Jenny Behrend verlässt Oldenburg

Jenny Behrend verlässt Oldenburg: „Ich möchte den nächsten Schritt gehen.“

Der VfL Oldenburg muss ab der kommenden Saison ohne Nationalspielerin Jenny Behrend auskommen. Die 25-Jährige wird ihren auslaufenden Vertrag beim Handball-Bundesligisten nicht verlängern – und stattdessen den nächsten Schritt auf der Karriereleiter wagen und sich dem Champions-League Vertreter SG BBM Bietigheim anschließen.

„Die Entscheidung ist mir superschwer gefallen“, gesteht Jenny Behrend. „Ich bin schon so lange hier beim VfL, es ist mittlerweile mein zweites Zuhause.“ Dennoch sei der Moment gekommen, den nächsten Schritt zu machen, um ihr großes Ziel – Nationalmannschaft zu spielen – zu verwirklichen. „Um dort Fuß fassen und mithalten zu können, brauche ich mehr internationale Erfahrung“, erklärt sie. „Jeder hofft sein Hobby zum Beruf zu machen und als Vollprofi zu leben. Ich habe mich entschieden, dass es jetzt an der Zeit ist, aus der Komfortzone herauszukommen und den nächsten Schritt zu gehen – auch wenn es einem schwerfällt.“

Nach sieben Jahren an der Hunte endet für Jenny Behrend im Sommer somit das Kapitel Oldenburg. 2014 wagte die damals 18-Jährige den Schritt aus der 3. Liga beim TSV Owschlag nach Oldenburg in die Bundesliga. „Ich wurde hier toll aufgenommen und immer super von der Familie Staschen unterstütz. Handballerisch habe ich in der Zeit unglaublich viel gelernt“, erinnert sich Behrend, die in Oldenburg eine Ausbildung begann. Besonders die Zusammenarbeit mit Kim Birke, die ihre Karriere 2019 nach 14 Jahren in Oldenburg beendete, sei prägend gewesen. „Ich hatte das Glück, über eine lange Zeit mit ihr zusammenzuspielen, habe mir viel von ihr abgeguckt und konnte viel von ihr lernen.“ Gemeinsam gewannen die beiden 2018 den DHB-Pokal – für Behrend der größte Erfolg mit dem VfL. „Der Pokalsieg war großartig. Aber ich würde sagen, dass es besonders die vielen kleinen Dinge sind, die Oldenburg so schön machen.“

Auch mit der aktuellen Saison ist die Rechtsaußenspielerin zufrieden. „Ich glaube ich kann selbstbewusst sagen, dass wir nicht mehr über den Abstiegskampf sprechen müssen“, sagt sie. „Auch wenn die Leistungen manchmal noch schwankend sind – wir sind auf einem guten Weg, unseren Platz in der Tabelle zu festigen.“ Das liege auch an der Zusammenstellung der Mannschaft. „Wir haben dieses Jahr eine verdammt coole Truppe zusammen, das Trainerteam und die Geschäftsführung macht einen extrem guten Job“, findet Behrend. Auch deshalb sei es ihr so schwergefallen, eine Entscheidung zu treffen. „Ich glaube, ich habe in meinem Leben noch nie so viel geweint wie in den vergangenen Wochen. Es sind einfach so unfassbar tolle Menschen, die ich hier in Oldenburg kennengelernt habe.“

Einer von ihnen ist VfL-Trainer Niels Bötel, der Behrends Wechselentscheidung nachvollziehen kann. „Ich denke, es ist für sie jetzt an der Zeit, sich dafür zu belohnen was sie hier geleistet und woran sie jeden Tag gearbeitet hat“, sagt er. Es hätten schon einige Spielerinnen erfolgreich den Schritt gewagt, um sich noch mehr auf den Handball zu konzentrieren und mit dem Verein auch international zu spielen. „Das ist hier in Oldenburg nur zu einem bestimmten Limit möglich“, so Bötel – der Behrends neuem Arbeitgeber bereits verspricht: „Jenny gibt immer vollen Einsatz, darauf kann sich ihr neues Team auf jeden Fall freuen.“