Die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg bleiben auf Erfolgskurs. Drei Tage nach dem 28:24-Auswärtssieg beim HC Leipzig setzte sich die Mannschaft von Trainer Niels Bötel auch gegen die Sport-Union Neckarsulm durch. Vor rund 950 Zuschauern in der kleinen EWE-Arena drehten die Oldenburgerinnen einen schwierigen Start mit einem 8:0-Lauf und feierten am Ende einen verdienten 29:23 (14:12)-Heimsieg.
Dabei sah es in den Anfangsminuten zunächst überhaupt nicht nach einem erfolgreichen Abend für den VfL aus. Oldenburg leistete sich in den ersten sechs Minuten gleich vier technische Fehler, Neckarsulm nutzte die Ballverluste konsequent und setzte sich früh auf 5:1 ab. Niels Bötel reagierte mit einer schnellen Auszeit, doch zunächst blieben die Gäste spielbestimmend und erhöhten auf 8:3. „Wir sind etwas schleppend reingekommen, haben einfache Gegentore bekommen und zu viele technische Fehler gemacht. Gerade zu Beginn der Partie waren das einfach zu viele – letztlich sogar mehr als dann im gesamten weiteren Spiel“, sagte VfL-Coach Niels Bötel. Ohnehin: Personell musste Oldenburg auf die verletzte Annika Ingenpaß am Kreis verzichten, Coach Bötel setzte deshalb phasenweise erneut auf eine Formation mit zusätzlicher Rückraumspielerin.
Und: Nach der schwachen Anfangsphase fand Oldenburg zunehmend zu seinem Spiel. Die Deckung agierte aggressiver und im Angriff wurden die Aktionen konsequenter ausgespielt. Innerhalb von knapp zehn Minuten erzielte der VfL acht Treffer in Folge. Aus dem 3:8-Rückstand wurde eine 11:8-Führung. „Nach dem Timeout haben wir uns auf das besonnen, was wir uns vorgenommen hatten und spielen wollten. Mit dem 8:0-Lauf ist es uns gelungen, das Spiel zu drehen“, so Bötel. Julika Birnkammer sorgte zunächst für den 8:8-Ausgleich, wenig später brachte Paulina Golla ihre Mannschaft beim 9:8 erstmals in Führung. Vor allem Toni Reinemann, mit acht Treffern beste VfL-Werferin, drückte der Partie in dieser Phase ihren Stempel auf und baute den Vorsprung mit zwei weiteren Treffern auf 11:8 aus. Auch VfL-Keeperin Madita Kohorst wurde immer mehr zum Faktor, entschärfte zahlreiche Neckarsulmer Möglichkeiten. Zur Pause lag der VfL mit 14:12 vorne.
Nach dem Seitenwechsel knüpfte Oldenburg direkt an die starke Phase des ersten Durchgangs an. Reinemann und Golla erhöhten, wenig später stellte Laurentia Wolff per Siebenmeter auf 17:12. Neckarsulm verkürzte noch einmal auf drei Treffer, doch der VfL ließ sich davon nicht beeindrucken. „Direkt nach der Halbzeit haben wir erhöht, Neckarsulm so unter Druck gesetzt und zu frühen Auszeiten gezwungen“, erklärte Bötel. Mitte der zweiten Hälfte setzte sich sein Team erstmals auf sieben Tore ab. Beim 22:15 (42. Minute) war der zweite Sieg in Folge bereits deutlich in Reichweite. Zwar gelang es Neckarsulm in der Schlussphase noch einmal, den Abstand etwas zu verkürzen, wirklich in Gefahr geriet der Heimsieg aber nicht mehr. „Vielleicht haben wir die ersten zwölf und die letzten zehn, zwölf Minuten nicht ganz das gespielt, was möglich ist. Aber insgesamt bin ich mit der Leistung sehr zufrieden“, bilanzierte Bötel.
Nach zwei Siegen innerhalb weniger Tage bekommen die Oldenburgerinnen nun zunächst eine kurze Pause von vier Tagen. „Ab Montag geht es dann weiter. Damit haben auch die Spielerinnen, die dann bei der Nationalmannschaft sind, noch einmal ein paar Tage frei“, erklärt der VfL-Trainer. Während ein Teil des Kaders in der Länderspielpause unterwegs ist, wird mit den verbleibenden Spielerinnen in Oldenburg weitergearbeitet. Anschließend richtet sich der Blick auf die nächste internationale Aufgabe. Am Sonntag, 4. Oktober, steht das Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde zur EHF European League bei GC Amicitia Zürich auf dem Programm.
VfL Oldenburg – Sport-Union Neckarsulm 29:23 (14:12)
VfL: Janßen, Kohorst – Teiken (1), Birnkammer (5), Behrend (4), Reinemann (8/3), Müller (5), Granicka (2), Oetjen, Wolff (1/1), Munderloh, Golla (3), Fragge
