Krimi in Halle: VfL Oldenburg rettet sechsten Sieg in Folge über die Zeit

Die Handballerinnen des VfL Oldenburg haben ihre beeindruckende Erfolgsserie auf sechs Bunddesliga-Siege in Folge ausgebaut. Beim SV Union Halle-Neustadt setzte sich die Mannschaft von Trainer Niels Bötel am Mittwochabend nach einer dramatischen Schlussphase hauchdünn mit 33:32 (20:11) durch. Dabei hatten die Oldenburgerinnen das Spiel lange Zeit klar dominiert und zwischenzeitlich deutlich geführt, ehe die Gastgeberinnen in den letzten Minuten noch einmal zurückkamen.

59 Minuten und 45 Sekunden waren gespielt, als die Partie plötzlich wieder völlig offen war. Was lange nach einem ungefährdeten Auswärtssieg des VfL Oldenburg ausgesehen hatte, entwickelte sich in der Schlussphase zu einem echten Handballkrimi. Mit einem Treffer von Viktoria Marksteiner zum 32:32 hatte sich der SV Union Halle-Neustadt nach zwischenzeitlich zehn Toren Rückstand tatsächlich noch einmal zurückgekämpft. Doch die Antwort der Oldenburgerinnen ließ nicht lange auf sich warten. Nur sieben Sekunden später nutzte Toni Reinemann das verwaiste Tor der Gastgeberinnen und traf zum 33:32. Halle blieb noch eine letzte Gelegenheit, doch Madita Kohorst war zur Stelle und parierte den abschließenden Wurf. Wenige Augenblicke ertönte die Schlusssirene und die Oldenburgerinnen konnten einen Sieg bejubeln, der zwischenzeitlich längst sicher schien und am Ende doch noch einmal auf der Kippe stand. „Wir hatten 15 Minuten vor dem Ende einen Bruch in unserem Spiel, haben vorne keine Tore geworfen und hinten zu einfache Gegentore kassiert“, erklärte VfL-Trainer Niels Bötel nach der Partie: „Am Ende haben wir uns aber super dagegengestemmt und geackert. Ich bin sehr zufrieden, dass wir den Sieg so letztlich noch geholt haben.“ Tatsächlich zeigte seine Mannschaft an diesem Abend zwei völlig unterschiedliche Gesichter. Über weite Strecken präsentierten sich die Huntestädterinnen souverän und spielbestimmend, ehe der deutliche Vorsprung in der Schlussviertelstunde beinahe vollständig verspielt wurde.

Dabei hatten die Vorzeichen vor der Begegnung erneut personelle Herausforderungen mit sich gebracht. Nach rund einer Viertelstunde verletzte sich Lara Müller bei einem Torabschluss am Finger und konnte nicht mehr weiterspielen. „Nachdem sich Lara am Finger verletzt hat und nicht mehr weiterspielen konnte, mussten wir taktisch umstellen. Damit konnten wir dann nicht mehr so viel Tempo gehen“, erklärte Bötel. Die notwendige Umstellung brachte die Oldenburgerinnen zunächst allerdings keineswegs aus dem Konzept. Nach einem ausgeglichenen Beginn (6:6, 12. Minute) übernahm der VfL zunehmend die Kontrolle. Mit einer beweglichen Abwehr und einer glänzend aufgelegten Madita Kohorst zwischen den Pfosten stellten die Gäste Halle immer wieder vor Probleme. Während die Gastgeberinnen zunehmend Fehler produzierten, nutzte Oldenburg seine Möglichkeiten konsequent aus und zog über 10:6 (20.) bis zur Halbzeit auf 20:11 davon.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb der VfL zunächst klar tonangebend und bauten den Vorsprung beim 29:19 (47.) sogar auf zehn Treffer aus. Zu diesem Zeitpunkt deutete kaum etwas darauf hin, dass die Begegnung noch einmal spannend werden könnte. Doch Halle gab sich nicht geschlagen, startete eine Aufholjagd. Beim 30:26 (54.) war Halle wieder auf vier Treffer herangekommen, ehe der Vorsprung in den Schlussminuten weiter zusammenschmolz. Was folgte, war jene dramatische Schlussphase, in der Reinemann und Kohorst schließlich den Sieg retteten.

Mit nun 13:3 Punkten bleibt der VfL auf Erfolgskurs und kann mit viel Selbstvertrauen auf die kommenden Aufgaben blicken. Viel Zeit zur Regeneration bleibt allerdings nicht. Bereits am Samstag wartet auf die Mannschaft von Niels Bötel die nächste Herausforderung auf internationaler Bühne. Um 16.30 Uhr empfängt der VfL Oldenburg den spanischen Vertreter aus Málaga zum Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde der EHF European League in der Sporthalle Wechloy.

 

SV Union Halle-Neustadt – VfL Oldenburg 32:33 (11:20)

VfL Oldenburg: Janßen, Kohorst – Teiken (3), Birnkammer (4), Behrend (3), Ingenpaß, Reinemann (8), Müller (2), Granicka (5/2), Munderloh (1), Golla (4), Fragge (1).