Für die Handballerinnen des VfL Oldenburg steht am Samstagabend das letzte Pflichtspiel der Saison 2025/26 auf dem Programm – und zugleich die Entscheidung im Kampf um Platz fünf. Um 19.30 Uhr gastiert das Team von Trainer Niels Bötel bei der Sport-Union Neckarsulm. Mit einem Erfolg könnten die Huntestädterinnen den fünften Platz in der Abschlusstabelle der Bundesliga-Playoffs um die Plätze fünf bis elf aus eigener Kraft sichern und damit auch das Startrecht für die European League lösen.
Die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag ist dabei klar: Nach der 34:36-Heimniederlage gegen den direkten Konkurrenten TuS Metzingen beträgt der Vorsprung des VfL auf Rang sechs nur noch einen Punkt. Damit haben die Huntestädterinnen die Entscheidung zwar weiterhin selbst in der Hand, dürften aber auch einen Blick auf das Parallelgeschehen werfen.
Besonders spannend: Die Oldenburgerinnen kennen bei Anpfiff ihrer Partie die Ausgangslage bereits genau. Metzingen empfängt bereits um 15 Uhr den SV Union Halle-Neustadt und könnte mit einem Heimsieg vorlegen. Dann stünde der VfL am Abend unter Zugzwang. In diesem Fall wäre ein Sieg in Neckarsulm notwendig, um Platz fünf zu verteidigen und sich das Startrecht für die European League zu sichern. Lässt Metzingen dagegen Punkte liegen, würde Oldenburg bereits ein entsprechendes Resultat reichen, um den Vorsprung ins Ziel zu bringen.
„Einen Punkt brauchen wir noch für den Platz im Europapokal. Der wäre heute definitiv auch möglich gewesen. Deshalb ist das heute bitter. Jetzt wollen wir uns noch einmal eine Woche auf das Spiel fokussieren und am nächsten Samstag voll da sein“, hatte Bötel bereits unmittelbar nach der Niederlage gegen Metzingen angekündigt.
Dabei ärgert den VfL vor allem, dass die Entscheidung bereits am vergangenen Wochenende hätte fallen können. Vor über 2.000 Zuschauerinnen und Zuschauern in der kleinen EWE Arena kämpfte sich Oldenburg nach zwischenzeitlich sechs Toren Rückstand eindrucksvoll zurück, musste sich dem TuS Metzingen am Ende aber dennoch mit 34:36 geschlagen geben.
„Wir hatten eine Menge Chancen, die wir nicht genutzt haben. Ähnlich wie im Spiel in Metzingen haben wir es bis zum Abschluss gut gemacht, hatten dann aber vor der Torhüterin Probleme, die Tore zu machen“, analysierte Bötel die Partie. Das will sein Team am abschließenden Spieltag nun unbedingt besser machen.
Nun richtet sich der Fokus voll auf die Aufgabe in Neckarsulm. Die Gastgeberinnen erwischten die Playoffs zunächst hervorragend und setzten sich nach einem Auftaktsieg gegen Halle-Neustadt sogar an die Tabellenspitze. Seitdem wartet das Team von Trainer Thomas Zeitz allerdings auf einen weiteren Erfolg. Drei Niederlagen und ein Unentschieden ließen die Sport-Union auf Rang fünf zurückfallen. Vor dem letzten Spieltag steht Neckarsulm bei 9:7 Punkten und kann sich tabellarisch nicht mehr entscheidend verbessern.
Unterschätzen wird der VfL die Gastgeberinnen dennoch nicht. Die Mannschaft verfügt trotz zahlreicher personeller Ausfälle über viel Qualität und musste sich zuletzt dem TuS Metzingen nur mit 23:28 geschlagen geben. Zudem hatte Neckarsulm am vergangenen Wochenende spielfrei und konnte sich somit gezielt auf den Saisonabschluss vorbereiten. Ähnlich wie der VfL hatte auch die Sport-Union in den vergangenen Monaten immer wieder mit Verletzungssorgen und personellen Engpässen zu kämpfen.
Für die Oldenburgerinnen geht es dagegen um viel. Nach einer Saison mit zahlreichen Ausfällen und schwierigen Phasen könnte Platz fünf ein versöhnlicher Abschluss werden. Gleichzeitig wäre es die Belohnung für starke Playoffs, in denen der VfL lange ungeschlagen blieb. Siege gegen Halle-Neustadt, Göppingen und Zwickau sowie ein Unentschieden gegen den Buxtehuder SV unterstreichen die gute Form der vergangenen Wochen.
Fest steht: Nach einer langen Saison wartet auf den VfL Oldenburg noch einmal ein echtes Endspiel. Mit einem Sieg in Neckarsulm hätten die Huntestädterinnen sämtliche Rechenspiele beendet und Platz fünf sicher. Damit würde sich das Team für eine starke Saison belohnen und die Tür zur European League weit aufstoßen.
