Der VfL Oldenburg ist mit einem 30:30 (15:13) beim BSV Sachsen Zwickau in die neue Bundesliga-Saison gestartet. In einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie lagen die Oldenburgerinnen zwei Minuten vor Schluss noch mit 30:28 in Führung, mussten sich nach einem späten Zwickauer Doppelschlag aber mit einem Punkt zufriedengeben. Beste VfL-Werferinnen waren Toni-Luisa Reinemann Joanna Granicka mit sieben Toren.
Die Gastgeberinnen erwischten zunächst den besseren Start und gingen mit 3:1 in Führung. Oldenburg fand jedoch schnell ins Spiel. Lana Teiken sorgte mit zwei Treffern für den 4:4-Ausgleich, wenig später übernahm der VfL zunehmend die Kontrolle. Vor allem der Rückraum kam nun besser zur Geltung. Paulina Golla, Joanna Granicka und Lara Sophie Müller sorgten für eine 12:8-Führung, beim 13:8 hatte sich Oldenburg erstmals auf fünf Tore abgesetzt. Zwickau kämpfte sich vor der Pause aber wieder heran. Mit einer 15:13-Führung für die Gäste ging es in die Kabinen.
Auch nach Wiederbeginn blieb die Begegnung eng. Zwickau stellte beim 16:16 erstmals wieder auf Gleichstand, doch Oldenburg hielt dagegen. Reinemann, Laurentia Wolff und Jenny Behrend sorgten immer wieder für knappe Führungen, während sich Madita Kohorst mit zahlreichen Paraden auszeichnete. Die Gastgeberinnen ließen sich allerdings nicht abschütteln. Beim 19:19, 22:22 und 24:24 war die Partie jeweils wieder völlig offen. Oldenburg legte vor, Zwickau antwortete. „Wir haben gutes Tempo gespielt und uns viele freie Chancen herausgespielt“, zeigte sich VfL-Trainer Niels Bötel grundsätzlich zufrieden. Dabei habe Zwickaus ehemalige Oldenburger Torhüterin Alexandra Humpert mit mehreren Paraden einen noch größeren VfL-Vorsprung verhindert.
Beim Stand von 28:28 schien Oldenburg schließlich auf die Siegerstraße einzubiegen. Teiken und Behrend nutzten ihre Möglichkeiten und brachten den VfL mit 30:28 in Führung. Zu spielen waren weniger als zwei Minuten. Doch Zwickau schlug noch einmal zurück. Viktoria Hasselbusch verkürzte zunächst auf 29:30 und erzielte wenig später auch den 30:30-Ausgleich. Oldenburg bekam danach noch die Gelegenheit zum Sieg, konnte den Ball aber nicht mehr im Tor unterbringen. Aus Sicht von Bötel wäre in der Schlussphase sogar mehr möglich gewesen. „Wir haben fast das gesamte Spiel über geführt und hätten den Sieg aus meiner Sicht verdient gehabt“, sagte der VfL-Trainer. Besonders ärgerte ihn die nicht geahndete Aktion in der letzten Szene: „Da bleibt für mich der Pfiff für einen klaren Siebenmeter aus. Dementsprechend hätten wir die zwei Punkte natürlich gerne genommen.“
Gleichzeitig wusste Bötel, wie eng die Partie in beide Richtungen hätte kippen können. Nach der umstrittenen letzten Oldenburger Aktion habe Zwickau seinerseits noch die Möglichkeit auf einen schnellen Gegenstoß gehabt. „Es war letztlich ein ganz schmaler Grat zwischen Sieg und Niederlage.“ Positiv bewertete der Trainer vor allem, wie viele Möglichkeiten sich seine Mannschaft offensiv erarbeitete. In der Defensive sieht er aufgrund der neuen personellen Konstellation dagegen noch Abstimmungsbedarf. „Da hatten wir noch ein paar Lücken und müssen am Timing arbeiten. Es war aber auch ein Spiel, in dem man gesehen hat, dass bei uns noch eine Menge Potenzial vorhanden ist.“
Am Sonntag, 6. September, steht für die Oldenburgerinnen um 16.30 Uhr das erste Heimspiel auf dem Plan. Zu Gast in der kleinen EWE Arena ist dann der Thüringer HC.
BSV Sachsen Zwickau – VfL Oldenburg 30:30 (13:15)
VfL: Janßen, Kohorst – Teiken (4), Birnkammer, Behrend (4), Ingenpaß, Reinemann (7/2), Müller (3), Granicka (7/1), Oetjen, Wolff (3), Munderloh, Golla (2), Fragge, Warren
