Nach toller Aufholjagd: VfL bezwingt Flames

Erzielte in Bensheim zehn Tore: Merle Carstensen (Foto: Thorsten Helmerichs)

Toller Erfolg in Südhessen: Die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg haben die HSG Bensheim/Auerbach geschlagen. Die Mannschaft von Trainer Niels Bötel bestrafte die Fehler der Flames am Samstagabend eiskalt – und feierte mit 25:23 (12:11) den neunten Saisonsieg. Erfolgreichste Werferin im VfL-Dress war Merle Carstensen mit zehn Toren.

Dabei hatte zu Spielbeginn wenig für einen Oldenburger Erfolg gesprochen. Die Flames hatten gleich nach dem Anpfiff vorgelegt, führten nach gut zwei Spielminuten mit 3:0. Der VfL konnte – trotz einiger Möglichkeiten – zunächst nicht dichter herankommen. Schlimmer noch: In der elften Minute erhöhten die Flames auf 7:3, Niels Bötel nahm die Auszeit. „Wir sind in der Abwehr nicht griffig genug gewesen, obwohl das in der bisherigen Saison unser Prunkstück war“, analysierte der Coach nach der Partie. In der Auszeit hatte er wohl die richtigen Worte an seine Spielerinnen gerichtet. Zwar bauten die Gastgeberinnen ihren Vorsprung noch einmal aus (8:3), danach aber brachten Jenny Behrend (2 Tore) und Merle Carstensen (3) den VfL wieder in Schlagdistanz (9:8/18. Minute).

Entscheidend für den Zwischenspurt war eine deutlich verbesserte Deckung. Die Huntestädterinnen empfingen ihre Gegenspieler aggressiver, Bensheim kam kaum noch zu Würfen. „Wir haben wieder mit einigen Ausfällen zu kämpfen gehabt“, sagte Bötel, der mit neun Feldspielerinnen nach Bensheim gereist war. „Aber wie jede Spielerin jedes Mal für die anderen in die Bresche springt ist echt stark.“ Auch in der Offensive präsentierte sich Oldenburg treffsicherer. Erst sorgte Lana Teiken für den Ausgleich (22. Minute), im nächsten Angriff traf Toni Reinemann zur ersten VfL-Führung (11:10). Den knappen Vorsprung brachten die VfL-Frauen auch in die Halbzeitpause (12:11).

Ähnlich ging es nach dem Seitenwechsel weiter. Oldenburg verteidigte die Führung, ohne sich dabei absetzen zu können. Auch einen zwischenzeitlichen Führungswechsel konterte die Bötel-Sieben. „Ich glaube wir wissen alle, dass das Spiel heute kein Leckerbissen, sondern taktisch geprägt war“, sagte Bötel. „Wir haben das Spiel bewusst langsamer gemacht und hier unsere Chance gesucht.“ Der Plan ging auf. Nach einer Parade von Julia Renner verwertete Lisa-Marie Fragge zehn Minuten vor dem Ende ein Anspiel an den Kreis zum 20:18 – Oldenburg lag zum ersten Mal mit zwei Toren in Front.

Der Vorsprung gab Sicherheit. Auch wenn die HSG verkürzte, die Huntestädterinnen schlugen zurück – auf Bensheimer Seite wuchs die Unsicherheit. Lisa-Marie Fragge sorgte mit ihrem Tor zum 24:21 (58. Minute) für die Entscheidung: Oldenburg gab den Sieg nicht mehr aus der Hand. „Ein großer Respekt an die Mannschaft, wie sie gefightet haben. Wir nehmen die zwei Punkte gerne mit und sind super zufrieden“, freute sich Bötel über den Sieg – wollte vor dem spielfreien Wochenende aber nicht in Euphorie ausbrechen. „Unser Ziel ist weiterhin der Klassenerhalt. Dafür brauchen wir noch den einen oder anderen Punkt. Und wir wollen uns auch in den nächsten Spielen weiterentwickeln.“ Ein großer Schritt in der taktischen Entwicklung war am Samstag auf jeden Fall zu sehen. Und auch über den nächsten würde sich Niels Bötel freuen – am liebsten am Sonntag, 28. Februar, beim Auswärtsspiel gegen den Thüringer HC.

HSG Bensheim/Auerbach – VfL Oldenburg 23:25 (11:12)

VfL: Julia Renner, Nele Reese – Lisa Marie Fragge (5), Lana Teiken (1), Toni-Luisa Reinemann (1), Natacha Buhl (1), Marloes Hoitzing (1), Marie Steffen (1), Merle Carstensen (10/6), Jenny Behrend (4), Luisa Knippert

 

Sönke Spille, Presseverantwortlicher VfL Oldenburg GmbH