Nach Leipzig-Erfolg: VfL Oldenburg will gegen Neckarsulm nachlegen

Drei Tage nach dem ersten Saisonsieg wollen die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg auch vor heimischer Kulisse erstmals punkten. Am Mittwochabend, 19 Uhr, empfängt die Mannschaft von Trainer Niels Bötel die Sport-Union Neckarsulm in der kleinen EWE-Arena.

Die Ausgangslage scheint auf den ersten Blick klar: Der VfL Oldenburg kommt mit Rückenwind aus dem 28:24-Erfolg beim HC Leipzig, die Sport-Union Neckarsulm reist nach drei Niederlagen als Tabellenletzter an. Bötel warnt allerdings davor, sich von dieser Konstellation täuschen zu lassen. „Neckarsulm steht nicht da, wo sie eigentlich stehen sollten“, sagt der VfL-Trainer. Qualitativ schätzt er den kommenden Gegner deutlich stärker ein. „Wenn man sich die einzelnen Spielerinnen anschaut, würde ich sie eher so einschätzen, dass sie um Platz vier oder fünf mitspielen können.“

Bislang konnte die Sport-Union dieses Potenzial allerdings noch nicht in Punkte ummünzen. Zum Auftakt setzte es ein deutliches 22:34 gegen Bensheim/Auerbach, anschließend zeigte Neckarsulm beim 33:35 gegen Borussia Dortmund bereits eine klare Steigerung. Am vergangenen Wochenende folgte dann die bislang bitterste Niederlage: Gegen den Buxtehuder SV führte das Team von Thomas Zeitz zur Pause mit 13:12 und nach dem Seitenwechsel sogar mit drei Toren, unterlag am Ende aber knapp mit 26:27. Damit wächst vor der Reise nach Oldenburg der Druck. „Sie müssen unbedingt punkten“, sagt Bötel. „Keiner hat damit gerechnet, dass sie zuhause gegen Buxtehude Punkte liegenlassen. Wenn sie ihre Ziele erreichen wollen, müssen sie jetzt langsam anfangen zu gewinnen.“

Dabei hat Neckarsulm auch mit personellen Problemen zu kämpfen. Neuzugang Lisa Vlug zog sich bereits in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zu, Kapitänin Munia Smits arbeitet weiter an ihrem Comeback. Dennoch sieht Bötel reichlich Qualität im Kader. Mit Spielerinnen wie Antje Döll (8 Tore gegen Buxtehude) oder Sina Ehmann (6) verfügt die Sport-Union über viel Erfahrung. Genau darin liegt für Bötel auch der größte Unterschied zum vergangenen Gegner. „Leipzig hat viele junge, talentierte Spielerinnen. Neckarsulm ist dagegen eine sehr erfahrene Mannschaft“, sagt der VfL-Trainer. Dazu komme eine stabile Abwehr und ein eingespieltes Zusammenspiel. „Das ist in Sachen Erfahrung eigentlich das komplette Gegenteil von Leipzig.“

Entsprechend wenig lässt sich aus dem erfolgreichen Auftritt am Sonntag direkt auf die Partie am Mittwoch übertragen. „Für beide Mannschaften wird es ein anderes Spiel“, sagt Bötel. „Wir spielen anders als Buxtehude, Neckarsulm spielt anders als Leipzig.“ Viel Zeit zur Vorbereitung bleibt nicht. Zwei Trainingseinheiten standen zwischen dem 28:24-Sieg in Leipzig und dem nächsten Anwurf. Für Bötel war dabei nicht nur die deutliche Führung aus der ersten Halbzeit wichtig, sondern vor allem die Reaktion auf die Leipziger Aufholjagd. Der VfL ließ sich auch dann nicht aus der Ruhe bringen, als der Vorsprung schrumpfte und die Halle noch einmal ins Spiel kam.

Nach drei Partien steht Oldenburg damit bei 3:3 Punkten. „Mit der Punkteausbeute sind wir zufrieden, auch wenn wir vielleicht noch etwas mehr auf dem Konto hätten haben können“, sagt Bötel. Umso wichtiger sei es, bereits den ersten Sieg eingefahren zu haben. „Ich bin froh, dass wir vor dem Duell mit Neckarsulm diesen Erfolg schon in der Tasche haben.“ Darauf ausruhen will sich der VfL allerdings nicht. Gerade weil Neckarsulm bislang hinter den eigenen Erwartungen zurückliegt, rechnet Bötel mit einem hochmotivierten Gegner. Die Sport-Union habe trotz des Fehlstarts noch genügend Zeit, die Saison zu korrigieren. „Aber wir wollen verhindern, dass sie damit ausgerechnet gegen uns anfangen.“