Drei Bundesliga-Siege in Folge, Tabellenplatz vier und der Einzug in die nächste Europapokalrunde: Die Handballerinnen des VfL Oldenburg befinden sich derzeit in bestechender Form. Am Mittwochabend, 14. Oktober, 19 Uhr, wartet in der kleinen EWE-Arena allerdings die bislang größte Herausforderung der Saison. Mit Borussia Dortmund gastiert der noch ungeschlagene Tabellenführer und Meisterschaftsfavorit in der Huntestadt.
Nur zwei Mannschaften konnten ihre vergangenen drei Spiele in der Handball-Bundesliga allesamt gewinnen: Borussia Dortmund und der VfL Oldenburg. Während sich die HSG Blomberg-Lippe (Platz 2) und Thüringer HC (Platz 3) zuletzt im direkten Duell die Punkte teilten, setzte die Mannschaft von Trainer Niels Bötel ihre Erfolgsserie fort. Nach dem Saisonstart mit dem 30:30 in Zwickau und der deutlichen 30:41-Heimniederlage gegen den Thüringer HC fanden die Oldenburgerinnen zunehmend zu ihrer Form. Auf den 28:24-Erfolg beim HC Leipzig folgten ein 29:23-Heimsieg gegen die Sport-Union Neckarsulm und nach der Länderspielpause ein überzeugendes 35:30 bei der HSG Bensheim/Auerbach. Mit nun 7:3 Punkten hat sich der VfL bis auf den vierten Tabellenplatz vorgearbeitet. Auch auf internationaler Bühne läuft es für die Huntestädterinnen. In der zweiten Qualifikationsrunde der EHF European League setzte sich Oldenburg gegen den Schweizer Meister GC Amicitia Zürich durch. Nach dem deutlichen 31:22-Auswärtssieg genügte am vergangenen Sonntag ein 23:23 im Rückspiel, um den Einzug in die dritte Qualifikationsrunde perfekt zu machen. Der Traum von einer erneuten Teilnahme an der Gruppenphase lebt damit weiter.
Nun aber wartet ein Gegner, der sportlich noch einmal in einer anderen Kategorie anzusiedeln ist. Borussia Dortmund führt die Bundesliga nach fünf Siegen aus fünf Spielen mit 10:0 Punkten souverän an. Seit der Niederlage im Supercup gegen Blomberg-Lippe ist die Mannschaft auf nationaler Ebene ungeschlagen. Und auch in der Champions League unterstreicht der BVB seine Ambitionen. Am vergangenen Sonntag feierten die Dortmunderinnen mit dem 37:31 gegen den slowenischen Vertreter RK Krim bereits den dritten Sieg in Folge in der europäischen Königsklasse und befinden sich damit auf Kurs Richtung Playoffs. Für VfL-Trainer Niels Bötel sind die Rollen vor dem Duell deshalb eindeutig verteilt. „Dortmund ist für mich in der Liga die Nummer eins. Sie haben in Europa jetzt auch wieder gewonnen, sind dort voll auf Kurs Playoffs“, sagt der Oldenburger Coach. Vor allem die Breite und individuelle Klasse des Dortmunder Aufgebots beeindrucken ihn. „Sie sind mit deutlichem Abstand – sowohl was die Qualität, aber auch die Quantität im Kader angeht – die Nummer eins in Deutschland.“
Geschlagen geben will man sich vor der Partie aber keineswegs. „Auch wenn wir gegen die Favoritinnen auf die Deutsche Meisterschaft spielen, wollen wir alles raushauen“, betont Bötel. Mit der bisherigen Saison seiner Mannschaft ist er unabhängig vom Ausgang der Begegnung zufrieden. „Ganz egal, wie das Spiel auch ausgehen wird, bin ich sehr zufrieden, wo wir aktuell stehen. Der Druck liegt ganz klar bei Dortmund.“ Dabei weiß der 39-Jährige, dass zwischen seiner Mannschaft und dem Spitzenreiter derzeit noch ein Qualitätsunterschied besteht. Gerade die personelle Situation auf der Kreisläuferposition schränkt die taktischen Möglichkeiten der Oldenburgerinnen ein. „Grundsätzlich soll es das Ziel sein, die ‚Großen‘ zu ärgern. Um da wirklich Punkte aus dem Spiel mitzunehmen, dafür ist vielleicht noch etwas zu früh in der Saison. Dafür sind wir sicherlich noch etwas unerfahren und uns fehlt mit Blick auf den Kreis vielleicht auch ein wenig die Variabilität“, erklärt Bötel und gibt gleichzeitig die Marschroute vor: „Wir wollen uns in solchen Spielen entwickeln, aber das Spiel auch so lange wie möglich offenhalten und auch um Punkte fighten.“
