VfL startet mit Handicap gegen den BVB in die Saison

Sie sollen den Kader der Bundesligamannschaft des VfL ergänzen: Laura Kannegießer, Carina Aselmeyer, Nele Reese. Marie Steffen und Kathrin Pichlmeier.  (Foto: Helmerichs)

Nach langen Wochen der Vorbereitung geht es am Sonntag endlich wieder los für Handballbundesligist VfL Oldenburg. Mit dem BVB Dortmund wartet gleich eine echte Herausforderung auf das Team von Trainer Niels Bötel. „Dortmund hat sich gut verstärkt und gehört für mich zu den Top Drei in der Liga. Von daher sind sie am Sonntag großer Favorit gegen uns. Wir wollen mit erhobenen Kopf aus der Halle gehen und unsere Chance nutzen, wenn eine kommt, dass wird allerdings eine sehr sehr schwere Aufgabe mit den vielen Ausfällen, die wir haben. Wir wollen versuchen mit den Fans irgendwas zu machen“, sieht Bötel sein Team als klaren Außenseiter in der Auftaktpartie.

Zu den Verstärkungen, die Dortmund in diesem Jahr verpflichtet hat, gehören auch die Ex-Oldenburgerinnen Kelly Dulfer und Inger Smits, die den Fans in Oldenburg noch wohlbekannt sind. Aber die beiden Niederländerinnen sind nicht die einzigen Hochkaräter unter den Neuzugängen. So fanden auch die deutsche Nationalspielerin Isabell Roch den Weg aus Metzingen in die Halle Wellinghofen, wohin sie ihrem Trainer Andre Fuhr gefolgt war.

„Unsere Vorbereitung ist mit dem Spiel in Oldenburg noch nicht abgeschlossen. Wir befinden uns in einem Prozess, der noch länger dauert und dann unter Wettkampfbedingungen fortgesetzt wird“, sieht Fuhr sein Team noch längst nicht bei 100 %. Der Weg dorthin dürfte für die Gäste aus Westfalen allerdings deutlich kürzer sein als der des VfL. Der Start in die Saison 2019/20 dürfte der schwerste seit Jahren für die Grün-Weißen werden. Nach den Abgängen langjähriger Stammkräfte wie Angie Geschke, Kim Birke, Isabelle Jongenelen sowie Cara Hartstock wurde der Verjüngungsprozess aufgrund wirtschaftlicher Zwänge weiter fortgesetzt, so dass der Altersschnitt mittlerweile bei 22,7 Jahren liegt. Wobei der im Eröffnungsspiel sogar noch niedriger liegen dürfte.

Gleich auf fünf Stammkräfte muss Bötel zu Beginn der Saison verzichten. Nachdem sich Lisa-Marie Fragge schon zu Beginn der Vorbereitung einer Hüft-OP unterziehen muss und lange ausfallen wird, erwischte es Neuzugang Kathrin Pichlmeier (überdehnter Daumen) beim Testspiel in Bremen sowie Malene Staal (Schulterprellung) beim Wunderhorn-Turnier. Als ob das noch nicht genug wäre, brach sich Marie Steffen wenige Tagen vor Saisonbeginn auch noch einen Finger. Hinzu kommt noch Laura Kannegießer, die sich bereits im Frühjahr einen Kreuzbandriss zugezogen hatte und wohl in diesem Jahr ebenso wie Fragge nicht mehr zum Einsatz kommen wird.

„Bei Marie können wir noch nichts sagen und auf die beiden anderen werden wir wohl noch eine Zeitlang warten müssen“, so der VfL, der den Kader mit Spielerinnen aus dem Drittligateam sowie der A-Jugend auffüllen wird. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir eine solche Verletztenmisere schon einmal hatten“, so Peter Görgen, Geschäftsführer der VfL Oldenburg GmbH.

So dürfte der Start in die Saison eine echte Feuerprobe für das junge VfL-Team werden, denn als ob das Verletzungspech nicht schon schlimm genug wäre, so warten in den ersten fünf Spielen der Saison neben dem BVB u.a. auch noch Pokalsieger THC, der deutsche Meister Bietigheim sowie Nordkonkurrent Buxtehude auf die Bötel-Truppe.


PM, Bernd Teuber - 06.09.2019