Phase in Halbzeit eins ein. Toni Reinemann und Lisa Borutta verkürzten bis zur Pause noch auf 17:18 und versetzten die mehr als 2.000 Zuschauerinnen und Zuschauer in der kleinen EWE Arena in Ekstase.
Diesen Schwung nahmen die VfL-Handballerinnen mit in den zweiten Durchgang. Joana Granicka sorgte per Siebenmeter für den 18:18-Ausgleich – genau den Start, den sich die Fans gewünscht hatten. Vier Minuten nach Wiederanpfiff brachte Jenny Behrend den VfL mit einem Tempogegenstoß ins leere Tor erstmals in Führung (20:19). Nach dem 21:19 durch Toni Reinemann in der 36. Minute schien das Momentum endgültig auf Oldenburger Seite zu kippen.
Doch Metzingen fand erneut die passende Antwort. Oldenburg unterliefen wieder zu viele technische Fehler, dazu verursachte das Team gleich drei Siebenmeter, die die Gäste allesamt verwerteten (22:21/38.).
„Wir hatten heute eine Menge Chancen, die wir nicht genutzt haben. Ähnlich wie im Spiel in Metzingen haben wir es bis zum Abschluss gut gemacht, hatten dann aber vor der Torhüterin Probleme, die Tore zu machen“, erklärte Bötel.
Elf Minuten vor dem Ende hatte sich Metzingen erneut einen Vorsprung erspielt und setzte den VfL mit dem Treffer zum 26:29 weiter unter Druck. Es brauchte eine weitere Aufholjagd. Diese leitete Borutta ein, ehe Granicka nach 54 Minuten vom Siebenmeterpunkt zum 31:31 ausglich. Doch Metzingen blieb cool, fand erneut Lösungen in der Offensive und setzte sich in der Schlussphase wieder auf zwei Treffer ab. Diesen Rückstand konnte Oldenburg nicht mehr aufholen.
Durch die Niederlage rückte Metzingen in der Playoff-Tabelle bis auf einen Punkt an den VfL heran. Die Entscheidung über Platz fünf und die mögliche Europapokal-Qualifikation fällt damit erst am letzten Spieltag. Dann gastiert Oldenburg bei der Sport-Union Neckarsulm.
„Einen Punkt brauchen wir noch für den Platz im Europapokal. Der wäre heute definitiv auch möglich gewesen. Deshalb ist das heute bitter. Jetzt wollen wir uns noch einmal eine Woche auf das Spiel fokussieren und am nächsten Samstag voll da sein“, blickte Bötel bereits voraus.
VfL Oldenburg – TuS Metzingen 34:36 (17:18)
VfL: Winters, Humpert – Borutta, Teiken (1), Reinemann (10), Genz, Janßen, Martens (5), Steffen (2), Oetjen, Granicka (7/7), Röpcke, Golla (2), Behrend (5), Fragge
