VIERTE entscheidet Handball-Krimi für sich

Starke SG Obenstrohe/Dangastermoor mit 27:26 bezwungen

Die VIERTE mag offensichtlich für sich und die Zuschauer die Spannung und den Nervenkitzel, denn es war nicht das erste knappe Ergebnis in dieser Saison. Erst die Woche zuvor war man mit nur einem Tor Unterschied beim SV SF Larrelt als Sieger aus der Halle gegangen. Und angesichts dieses knappen Ergebnisses sollte es am letzten Sonntag (08.11.2016) in heimischer Halle gegen die SG Obenstrohe/Dangastermoor ein überzeugendes Spiel mit einem klaren Sieg geben.

Doch es kam anders. Man wusste zwar im Vorfeld von einigen Stärken der SG, doch im Verlauf der ersten Halbzeit gelang es VIERTEN noch nicht, die SG bei ihren Angriffsbemühungen in jeder Phase konsequent zu stören. Trotz einer auf M. Coquille ausgerichteten Abwehr konnte die stärkste Spielerin in den Reihen der SG immer wieder Akzente setzen und bis zum Ende des Spiels letztlich alleine zehn Tore erzielen. Sie wurde zudem auf der linken Außenbahn noch von einer sehr agilen T. Mrotzek unterstützt, so dass nach einem ersten Abtasten und einem ausgeglichenen Spiel bis zur 15. Min. (5:5) es nicht verwunderte, dass die SG es zunehmend verstand, eine größere Tordifferenz zwischen sich und die VIERTE zu bringen. Auch bekamen die Torfrauen der VIERTEN, F. Hassing und J. Andresen, in dieser Phase keinen rechten Zugriff auf den Ball. Die VIERTE aber behielt dennoch zunächst die Nerven, ließ den Abstand nicht zu groß werden und glich bis zur 25. Min. durch Tore von J. Specht und D. Wessel noch einmal zum 11:11 aus. Dann allerdings stand bis zum Halbzeitpfiff fünf Toren der SG - im Wesentlichen durch die zuvor ge-nannten Spielerinnen erzielt - nur ein Tor von N. Bürmann gegenüber, so dass die VIERTE mit einem nach den Anfangsminuten des Spiels nicht erwarteten 12:16-Rückstand in die Kabine gehen musste.

Als umgehend nach Wiederanpfiff J. Specht mit dem ersten ihrer dann später in Halbzeit 2 insge-samt erzielten sechs Treffer den Abstand verkürzen konnte, kam bei der VIERTEN sofort Hoffnung auf ein besseres Spielresultat auf. Diese Momentaufnahme hielt jedoch nicht lange, denn die SG wollte ihre Führung weiter ausbauen. So entwickelte sich bei drei Gegentoren und nur einem Tor von L. Huntemann bis zur 33. Min. eine schon deutliche 14:19-Führung für die SG. Wohl spätes-tens ab diesem Moment ging ein Ruck durch die Mannschaft; zu den bisher gezeigten spieleri-schen Elementen kam nun auch der Kampfgeist und ein erhöhtes Engagement in der Abwehr hin-zu, K. Birken stellte zunehmend die linke Außenbahn der SG dicht, N. Bürmann hielt M. Coquille in Schach und der Mittelblock verschob gut. Und viele der Bälle, die jetzt noch den Weg durch die Abwehrreihe der VIERTEN fanden, konnten nun von der in Halbzeit 2 wieder stark haltenden Torf-rau F. Hassing pariert werden. Es dauerte allerdings noch bis zur 44. Min. (18:22), bis die Bemü-hungen um eine Resultatverbesserung richtig Früchte tragen sollten.

Die folgenden Minuten gehörten den Anspielern "mit Auge" und J. Specht am Kreis, der in dieser Spielphase ein richtiger "Hattrick" gelang. Sie erzielte zunächst den Anschlusstreffer zum 21:22 und wenig später trotz einer doppelten Unterzahl der VIERTEN den Ausgleichstreffer zum 22:22; zwischenzeitlich hatte F. Hassing einen Siebenmeter abwehren können. Große Hoffnung kam auf, als kurz darauf N. Bürmann erstmals nach den Anfangsminuten des Spiels die VIERTE in der 51. Min. mit 23:20 in Führung brachte. Für den Ausbau der Führung auf zwei Tore sorgte dann J. Herrnberger (Lemcke). Auf Seiten der SG hielt nun nur noch M. Coquille dagegen, doch mehr als Anschlusstreffer waren auch ihr nicht mehr möglich. Das Spiel hätte dann aber noch ganz anders enden können, als der SG in der 60. Min. ein Siebenmeter zugesprochen wurde. M. Coquille zeigte Nerven, F. Hassing zweimal richtige Größe; sie hielt nicht nur reaktionsschnell den Siebenmeter, sondern in der Wiederaufstehphase auch den Nachwurf. Der berechtigte Jubel von Mannschaft, Trainer und heimischen Fans war ihr sicher. So hatte der sich zum Schluss des Spiels ergebende Krimi für die VIERTE ein gutes Ende genommen, denn der letzte erfolgreich abgeschlossene SG-Angriff durch M. Elberling bedeutete für die VIERTE nur noch eine kleinere kosmetische Ergebniskorrektur zum 27:26.

Angesichts des dann doch erfolgreichen Ausgangs des Spiels und der gezeigten geschlossenen Mannschaftsleistung war der Jubel bei allen Beteiligten groß.


VfL Oldenburg IV: F. Hassing (bis 15. und 30.-60. Min.: 15 Paraden, dav. 2 geh. SM), J. Andresen (15.-30. Min.: 4 Paraden); - K. Birken (2), N. Bürmann (4), L. Fehrcke, C. Fuchs (1), L. Huntemann (4, dav. 3 SM), S. Kiel (2), H. Koutonou, J. Lemcke (4), S. Reershemius, M. Schulze, J. Specht (8) und D. Wessel (2).

Spielverlauf aus Sicht der VIERTEN als Heimmannschaft:
1:0 (1.), 1:1 (4.), 2:1 (5.), 3:2 (6.), 4:3 (10.), 4:5 (12.), 5:5 (15.), 5:7 (16.), 6:9 (18.), 8:9 (20.), 10:10 (24.), 11:11 (25.), 11:14 (28.), 12:16 (30.);
13:16 (31.), 13:18 (32.), 14:19 (33.), 16:19 (37.), 17:20 (37.), 19:22 (45.), 22:22 (50.), 23:22 (51.), 23:23 (52.), 25:23 (54.), 26:24 (58.), 26:25 (59.), 27:25 (60.), 27:26 (60.).

Der nächste Gegner der VIERTEN wird sicherlich kein leichterer als jetzt zuletzt die SG. Am kom-menden Samstag, den 12.11.2016, kommt es in Aurich gegen den MTV Aurich zum Spitzenspiel in der Landesklasse Weser-Ems Nord. Um 17:00 Uhr wird dort die VIERTE als derzeitiger Zweiter der Tabelle auf den punktgleichen Dritten treffen. Beide Mannschaften haben bislang lediglich ge-gen die HSG Hude / Falkenburg II Punkte gelassen. Insofern könnte der VIERTEN erneut eine spannende Partie bevorstehen.

 

Text: Die VIERTE