Dänemark nach großem Kampf im Achtelfinale

Team Dänemark (Foto: Verband)

Es wird spannend am letzten Spieltag in der Weltmeisterschafts-Gruppe C in Oldenburg. Nach dem vierten Spieltag am Mittwoch (6.12.) haben noch fünf der sechs Mannschaften für die Tabelle wichtige Aufgaben vor sich. Heute besiegte Russland Japan mit 29:28 (13:11), Montenegro gewann gegen das jetzt als Schlusslicht feststehende Tunesien mit 29:23 (15:13) und Dänemark setzte sich gegen Brasilien 22:20 (13:13) durch und hat damit als zweites Team nach Russland das Achtelfinale gebucht.

Die Tabellensituation ist spannend: Sitzenreiter Russland kann am Freitag noch auf Platz 2 abrutschen. Gegner Dänemark kann am letzten Spieltag Erster, Zweiter oder Dritter werden. Montenegro könnte bei zurzeit 4:4 Zählern noch Zweiter werden, theoretisch aber auch noch als Tabellenfünfter ausscheiden. Brasilien kämpft wie Japan um die Plätze drei, vier und fünf.

Publikumsliebling Japan

Das erste Spiel war gleich aufregend: Russland hatte Mühe mit den quirligen, ständig die Taktik und das Tempo wechselnden Japanerinnen. So viel Mühe, dass Japan mit dem letzten Angriff in Überzahl gar noch die Chance zum Ausgleich hatte, aber unter Zeitdruck ein Stürmerfoul produzierte und das damit Remis verfehlte. Russland haderte: „Das war nicht unser Niveau“, gab Daria Dmitrieva zu.

Japan hatte gegen den Rekordweltmeister sogar einige Minuten geführt, 10:8 (24.) etwa, und ließ sich trotz Fünf-Tore-Rückstand (20:15, 21:16) nicht abschütteln. Die Zuschauer gaben sich begeistert, unterstützten wie immer bei dieser WM beide Mannschaften, ließ aber auch erneut Sympathien für Außenseiter Japan erkennen. „Es macht uns glücklich, wie uns das Publikum unterstützt“, sagte Nagata Shiori und weiß: „Gegen Tunesien müssen wir jetzt unbedingt gewinnen.“

„Do or die“, wie es Trainer Per Johansson formulierte, heißt es auch für Montenegro am Freitag gegen Brasilien. Am Mittwoch gegen Außenseiter Tunesien riss sich der Europameister von 2012 in der Schlussphase zusammen und machte aus einer knappen 21:20-Führung (47.) einen komfortablen 29:23-Erfolg. „Tunesien hat uns stark gefordert“, sagte Itana Grbic und lobte unter anderem die gegnerische Torhüterin Echraf Abdallah („richtig, richtig gut“). „Aber in der Schlussphase sind wir als Team aufgetreten.“ Tunesien wird am Sonntag und Montag in der „President's Cup“ genannten Platzierungsrunde um die Ränge 21 bis 24 spielen.

Intensives Abendspiel

Am Abend dann der Höhepunkt: Brasilien und Dänemark lieferten sich eines der intensivsten Spiele der Oldenburger Gruppe – zunächst mit Vorteilen für die Südamerikanerinnen, dann für die von vielen, zum Teil erst heute angereisten Fans unterstützten Däninnen: 6:3, 10:7, dann 13:13 zur Pause. Dänemark setzte sich in Hälfte zwei auf 20:17 (52.) ab, musste aber noch zittern, als Brasilien in Überzahl zweimal traf und wieder auf einen Treffer dran war.

Brasilien kämpfte, Dänemark hielt dagegen, sie mussten auch: „Eine Niederlage wäre ein Katastrophe gewesen“, sagte die starke Torhüterin Sandra Toft. „Ein großes Spiel, ein fantastischer Kampf“, beurteilte Trainer Klaavs Bruun Jörgensen die Partie. „Manchmal braucht man Glück, aber wir hatten in Sandra Toft eine fantastische Torfrau.“ Zum Gegner sagte er: „Ich hoffe, Brasilien kommt weiter. Die WM braucht ein Team wie Brasilien.“

Dieses lieferte nach drei durchwachsenen Auftritten ihre klar beste Turnierleistung ab. „Es hat nicht gereicht“, bedauerte Coach Jorge Duenas De Galarza, weiß aber auch: „Wir haben noch Chancen aufs Achtelfinale.“ Jessica Ribeiro versprach: „Wir werden darum kämpfen.“

2105 Zuschauer verbreiteten in der großen EWE-Arena in den beiden Abendpartien eine tolle WM-Stimmung. Russlands knappen Sieg gegen Japan am Mittag hatten 1187 zahlende Zuschauer gesehen. Der zusammengerechnete Tagesbesuch also: 3292 zahlende Besucher.

Morgen finden in der Arena keine Spiele statt. Am Freitag (8.12.) steht dann der letzte Spieltag in allen vier WM-Gruppen an, auch der in Oldenburg.

Was passiert wenn: Darum geht es am Freitag:

12 Uhr: Japan - Tunesien. Mit einem Sieg würde sich Japan sicher für das Achtelfinale qualifizieren. Das gelang Nippon auch 2011 und 2013 – allerdings gegen in der Vorrunde eher weniger renommierte Gegner. Bei Remis oder Niederlage hängt der Einzug in die k.o.-Runde von der Partie Brasilien gegen Montenegro ab – vermutlich aber wäre Japan raus.

17.45 Uhr: Brasilien - Montenegro. Der Gewinner ist sicher im Achtelfinale. Montenegro könnte theoretisch noch Zweiter werden, könnte aber bei einer Niederlage als Fünfter ausscheiden.

20.30 Uhr: Dänemark - Russland. Das Spiel um Platz 1. Mit einem Sieg würde Dänemark an Russland vorbeiziehen, bei einer Niederlage droht der Sturz auf Rang 3. Russland reicht ein Unentschieden für den Gruppensieg und den damit vermeintlich leichtesten Gegner im Achtelfinale.

Tabelle vor dem letzten Spieltag:

1. Russland 8:0 Punkte
2. Dänemark 6:2
3. Montenegro 4:4
4. Brasilien 3:5
5. Japan 3:5
6. Tunesien 0:8

(bei Punktgleichheit entscheidet der direkte Vergleich)


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PM - WM-LOK Oldenburg - 07.12.2017