Derby-Sieg in Schlusssekunde: Oldenburg schlägt Rosengarten

Erzielte den Siegtreffer gegen Rosengarten: Merle Carstensen (Foto Thorsten Helmerichs)

Was ein nervenaufreibendes Nord-Derby: Die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg haben mit einem 25:24 (11:14)-Erfolg gegen die HL Buchholz 08-Rosengarten ihren elften Saisonsieg gefeiert. Nach fast 60 Minuten im Rückstand gingen die Oldenburgerinnen in der Schlussminute zum ersten Mal in Führung – und konterten in beeindruckender Art und Weise auch den Ausgleich der Gäste.

Es waren keine 15 Sekunden mehr auf der Uhr, als Kim Berndt den 24:24-Ausgleich für die Gäste erzielte und die Hoffnungen auf den elften Oldenburger Saisonsieg zerstört zu haben schien. Doch Torhüterin Julia Renner schaltete blitzschnell, fand Marie Steffen im Anwurfkreis, die den Ball direkt auf Merle Carstensen weiterspielte. Und die Co-Kapitänin bewies Nervenstärke und erzielte mit einem Heber über die zurückeilende Gäste-Abwehr den Siegtreffer.

Ein Sieg, mit dem Mitte der ersten Hälfte nicht unbedingt zu rechnen war. Die Huntestädterinnen waren äußerst ungefährlich in die Begegnung gestartet, erzielten nur einen Treffer in den ersten neun Minuten. Die Handball-Luchse hielten den VfL im Angriffsspiel auf Distanz, ließen die Bötel-Sieben nur selten gefährlich zum Wurf kommen. Dazu unterliefen OIdenburg zu viele Ballverluste – der zwischenzeitliche 1:4-Rückstand wuchs im Verlauf des ersten Abschnitts auf 7:13 (25. Minute) an. „Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen, haben den Kampf vor allem in der ersten Halbzeit null angenommen“, ärgerte sich Coach Bötel. Er brachte kurz vor dem Seitenwechsel eine zusätzliche Feldspielerin, stellte im Angriff auf drei Kreisläuferinnen um. Mit Erfolg: Durch Tore von Marie Steffen und Lana Teiken verkürzte der VfL bis zur Halbzeitsirene auf 11:14. „Das war heute überlebensnotwendig“, resümierte Bötel.

Der Zwischensprint hatte Mut gemacht. In der 45. Minute erzielte Jenny Behrend mit dem 16:16 den Ausgleich. Wie passend – schließlich war ein Pass auf die deutsche Nationalspielerin, die mit sieben Tore beste VfL-Schützin war, in dieser Phase immer eine gute Idee. Doch keine sechs Minuten später war der Abstand schon wieder auf drei Tore angewachsen (19:22), Toni Reinemann musste zudem mit einer Gesichtsverletzung das Feld verlassen. „Uns wird dort die Situation geraubt, wir bekommen direkt das Gegentor und dann hat das auch noch niemand gesehen. Da fehlt der Schutz der Spielerin“, ärgerte sich Trainer Bötel nach dem Spiel. Doch sein Team bewies „Charakter“ (Bötel), Lana Teiken sorgte mit ihrem Treffer 30 Sekunden vor dem Ende (24:23) für die erste VfL-Führung in der gesamten Partie. Und auch auf den erneuten Gegenstoß hatten die Oldenburgerinnen noch die richtige Antwort.

Viel Zeit zum Durchschnaufen gibt es nun nicht. Das nächste Heimspiel wartet auf die Oldenburgerinnen bereits am Sonntag, 28. März. Dann ist ab 16.30 Uhr der SV Union Halle Neustadt zu Gast.

VfL Oldenburg – HL Buchholz 08-Rosengarten 25:24 (11:14)

VfL: Julia Renner, Nele Reese – Lisa Marie Fragge (2), Lana Teiken (5), Toni-Luisa Reinemann (1), Natacha Buhl, Marloes Hoitzing (1), Kathrin Pichlmeier, Jane Martens, Marie Steffen (4), Merle Carstensen (5/2), Laura Kannegießer, Jenny Behrend (7), Luisa Knippert