VfL Oldenburg macht Einzug in nächste Europapokal-Runde perfekt

Die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg stehen in der dritten Qualifikationsrunde der EHF European League. Nach dem deutlichen 31:22-Auswärtserfolg im Hinspiel gegen GC Amicitia Zürich reichte der Mannschaft von Trainer Niels Bötel am Sonntagnachmittag ein 23:23 (12:11) vor heimischem Publikum. Dabei erwischten die Oldenburgerinnen zunächst einen schwierigen Start, steigerten sich im Verlauf der ersten Halbzeit aber deutlich. Nach der Pause entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung, in der auch zahlreiche Nachwuchsspielerinnen  internationale Erfahrung sammeln konnten.

Die Ausgangslage vor dem Rückspiel war komfortabel, doch davon war in den ersten Minuten wenig zu erkennen. Zürich präsentierte sich deutlich entschlossener als noch im Hinspiel und setzte die Oldenburgerinnen von Beginn an unter Druck. Der VfL fand zunächst nur schwer in seinen Rhythmus, leistete sich im Angriff einige Fehler und ließ gute Möglichkeiten ungenutzt. Nach einem ausgeglichenen Beginn übernahmen die Gäste zunehmend die Kontrolle und setzten sich bis zur 16. Minute auf 9:5 ab. Damit war der Neun-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel bereits deutlich geschrumpft.

Mit zunehmender Spieldauer fand Oldenburg jedoch besser in die Begegnung. Vor allem die Defensive stabilisierte sich, während der VfL auch im Angriff geduldiger agierte und seine Chancen konsequenter nutzte. Toni Reinemann und Lara Müller übernahmen Verantwortung, auch Jenny Behrend war in dieser Phase erfolgreich. Zürich hatte nun deutlich mehr Schwierigkeiten, zu klaren Abschlüssen zu kommen. In der 27. Minute sorgte Julika Birnkammer für den 11:11-Ausgleich und erzielte kurz vor der Pause auch den Treffer zur 12:11-Halbzeitführung.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Zürich ging immer wieder knapp in Führung, doch Oldenburg fand stets eine Antwort. Besonders Reinemann zeigte sich treffsicher und hielt ihre Mannschaft mit wichtigen Toren im Spiel. Beim 16:15 durch Lara Müller in der 41. Minute lag der VfL noch einmal vorne, anschließend waren es meist die Gäste, die vorlegten. Entscheidend absetzen konnten sie sich allerdings nicht. Über 18:18 und 20:20 blieb die Begegnung bis in die Schlussphase offen.

Angesichts des deutlichen Erfolgs im Hinspiel nutzte Bötel die zweite Halbzeit auch, um die Belastung innerhalb seiner Mannschaft zu verteilen. Nach den intensiven vergangenen Tagen mit den Auswärtsspielen in Zürich und Bensheim erhielten mehrere Stammspielerinnen längere Pausen. Stattdessen durften sich zahlreiche junge Spielerinnen auf internationalem Niveau beweisen. Unter anderem sammelten Milla Warren, Lina Genz, Mikkeline Oetjen, Lina Janssen und Lisa Munderloh wichtige Einsatzminuten. Auch in dieser Besetzung hielt Oldenburg gegen den Schweizer Meister gut dagegen.

In den letzten Minuten blieb es spannend. Laurentia Wolff glich in der 55. Minute zum 22:22 aus. Nachdem Zürich erneut vorgelegt hatte, war es schließlich Lisa Munderloh, die in der 59. Minute den Treffer zum 23:23-Endstand erzielte. Beste Werferin auf Oldenburger Seite war Toni Reinemann mit acht Treffern, gefolgt von Lara Müller mit sechs Toren. Laurentia Wolff war dreimal erfolgreich.

Mit dem Gesamtergebnis von 54:45 aus beiden Begegnungen setzte sich Oldenburg letztlich deutlich gegen GC Amicitia Zürich durch. Nach vier Pflichtspielsiegen in Serie musste sich der VfL damit zwar erstmals wieder mit einem Unentschieden zufriedengeben, das wichtigste Ziel wurde jedoch erreicht. In der dritten Qualifikationsrunde der EHF European League wartet nun die nächste Herausforderung. Die Auslosung findet am Dienstag statt, gespielt wird im Zeitraum vom 7. bis 15. November. Mit einem weiteren erfolgreichen Duell könnte der VfL erneut den Einzug in die Gruppenphase des europäischen Wettbewerbs perfekt machen.

VfL Oldenburg – GC Amicitia Zürich 23:23 (12:11)

VfL: Janßen, Kohorst – Reinemann (8), Müller (6), Wolff (3), Birnkammer (2), Behrend (2), Granicka (1), Munderloh (1), Teiken, Warren, Janssen, Oetjen, Golla, Fragge, Genz.