VfL will Schwung aus Last-Minute-Sieg mitnehmen

Tritt mit dem VfL zum zweiten Heimspiel in vier Tagen an: Marloes Hoitzing (Foto: Thorsten Helmerichs)

Als die Schlusssirene ertönte, gab es für die Oldenburger Bundesliga-Handballerinnen kein Halten mehr: Erst jubelten die Spielerinnen gemeinsam im Kreis, dann schwappte sogar eine kleine Laola-Welle durch das „Papplikum“. Nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit, in dem der Sieg gegen die HL Buchholz 08-Rosengarten bereits in weite Ferne gerückt zu sein schien, kämpfte sich das Team eindrucksvoll zurück – und bewies in der letzten Spielminute Nervenstärke. Das 25:24 durch Merle Carstensen, die den Ball fast mit dem Sirenenton im leeren gegnerischen Tor unterbrachte, war der Schlusspunkt einer fulminanten Aufholjagd.

Nicht verwunderlich, dass Niels Bötel, nach einem tiefen Durchatmen, bis über beide Ohren strahlte. „Ich weiß gar nicht, ob wir im Spiel überhaupt einmal geführt haben außer in der 60. Minute. Aber das reicht ja bekanntlich“, blickte er mit einem Augenzwinkern auf die Partie zurück – und fügte an: „Ich bin froh über die zwei Punkte.“ Dabei sah sich seine Mannschaft mit gleich mehreren Problemstellungen konfrontiert, fand aber immer die richtige Lösung. Fünf Minuten vor der Pause befand sich der VfL mit fünf Toren im Hintertreffen, als der Ausgleich Mitte der zweiten Halbzeit geschafft war, verletzte sich Rückraumspielerin Toni-Luisa Reinemann im Gesicht und fiel für die Schlussphase aus. „Toni ist in der Zeit, wo die eine oder andere verletzt war, richtig gut reingekommen – sowohl im Angriff als auch in der Abwehr“, lobte Bötel. „Da ist es extrem schade, dass das heute mit der Verletzung enden musste.“

Ob sie rechtzeitig fit für die nächste Aufgabe wird, konnte Bötel direkt nach Schlusspfiff noch nicht sagen. Viel Zeit bleibt aber nicht – schließlich geht es für die Huntestädterinnen bereits am Sonntag, 28. März, 16.30 Uhr, mit einem Heimspiel gegen den SV Union Halle Neustadt weiter. Und auch hier erwartet der VfL-Trainer, der mit seinem Team als Tabellenachter in die Partie geht, ein umkämpftes Spiel. „Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass Halle eine Mannschaft auf Augenhöhe ist“, betont er. Bestes Beispiel dafür war das Hinspiel, das Oldenburg Ende Januar knapp mit 22:20 gewann. „Sie wollen in der Liga bleiben. Dafür haben sie vor der Saison echte Hochkaräter geholt“, sagt Bötel, der damit unter anderem Cecilie Wolle, Alexandra Mazzucco und die ehemalige Oldenburgerin Helena Mikkelsen anspricht. Mikkelsen zog es im Sommer, nach zwei Jahren beim VfL, zurück zu den Wildcats. Hier ist die Dänin mit 97 Toren erfolgreichste Torschützin ihrer Mannschaft und hat maßgeblichen Anteil daran, dass Halle Neustadt auf Platz zwölf (16:28 Punkte) derzeit sechs Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz hat.

Niels Bötel vermutet gegen die Union wieder „einen harten Kampf“. Wie passend, dass für seine Mannschaft das zweite Heimspiel in Folge ansteht. „Mit dem Spiel von Mittwoch in den Beinen, bin ich froh, dass wir nicht die lange Auswärtsfahrt vor uns haben“, sagt er. Im Training komme es nun darauf an, seine Spielerinnen optimal auf das Duell gegen den SV Union einzustellen. „Wir haben gegen Buchholz-Rosengarten ein paar Dinge gesehen, die wir im Training noch einmal erörtern und gerade dort im nächsten Spiel dann eine Schippe draufpacken müssen“, kündigt er an. „Es wird mit Sicherheit ein hartes, schweres Spiel.“