VfL-Frauen vor Gastspiel in Bensheim

Wurde opriert: Rückraumspielerin Kathrin Pichlmeier (Foto: Thorsten Helmerichs)

Nachdem der VfL-Kader mit den Verpflichtungen von Maike Schirmer und Paulina Golla für die kommende Spielzeit steht, liegt der Fokus bei den Verantwortlichen nun voll und ganz auf der Bundesliga-Rückrunde. Am Samstag, 13. Februar, 18 Uhr, gastiert die Mannschaft von Trainer Niels Bötel bei der HSG Bensheim/Auerbach. Fest steht bereits: Eine Leistungsträgerin wird ihm dabei fehlen – und das nicht nur für das anstehende Auswärtsspiel.

Eineinhalb Wochen nach der höchsten Saisonniederlage gegen Borussia Dortmund wollen die VfL-Frauen wieder zu alter Stärke zurückfinden. Einfach wird die Aufgabe aber keineswegs. Mit Bensheim/Auerbach geht es für den Tabellenzehnten gegen den -siebten. Die Flames feierten zuletzt gegen Mainz, Göppingen und Rosengarten drei Siege in Folge. „Es wird ein schweres Spiel“, sagt auch Niels Bötel. „Bensheim hat in dieser Saison schon oft unter Beweis gestellt, dass sie die Top-Teams ärgern können. Bei uns muss viel zusammenkommen, damit wir bestehen können.“ Wichtig sei es, Zugriff auf das Spiel zu bekommen. „Sie haben eine gute Mischung aus kleinen und großen Rückraumspielerinnen, die gut aus der Distanz werfen können, aber auch schnell sind.“ Insbesondere das Zusammenspiel zwischen Rückraum und Kreis müsse unterbunden werden. „Wenn wir unsere technischen Fehler gegen Bensheim so gering wie möglich halten, dann besteht die Chance, dass wir das Spiel lange offenhalten und vielleicht das eine Tor mehr werfen“, hofft Bötel.

Personell wird er dabei womöglich erneut auf den Mini-Kader aus dem Dortmund-Spiel zurückgreifen müssen. Luisa Knippert konnte nur im athletischen Bereich arbeiten – eine Entscheidung über ihren Einsatz werde, so Bötel, kurzfristig getroffen. „Wenn sie nicht fit ist, gehen wir auf Nummer sicher. Wenn gegen den Einsatz aber keine Bedenken bestehen, dann wird sie dabei sein.“ Sollte das nicht der Fall sein, wird es wohl wieder viel Einsatzzeit für Marloes Hoitzing geben. Die junge Niederländerin war gegen Dortmund mit sieben Toren beste VfL-Werferin und scheint, nach ihren zwei Verletzungen in der Vorbereitung, im Team angekommen zu sein. „Man hat das schon im Training gemerkt, dass sie immer besser zurechtkommt“, ist Bötel nicht überrascht. „Mich freut, dass sie das jetzt auch schon in mehreren Spielen unter Beweis stellen konnte.“

Während Knipperts Einsatz noch möglich ist, fehlt Kathrin Pichlmeier definitiv – und das noch mehrere Wochen. Am Dienstag wurde die 24-Jährige erfolgreich am Außenminiskus operiert. Zum Abschluss der drei eng getakteten Spiele zwischen den Jahren gegen Bietigheim, Mainz und Göppingen verspürte Pichlmeier Schmerzen im Knie. „Wir sind erst von einer Überbelastung ausgegangen“, berichtet die Rückraumspielerin. Da sich die Schmerzen hartnäckig hielten, wurde eine weitergehende Untersuchung vorgenommen – mit der Operation als Ergebnis. „Ihr Fehlen schmerzt natürlich. Der Fokus liegt jetzt aber auf den Spielerinnen, die uns zur Verfügung stehen. Wenn Pichl zurückkommt, freuen wir uns über eine weitere Alternative“, sagt Trainer Niels Bötel. In der Abwehr sei Pichlmeiers Ausfall von Lisa-Marie Fragge bereits gut aufgefangen worden. In der Offensive – in der viel auf die gebürtige Hannoveranerin ausgerichtet war – werde man dagegen den Spielstil etwas verändern. „Wir haben schon in den Spielen vor Dortmund einen guten Schritt gemacht. Wir brauchen aber noch ein paar Spiele, bis wir sicherer werden“, so Bötel.

Für Kathrin Pichlmeier gilt vorerst sich zu schonen – und dann langsam wieder mit dem Training zu Beginn. Mindestens fünf bis sechs Woche wird es wohl dauern, bis sie auf das Handballfeld zurückkehren kann. Den Blick hat die 24-Jährige aber bereits nach vorne gerichtet. „Toll wäre es, wenn ich gegen Rosengarten oder Halle wieder dabei sein kann. Mal schauen, ob ich das packe und wie der Genesungsprozess vorangeht“, sagt Pichlmeier. „Ich möchte auf jeden Fall, so schnell es geht, wieder aufs Spielfeld zurückkehren.“