Niederlage in Dortmund

Foto: Thorsten Helmerichs

 

 

Nur drei Tage nach dem etwas überraschenden Erfolg zum Saisonstart gegen Metzingen sind die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg etwas unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. Vom Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund kehrte die Mannschaft von Trainer Niels Bötel mit einer deutlichen 17:35 (7:15)-Pleite in die Huntestadt zurück. Im Gepäck hatte das Team die Gewissheit, dass es vor den nächsten Begegnungen noch einige Stellschrauben gibt, an denen zu arbeiten ist.

„Die Niederlage geht von der Höhe so schon in Ordnung“, resümierte Coach Bötel direkt nach dem Abpfiff. „Wir haben zwar gute Aktionen im Spiel gehabt, am Ende war auch durch das Spiel gegen Metzingen ein wenig die Luft raus.“

Dabei hatte der VfL in der Sporthalle Wellinghofen die ersten 15 Minuten auf Augenhöhe gekämpft und besonders in der Defensive einen couragierten Auftritt hingelegt. Allen voran Torhüterin Julia Renner, die nicht nur den ersten Anlauf des BVB mit einer tollen Parade vereitelte, war es dabei zu verdanken, dass es dem Meisterschaftskandidaten aus Westfalen nicht gelang, einen Vorsprung herauszuspielen. Doch während Oldenburg in der Defensive zu Beginn sicher stand, drückte im Angriff über weite Phasen des Spiels der Schuh. Die Bälle wurden durch teilweise unpräzise Pässe verloren. So dauerte es ganze sieben Minuten, bis Jenny Behrend den ersten Treffer des VfL markierte. „Wir sind eigentlich gut ins Spiel reingekommen, waren aggressiv in der Abwehr“, sagte Niels Bötel. „Im Angriff haben wir aber zu viele freie Würfe nicht verwerten können.“

Dank der guten Abwehrarbeit gelang es dem VfL aber, Dortmund zunächst in Schach zu halten. Nach 15 Minuten lag der VfL nur 2:3 (!) zurück – doch dann bewies der BVB seine Klasse. Während Oldenburg im Angriff weiterhin zu wenig Zugriff auf das Spiel fand, entdeckte der Gegner immer häufiger kleine Lücken in der Gäste-Abwehr. In nur fünf Minuten eilten die Gastgeberinnen auf 9:2 davon. „Dortmund hat den Rückraum gewechselt und sich mit den neuen Spielerinnen den Vorsprung herausgespielt“, sagte der Oldenburger Coach. Zu diesem Zeitpunkt war der VfL bereits mit zwei Siebenmetern an BVB-Keeperin Isabell Roch gescheitert, die Julia Renner in dieser Partie in nichts nachstand. Auch Bötels zwischenzeitlicher Plan, mit einer zusätzlichen Feldspielerin ein Überzahlspiel zu generieren, ging nicht auf. Mit einem 7:15 wurden die Seiten gewechselt.

Auch nach der Halbzeitpause gelang es dem VfL nicht, den Gegner über einen längeren Zeitraum zu beeindrucken. Drei Minuten nach Wiederanpfiff erhöhte der BVB auf 18:8, danach kontrollierte die Truppe von Coach André Fuhr das Spiel und baute den Vorsprung langsam aber sicher aus. Gerade über die Außen präsentierte sich Schwarz-Gelb dabei wurfstark. Bötel wechselte viel, um die Kräfte in seinem dünnen Kader möglichst gleichmäßig zu verteilen, brachte dazu im Tor Nele Reese für Julia Renner. Dichter an Dortmund heran kamen die Oldenburgerinnen, bei denen Marie Steffen mit vier Treffen erfolgreichste Werferin war, aber nicht mehr.

Nach einem spielfreien Wochenende wartet auf den VfL am Freitag, 18. September, 19.30 Uhr, die nächste Aufgabe. „Wir haben jetzt schon zwei Punkte mehr auf dem Konto als wir vor der Saison gedacht haben“, ist Bötel mit den ersten beiden Begegnungen insgesamt zufrieden und freut sich bereits auf das nächste Heimspiel. Zu Gast ist die HSG Bensheim/Auerbach – das Spiel wird live auf Eurosport übertragen.